Tierversuche: Notwendiges Übel oder unnötige Quälerei?

23.8.2011, 00:00 Uhr
Bob Müller: „In der Medizin manchmal keine Alternative.“

Bob Müller: „In der Medizin manchmal keine Alternative.“

Dies weckt auch Erinnerungen an Proteste in Erlangen, die sich vor nicht allzu langer Zeit gegen das Franz-Penzoldt-Zentrum der Universität richteten, in dem zu Forschungszwecken ebenfalls Tiere gehalten werden. Wie stehen die Erlanger angesichts der neuen Zahlen heute zu diesem Thema? Die Lokalredaktion hat sich auf dem Augustmarkt vor dem Schloss umgehört.

Klaus Reichelt: „Tiere werden nicht nur in Laboren gequält.“

Klaus Reichelt: „Tiere werden nicht nur in Laboren gequält.“

Bob Müller (59, Kaufmann): „Meine Frau und ich sind selber Tierfreunde. Wir haben seit ewigen Zeiten Hunde. Dennoch halte ich Tierversuche für ein notwendiges Übel, denn in der Medizin sehe ich manchmal keine Alternative. Bei Tests für Kosmetik allerdings schon.“

Christine Kaiser: „Bei manchen Dingen sind Tierversuche nötig.“

Christine Kaiser: „Bei manchen Dingen sind Tierversuche nötig.“

Klaus Reichelt (69): „Insgesamt halte ich nichts von Forschung an Tieren. Es ist ja auch nicht so, dass sie nur in Laboren gequält werden, sondern das gibt es überall. Wenn Haustiere zum Beispiel in zu kleinen Wohnungen gehalten werden.“

Sarah Schmidt: „Generell darauf zu verzichten, ist  schwer möglich.“

Sarah Schmidt: „Generell darauf zu verzichten, ist schwer möglich.“

Christine Kaiser (53, Marktfrau): „Bei manchen Dingen sind Tierversuche nötig — zu pharmazeutischen Zwecken zum Beispiel. Nur zur Verschönerung des Menschen, wie es in der Kosmetikindustrie üblich ist, dürfen jedoch keine Tiere misshandelt werden.“

Norbert Heinrich: „Man sollte Nein zu Tierversuchen sagen.“

Norbert Heinrich: „Man sollte Nein zu Tierversuchen sagen.“

Sarah Schmidt (26): „Dem Thema stehe ich zwiegespalten gegenüber. Ich bin Medizinstudentin und sehe deshalb, dass solche Versuche nicht kategorisch abgelehnt werden können. Sie können helfen, Neues zu entwickeln. Aber natürlich muss abgewogen werden, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Generell darauf zu verzichten, ist aber schwer möglich.“

Ingrid Szilagyi: „Auch Tiere haben eine Schmerzgrenze.“

Ingrid Szilagyi: „Auch Tiere haben eine Schmerzgrenze.“ © Erich Malter

Norbert Heinrich (48, Markthändler): „Ich bin grundsätzlich sehr gegen Versuche an Tieren. Ich habe selber einen Hund. Bei Mäusen und Ratten ist es vielleicht etwas anderes. Zu ihnen hat man ja nicht so eine Beziehung wie zu Katzen oder Hunden. Allgemein finde ich trotzdem, man sollte Nein zu Tierversuchen sagen.“

Ingrid Szilagyi (24, Auszubildende zur Erzieherin): „Das Bedenkliche daran ist, dass solche Tests für die Tiere quälend sind. Auch sie haben eine Schmerzgrenze, die berücksichtigt werden sollte. Wenn es eskaliert, müssen die Versuche beendet werden. Für mich ist es schwer, darüber zu urteilen, aber von meinem moralischen Empfinden her ist es nicht schön, wenn Tiere so leiden müssen.“

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