Gemeinderat

Uttenreuth: Kita-Beiträge wurden hart diskutiert

18.6.2021, 11:06 Uhr
Für Uttenreuths Kinder - hier beim Sommerferienfest - sollen die Unterbringungsmöglichkeiten in den Tagesstätten erschwinglich bleiben.

Für Uttenreuths Kinder - hier beim Sommerferienfest - sollen die Unterbringungsmöglichkeiten in den Tagesstätten erschwinglich bleiben. © Foto: Harald Hofmann

Vorgeprescht war am Jahresanfang das Matthäus-Kinderhaus in Trägerschaft der evangelischen Kirche, das bereits zum 1. Januar die Elternbeiträge erhöht hatte und dies zum 1. September mit dem Start ins neue Schul-/Kindergartenjahr erneut tun will. In Uttenreuth ist die Gemeinde für das Kinderhaus "Lummerland" mit Kinderkrippe und Kindergarten, den Kinderhort Metropolis, den Waldkindergarten "Die Frischlinge" sowie für die Mittagsbetreuung verantwortlich.

Massive Kritik an der Erhöhung

Vom Elternbeirat des "Lummerlands" hatte es bereits massive Kritik an der geplanten Erhöhung gegeben, die für kommunale Einrichtungen zum 1. September greifen sollte. Die Verwaltung hatte die Beiträge in einer aufwendig gestaffelten Entwurfsplanung neu gerechnet. "Dass unsere Kindertagesstätten defizitär sind und bleiben, stellt niemand in Abrede", betonte Gemeinderat Wolfgang Leeb (Bürgergemeinschaft Uttenreuth). Die Gemeinde wolle mit den Beiträgen auch kein Geld verdienen, aber zumindest dem wachsenden Loch in der Gemeindekasse entgegensteuern, verdeutlichte Bürgermeister Frederic Ruth.

Orientierung am Matthäus-Kinderhaus

Vom CSU-Fraktionsvorsitzenden und dritten Bürgermeister Manfred Scherzer wurde offiziell der Vorschlag eingebracht, sich bei der Beitragsbemessung am Matthäus-Kinderhaus zu orientieren. Mit Abstimmungsgesprächen zwischen Kirche und Gemeinde über die Gebühren habe er dagegen eher schlechte Erfahrungen gemacht. "Es ist ein hehres Ziel, sich abzusprechen, aber das hat in den vergangenen Jahren nicht funktioniert", so Scherzer. Die Verwaltung hat die Defizitbeträge auch beziffert: Laut der vorläufigen Zahlen für 2020 nahm das "Lummerland" 821.947,08 Euro ein, gab aber rund 1,1 Millionen Euro aus, machte also 277.783,32 Euro Miese. Beim Kinderhort Metropolis beträgt das Minus 73.381,48 Euro, beim Waldkindergarten "Frischlinge" 196.681,23 Euro und bei der Mittagsbetreuung immer noch 41.049,15 Euro.

Extrem hohe Beiträge für Kostendeckung

Interessant ist eine Analyse, wie hoch die Beiträge sein müssten, wollte eine Einrichtung kostendeckend arbeiten: Am Beispiel "Lummerland" wird in der Tischvorlage vorgerechnet, dass für ein Krippenkind - hier greift die vom Freistaat Bayern zwischenzeitlich eingeführte 100-Euro-Förderung pro Kind nicht, weil sie nur für Kindergärten, aber nicht für Krippen gilt - an sich 573,88 Euro im Monat (bei vier Betreuungsstunden am Tag) fällig werden müssten. "Das hätte eine außergewöhnlich hohe Belastung der Kinderhauseltern zur Folge", heißt es in dem von Kämmerin Petra Nelkel erstellten Bericht. Kein Szenario, das in der auf Bürgernähe bedachten Gemeinde entstehen soll.

Einigung auf Kompromiss

Am Ende einigt man sich - wenngleich nicht einstimmig - auf einen Kompromiss, mit dem alle Fraktionen leben können: Die Verwaltung soll zum 1. September 2021 eine einkommensorientierte Beitragsordnung für alle kommunalen Kitas erarbeiten, in den Folgejahren sollen die Beiträge jeweils um vier Prozent steigen.

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