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Trägt Erlangen 2024 die Landesgartenschau aus?

Ausstellung könnte an der Regnitz zwischen Wöhrmühlinsel und Großparkplatz liegen - 13.02.2015 12:35 Uhr

Der Großparkplatz und der westlich anschließende Teil des Wiesengrunds an der Wöhrmühle sind die bislang am besten beurteilten Alternativen für eine mögliches Landesgartenschau in Erlangen. © Harald Sippel


Die ersten Reaktionen der Fraktionen fielen unterschiedlich aus. Die CSU- und die SPD-Fraktion, die die Idee, sich um eine Landesgartenschau in Erlangen zu bemühen, überhaupt auf die politische Bühne gebracht hatten, zeigten sich aufgeschlossen. Ihr Tenor lautete: die Landesgartenschau als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zu nutzen – eine Blümchenschau brauche man nicht.

Oberbürgermeister Florian Janik betonte: „Das ist eine Riesenchance für die Stadt“. Pia Tempel-Meinetsberger (CSU) regte an, man solle die städtebaulichen Maßnahmen für die Landesgartenschau mit den anderen großen Veränderungen der Stadt wie etwa der Entwicklung des Siemens-Campus verknüpfen und vernetzen.

Grüne Liste und die FDP, die sich im Vorfeld skeptisch geäußert hatten, hielten sich in der Diskussion zurück.

Frank Höppel (ÖDP) benannte eine Herausforderung, die die Wahl des vom Landschaftsarchitekten bevorzugten Gebietes für die Landesgartenschau bedeutete: Man plane dann in einem Hochwassergebiet, sagte Höppel: „Das kann ins Auge gehen“.

Mehrere Varianten

Neben dem Gebiet Regnitzaue und Großparkplatz hatte Till Rehwaldt noch andere mögliche Gebiete genannt, auf denen eine Landesgartenschau entstehen könnte: zum Beispiel eine Variante, die zwei annähernd gleich große Teilflächen an Regnitz und Schwabach beidseitig von Autobahn und ICE-Strecke miteinander kombiniert. Dabei — so Rehwaldt — entstehe ein positiver Vernetzungseffekt von Stadt und Landschaft, stadtnahe Flächen würden in das vorhandene System öffentlicher Freianlagen integriert.

Die Ausrichtung einer Landesgartenschau, die Entwicklung einer Stadt vor diesem Hintergrund verlangt Investitionen. Landschaftsarchitekt Till Rehwaldt nannte als Ausgaben während der Durchführung einer Landesgartenschau Beträge von „in der Regel sechs bis acht Millionen Euro“. Diese Kosten würden aus Eintrittsgeldern, Werbemaßnahmen und Sponsorengeldern gegenfinanziert. Diese Einnahmen lagen bei vergangenen Landesgartenschauen zwischen 70 und 90 Prozent der Ausgaben.

Bei den Investitionen nannte Rewaldt als Minimum 3,6 Millionen Euro. Dieser Betrag sei mindestens notwendig, um vom Freistaat gefördert zu werden. Der Freistaat unterstütze Landesgartenschauen mit maximal 3,6 Millionen Euro. Andere Städte haben höhere Beträge eingesetzt. Für Bamberg nannte Rehwaldt etwa 18 Millionen Euro, Neumarkt in der Oberpfalz sei mit 13,8 Millionen Euro ausgekommen.

Breite Zustimmung

Oberbürgermeister Florian Janik nannte noch eine weitere Voraussetzung für eine Landesgartenschau. Man benötige dafür eine breite Zustimmung in der Stadtgesellschaft und im Stadtrat. Eine schmale Mehrheit sei für dieses Projekt zu wenig.

Etwa zehn Jahre Vorlauf benötigt die Realisierung einer Landesgartenschaus. Die Bewerbungsfrist für 2022 läuft Anfang März 2015 ab — zu kurz, für eine seriöse Bewerbung. Aus diesem Grund gehen die Überlegungen des Oberbürgermeisters dahin, im Jahr 2024 Bürgern und Gästen eine Landesgartenschau in Erlangen zu bieten. 

RALF H. KOHLSCHREIBER

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