Samstag, 19.09.2020

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Umbau des Erlanger Himbeerpalasts lässt auf sich warten

Nach Jahren des Wartens immer noch kein verbindlicher Zeitplan für Uni-Zentrum - 18.07.2020 09:00 Uhr

Über 28 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche, über 100 Millionen Euro Investition: Irgendwann soll der „Himbeerpalast“ Heimat für über 10 000 Studenten werden.


Der späten, aber guten Nachricht Mitte der Woche aus München folgte nun der nächste Dämpfer für die Stadt: "Wann der Umzug der Philosophischen Fakultät erfolgen kann, ist von unserer Seite zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verbindlich zu sagen. Hierzu bleibt die jetzt beginnende baufachliche Planungsphase abzuwarten", heißt es vom Staatsministerium. Es gibt also nach Jahren des Wartens auch keinen verbindlichen Zeitplan, wann nun endlich der "Himbeerpalast" an der Werner-von-Siemens-Straße zum neuen Zentrum der Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg werden kann.

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Im April 2015 war der Auftrag an die IMBY, der Immobilien Freistaat Bayern, eingegangen, die Erwerbsverhandlungen zum Himbeerpalast aufzunehmen. Im September 2018 kaufte der Freistaat schließlich den "Himbeerpalast". "Ich bin erleichtert, dass das lange Warten auf die Entscheidung ein Ende hat", freute sich Oberbürgermeiser Florian Janik damals und hoffte auf raschen Baubeginn und Eröffnung. Die Verlagerung der Philosophischen Fakultät biete "große Chancen zur Entwicklung des Quartiers, das Siemens mit dem Umzug auf den Campus im Stadtsüden freimacht", so Janik.

"Wissens- und Kulturachse"

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"In der südlichen Innenstadt entsteht so ein lebendiger Anziehungspunkt. Die Geisteswissenschaften werden durch die Zusammenführung der Standorte noch besser in Erlangen sichtbar – davon werden die Universität und die ganze Stadt profitieren", meinte Bau- und Planungsreferent Josef Weber. Es soll zwischen der Universitätsstraße im Norden und dem "Himbeerpalast" im Süden eine "Wissens- und Kulturachse" entstehen. Für 10 000 Studierende, gut ein Viertel aller Studenten der Stadt, würde der Himbeerpalast, der zahlreiche, über die Stadt verteilte Einrichtungen dann vereint, die neue Heimat.

Doch von Tempo ist nur wenig zu spüren: Nun, im Juli 2020, liegt gerade einmal die Genehmigung für den Umbau und die Sanierung des Gebäudes vor.

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"Das Wissenschaftsministerium hat nun das Bauministerium gebeten, den Planungsauftrag an die staatliche Bauverwaltung zu erteilen", so Julia Graf, Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Um den "Himbeerpalast" optimal auf die künftige universitäre Nutzung auszurichten, ist nach Ansicht des Staatsministeriums "eine Komplettsanierung des Gebäudes" geplant. "Für den Neubau der Uni-Bibliothek wird ein eigener, moderner Erweiterungsbau im Innenhof errichtet werden", so Graf weiter. Über die Nutzung der sogenannten "Philosophentürme", in denen die Philosophische Fakultät derzeit beheimatet ist, ist aktuell noch nicht final entschieden.

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Die Post aus München ist also bislang nicht viel mehr als ein angekündigter Startschuss – von dem bislang noch niemand weiß, wann er konkret fallen wird. Es wird also weiterhin viel Geduld gefragt sein beim wichtigten Bauprojekt.

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