Spargelzeit

Spargelzeit: Die volle Ernte gibt es erst im vierten Jahr

22.5.2021, 12:00 Uhr
Auch wenn es noch keine frischen Kartoffeln gibt, landet Küche seit Wochen in vielen fränkischen Familien auf dem Herd.

© for-spargelanbau-20210518-125456_app11_00.jpg, NN Auch wenn es noch keine frischen Kartoffeln gibt, landet Küche seit Wochen in vielen fränkischen Familien auf dem Herd.

Das Schild „Frischer Spargel“ weist den Weg Richtung Hof. Hier verkaufen Katrin und Markus Werner in Poxdorf während der Saison die leckere Delikatesse. Und die kommt direkt vom eigenen Feld. Katrin Werner ist gelernte Tierarzthelferin. Für ihren Markus gab sie ihren Beruf auf und arbeitet am Hof, ist Hausfrau und Mutter, stellvertretende Ortsbäuerin, engagiert sich in der Ortsgruppe der Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes und arbeitet in Teilzeit in einer Kantine.

Freitags bietet sie am Hof Spargelpizza und Spargelflammkuchen zum Abholen an. Sie bereitet Spargelsalat, Spargelgemüse und Spargelsuppe zu, die die Kunden käuflich erwerben können. Familie Werner baut Kartoffeln und Pferdefutter für die eingestellten Pferde an. Selbst haben sie Schafe, Ziegen und Legehühner. „Dann haben wir noch 200 Gänse, 300 Enten und 200 Bauernhähnchen. Wir schlachten übrigens auch selbst“, zählt Katrin Werner auf. Wie bekommt sie das alles in einen 24-Stunden-Tag? „Irgendwie funktioniert’s“, ist ihre Antwort.

Am liebsten panierte Spargelröllchen

Ihr Lieblingsspargelgericht sind panierte Spargelröllchen und Kartoffelsalat. „Da es aus Franken gerade keine frischen Kartoffeln gibt, passen Lagerkartoffel sehr gut zum Spargel“, meint sie. Doch was macht den fränkischen Spargel so besonders? „Er kommt halt von hier“, antwortet Markus Werner und lacht. Dann erklärt er: „Die Böden passen hier. Wir haben Sandböden. Unsere Kunden sagen immer, dass unser Spargel einen leicht nussigen Geschmack habe.“

Seine Frau erklärt, dass sie Wert auf einen natürlichen Anbau legen: sie verzichten auf Folie: „Wenn man mit Folie abdeckt, kann man die Ernte ein wenig steuern. Der Spargel bekommt keine farbigen Spitzen. Er lässt sich aber auch nicht so lange lagern.“ Da sie keine Folie verwenden, ernten er und seine Frau in der Saison zweimal am Tag. Dabei werden sie auch von der restlichen Familie unterstützt. Während der Erntezeit nimmt Katrin Werner unbezahlten Urlaub. Der zehnjährige Sohn beschäftigt sich selbst und der dreijährige geht mit aufs Feld. Trotz der Anstrengung liebt sie es Landfrau zu sein.

Doch vor der Ernte muss viel Arbeit in die Vorbereitungen gelegt werden. Markus Werner erklärt, dass in den ersten zwei bis drei Jahren das zukünftige Spargelfeld erst einmal vorbereitet werden muss: er fährt mehr Mist aus und Gründüngung wird gegeben, um den Humus-Anteil im Boden zu steigern. Ist der Boden soweit, werden im ersten Jahr im Frühjahr die kleinen Spargelpflanzen in einem etwa 50 Zentimeter tiefen Graben angepflanzt.

Unkrautfrei vom ersten Jahr an

Nach und nach wird der Graben aufgefüllt. Im ersten Jahr kann nicht geerntet werden, aber die Fläche muss unkrautfrei gehalten werden. Es wächst nur Kraut in die Höhe, das im Herbst vertrocknet ist und abgeschnitten wird. Im folgenden Frühjahr wird über den weißen Spargelsorten ein Erdwall bis zu einer Höhe von 20 Zentimetern aufgeschüttet, weil nur Lichtmangel die weiße Farbe bewirkt. „Im zweiten Jahr kann man dann anderthalb Wochen stechen, damit der Spargel mehr Köpfe bekommt“, erklärt Markus Werner und sagt weiter, dass man im dritten Jahr die Hälfte ernten könne und erst ab dem vierten Jahr die volle Ernte beginne: „Man muss den Spargel in den ersten Jahren gut pflegen, damit man bis zu zehn Jahren ernten kann.

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