Unzufrieden mit der Arbeit: Britta Dassler fällt bei FDP-Abstimmung durch

25.9.2020, 08:00 Uhr
Die FDP-Politikerin Britta Dassler aus Herzogenaurach.

Die FDP-Politikerin Britta Dassler aus Herzogenaurach. © Ralf Rödel

Die Mitglieder der Kreisverbände Erlangen und Erlangen-Höchstadt nominierten mit 26 zu 23 stattdessen den Gemeinderat sowie Orts- und Fraktionsvorsitzenden aus Möhrendorf, Ralf Schwab. Er ist nun für den Wahlkreis Erlangen der Direktkandidat für die nächste Bundestagswahl.

Große Chancen räumt der Erlanger Kreisvorsitzende und Stadtrat Holger Schulze seinem Parteifreund Schwab mit Blick auf die schlechten Umfragewerte indes nicht ein. Ähnlich war das bereits 2017 bei Dassler — und sie schaffte den Sprung nach Berlin dann doch über die Landesliste. Warum aber in der für die Gesamtpartei ohnehin schwierigen Situation nicht auf ein über Herzogenaurach hinaus bekanntes Gesicht wie Dassler setzen?

"Es gab bei der Wahlkreisversammlung eine lange Debatte, bei der Britta Dassler mit sehr vielen kritischen Fragen konfrontiert wurde", sagt Schulze auf Nachfrage.

Zweistündige Debatte über die Art der Arbeit

Bei der Veranstaltung in Herzogenaurach habe es eine etwa zweistündige Diskussion darüber gegeben, wie die 56-Jährige ihre Ämter versehe. Die Geschäftsfrau hat neben ihrem Sitz im Bundestag unter anderem auch ein Kreistagsmandat.

"Da war zum Beispiel eine Frage, ob sie das beides ausfüllen könne", berichtet Schulze. Er selbst wolle das gar nicht bewerten, so der Erlanger Stadtrat. Allein die Debatte und das mit 49 anwesenden Mitgliedern relativ große Interesse verdeutliche die Kontroverse.

Am Ende habe sich dann eben Ralf Schwab durchgesetzt. Es habe offenbar auch in Dasslers eigenem Kreisverband Leute gegeben, die mit deren Arbeit nicht so zufrieden waren. Das habe etwa ihre Präsenz betroffen.

"Trotzdem weiter an einem Strang ziehen"

Zugleich aber hofft Schulze, dass sie als Vorsitzende des Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt weitermacht und "wir trotzdem gemeinsam für die FDP in den Wahlkampf ziehen". Er habe nach der Abstimmung allen geraten, mit Blick auf die Bundestagswahl "an einem Strang zu ziehen".

Dassler war für eine Stellungnahme zunächst  nicht zu erreichen. "Sie war zuerst einmal geschockt, weil sie wohl nicht damit gerechnet hatte", sagt Schulze. Die wenigsten hätten einen Gegenkandidaten erwartet. Schwab hatte sich kurzfristig zur Kandidatur bereit erklärt.

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