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Welche Trasse führt durch Tennenlohe?

Stadt-Umland-Bahn-Zweckverband lockt rund 90 Interessierte zum Ortstermin in den Erlanger Vorort - 05.05.2018 11:00 Uhr

Der Zweckverband StUB lud zum Ortstermin nach Tennenlohe. Es sollten Trassenvorschläge von Bürgern begutachtet werden. OB Florian Janik begrüßte die zahlreichen Interessierten an der Reutleser Brücke. Daniel Große-Verspohl (Mitte), Geschäftsleiter des Zweckverbands, erläuterte Details. © Harald Sippel


Rund 90 Interessierte, meist aus Tennenlohe selbst, aber auch einige Nürnberger Straßenbahnfreunde, wollten im Rahmen einer Begehung erfahren, wie die Stadt-Umland-Bahn (StUB) so durch den Ort oder am Ortsrand geführt werden könnte, um die zwei wichtigsten Kriterien zu erfüllen, die so schwer unter einen Hut zu bringen sind: Möglichst viele Menschen als Fahrgastpotenzial zu erreichen, gleichzeitig aber kurze Fahrtzeiten zu ermöglichen.

Schon während des Rundgangs schälten sich drei denkbare Linienführungen heraus, die technisch möglich und betrieblich sinnvoll wären. Befürworter kurzer Fahrtzeiten zögen eine Trasse entlang der Bundesstraße 4 vor, eine Trassenführung auf der heute bereits von Bussen befahrenen Sebastianstraße am östlichen Ortsrand würde Haltestellen näher an die Einwohner heranführen.

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 Die "ergiebigste" Trasse wäre eine durch das südwestliche Industrie- und Wissenschaftsgebiet, da diese die meisten Arbeitsplätze anbinden würde.

Genau hierzu hatte sich der Zweckverband ein Stimmungsbild erhofft, denn anders als bei den bisherigen Ortsbegehungen in Erlangen und Herzogenaurach liegen für die Trassenführung in Tennenlohe keine geprüften Varianten-Planungen vor. Die Veranstaltung orientierte sich deshalb an der 2012 vorgeschlagenen Trasse und den über die Forums-Veranstaltungen, den Online-Dialog und den Ortsbeirat eingereichten Vorschlägen. "Deshalb geht es heute zunächst um die Frage, wo der große Strich verlaufen soll", fasste der Verbandsvorsitzende, Erlangens OB Florian Janik, zusammen. Details seien im Vorfeld des Raumordnungsverfahrens noch nicht zu klären. "Wir beziehen die Bürgerinnen und Bürger ein, um den optimalen Trassenverlauf zu finden."

Angesichts enger Straßenquerschnitte und starken Verkehrsaufkommens im Bereich Wetterkreuz/Autohof räumten der Zweckverbands-Geschäftsleiter Daniel Große-Verspohl und der Technische Projektleiter Florian Gräf ein, dass die 2012 angenommene Trasse nicht "ideal" sei, man sich auch vorstellen könne, dass die StUB-Planung auch eine Neugestaltung der B 4-Auffahrt am Wetterkreuz nach sich zieht, um generell einen besseren Verkehrsfluss zu ermöglichen.

Ausgleich von Flächen

Besonders lebhaft und kontrovers wurde die Diskussion bei einem Halt südlich des Hutgrabens, den ein Landwirt spontan auslöste. Dabei ging es um den Ausgleich von Flächen, die für die StUB gebraucht werden. Josef Weber, Baureferent der Stadt Erlangen, erläuterte ausführlich das gesetzliche Verfahren für die Ausweisung von Ausgleichsflächen.

 Nach weiteren kurzen Stationen an der Bushaltestelle Kirche und am Skulpturenpark endete die Veranstaltung in der Tennenloher Grundschule, wo die Teilnehmenden im direkten Austausch mit den Mitarbeitern von Zweckverband, Stadt und Planungsbüros über die ausgehängten Pläne diskutieren konnten.

Mit der Ortsbegehung in Büchenbach am 6. Juni und in Nürnberg am 12. Juli stehen noch zwei weitere lokale Termine auf der Agenda, bevor sich das gesamte Dialog-Forum am 13. Juli im Erlanger Redoutensaal zur nächsten Sitzung trifft. Dabei wird es um einen ersten Überblick über die vorgeschlagenen Varianten und die weitere Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens gehen. Aktuell werten Fachbüros die eingereichten Vorschläge auf Basis eines Kriterienkataloges aus und erheben die nötigen Daten. 

PETER MILLIAN

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