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Schule aus Erlangen stellt Visiere aus dem 3D-Drucker her

Die Berufsschule engagiert sich damit im Kampf gegen das Coronavirus - 08.04.2020 06:42 Uhr

An der Berufsschule in Erlangen laufen die 3 D-Drucker heiß: Einige Lehrer (im Bild Özgür Güler) und Freiwillige stellen mithilfe dieser Drucker Visiere her.

07.04.2020


Özgür Güler ist Lehrer der Staatlichen Berufsschule Erlangen. Vvor einer guten Woche entdeckte er, dass er einen Beitrag zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus leisten kann.

Begonnen hatte es damit, dass ihn ein Kollege auf die Initiative "makervsvirus" aufmerksam machte. Bastler gegen das Virus: Innerhalb weniger Tage hatten sich deutschlandweit mehrere Tausend Freiwillige zusammengeschlossen, um Schutzausrüstung für medizinisches Personal zu fertigen. Eigentlich war Özgür Güler mit dem digitalen Unterricht beschäftigt – zuständig ist er unter anderem für die angehenden Mechatroniker, dabei auch für die Ausbildung am 3D-Drucker. "Dann kam dieses Projekt": Denn mit dem 3D-Drucker lassen sich Visiere herstellen. Özgür Güler war begeistert von der Idee, und die Schulleitung musste nicht lang überzeugt werden.

Besprechungsraum wurde kurzerhand umfunktioniert

Mit dem ersten selbst gedruckten und montierten Prototypen im Gepäck machte Güler sich auf zu den benachbarten Schulen. Auch dort, bei der Technikerschule und der Fachoberschule, fand die Idee sofort Anklang. Deren 3D-Drucker "zogen um" in die Berufsschule, wo einer der Besprechungsräume zu einer semiprofessionellen Fertigungsstraße für Visiere gegen Corona umfunktioniert wurde.


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Einige Ausbildungsstätten halfen ebenfalls mit, auch Schüler wurden mit ins Boot geholt. Die anfänglich fast vier Stunden, die für jedes Visier benötigt wurden, konnten mit weiterer Optimierung auf unter zwei Stunden und schließlich auf eine Stunde reduziert werden.

Seit Mitte letzter Woche hat sich die Berufsschule an die Initiative "makervsvirus" angeschlossen. Nachdem es zunächst ein Franken-"Hub" gegeben hatte, wurde dann ein Erlangen-"Hub" ins Leben gerufen, "um es lokaler, schneller und agiler zu schaffen", wie Sprecher Felix Maußner sagt. Der Student der Materialwissenschaft an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität hat selbst einen 3D-Drucker zu Hause. Mit dem hat er bisher "sämtliche Sachen repariert", zuletzt eine Halterung an seinem Fahrrad, doch jetzt druckt er Visiere.

Die Nachfrage nach den Vsieren – die in Kombination mit einem Mundschutz verwendet werden sollen – ist groß. Ein Seniorenheim und eine Klinik in Nürnberg wurden bereits versorgt. Mittlerweile wurde an der Berufsschule eine Verteilstelle eingerichtet.

Der zentrale Abnehmer ist jetzt der Verein Hausärzte Erlangen und Umgebung, der die Visiere weiter verteilt. 700 Stück konnten bisher verteilt werden, 300 davon wurden an der Berufsschule gemacht. Für die Abnehmer ist das Ganze kostenlos, über Spenden für die neue Schulpartnerschaft mit einer Berufsschule in Tansania freut man sich aber. Außerdem sollen den "Makern" davon auch ihre Materialkosten erstattet werden.

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EVA KETTLER

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