R IEGEL Erfolgreiche Behandlung?

10.4.2015, 19:39 Uhr

© Foto: Bernd Böhner

Wie äußert sich die Krankheit und wer ist von ihr betroffen?

Detlef Kohl: Die Nervenerkrankung erkennt man zunächst meist an einer Minderung der Beweglichkeit. Ein starrer Gesichtsausdruck, kurze, kleine Schritte und schlaff herunterhängende Arme sind die Folge. Häufig tritt auch eine schmerzhafte Muskelsteifigkeit sowie ein Ruhezittern der Hände auf. Frühzeitige Symptome sind oft nachlassendes Riechvermögen sowie schmerzhafte Muskelverspannungen der Schultern oder des Rückens. Die Krankheit tritt besonders im höheren Lebensalter auf und beide Geschlechter sind etwa gleich betroffen. Die Gesamtzahl der Betroffenen liegt in Deutschland bei rund 200 000 mit jährlich etwa 13 000 Neuerkrankungen.

Wie versuchen Sie bei sich im Klinikum den Betroffenen zu helfen?

Detlef Kohl: Mit zunehmender Dauer der Krankheit treten Wirkungsschwankungen, Sturzgefahr oder auch psychiatrische Probleme auf. Bei einer Parkinsonkomplexbehandlung besteht die Möglichkeit, Medikamente neu einzustellen und dies mit Bewegungstherapie, ergotherapeutischem Training von Alltagstätigkeiten und neuropsychologischer Betreuung zu verbinden.

Können Sie durch Ihre Behandlung eine Verbesserung bei den Patienten erreichen und welche Rückmeldung erhalten Sie über den Erfolg Ihres Konzepts?

Detlef Kohl: Durch die Parkinsonkomplexbehandlung zeigen sich bei vielen Patienten eine deutliche Verbesserung der Motorik, eine verständlichere Sprechweise, eine verminderte Sturzgefahr und ein positiverer Umgang mit den Krankheitsfolgen. Etliche unserer Patienten sind Mitglied in lokalen Parkinsonselbsthilfegruppen. Von dort erhalten wir viele positive Rückmeldungen über Verbesserungen durch diese Behandlung, die teilweise längerfristig anhalten.

Keine Kommentare