Dienstag, 20.04.2021

|

Weltfrauentag: Kundgebung in Erlangen gegen patriarchale Zustände

Besonders Missstände bei der Sorge- und Pflegearbeit standen im Fokus - 08.03.2021 19:30 Uhr

Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer fanden sich bei der Kundgebung zum Weltfrauentag am 8. März auf dem Schlossplatz in Erlangen ein.

08.03.2021 © Harald Sippel


Fehlende Anerkennung von Sorge- und Pflegearbeit und die fortschreitende neoliberale Ökonomisierung des Gesundheitssektors prangerten gestern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung zum Weltfrauentag auf dem Schlossplatz besonders an. Die Corona-Pandemie führe deutlich vor Augen: „Es ist höchste Zeit, dass Menschen, die Sorgearbeit leisten, und auf Sorge Angewiesene die notwendige Unterstützung gemeinsam erstreiten“, sagte eine Sprecherin der Gruppe 8. März. Die Gruppe habe sich der bundesweiten Kampagne „Platz für Sorge“ angeschlossen und fordere eine an menschlichen Bedürfnissen ausgerichtete Pflege- und Sorgearbeit für alle.

Bilderstrecke zum Thema

Kundgebung am Weltfrauentag in Erlangen

Der Fokus der Kundgebung am Weltfrauentag am 8. März in Erlangen lag auf der Sorge- und Pflegearbeit, die sowohl im Privaten als auch im Beruf hauptsächlich von Frauen verrichtet wird, aber nicht als Arbeit anerkannt oder schlecht bezahlt wird.


Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer hatten sich versammelt, mehrere Aktivistinnen verschiedener Gruppierungen traten ans Mikrofon, um gegen die noch immer vorherrschenden patriarchalen Zustände in der Gesellschaft zu sprechen.

Jeden dritten Tag werde hierzulande eine Frau von ihrem (Ex)Partner ermordet. Erstarkende Rechte würden ein veraltetes und rassistisches Frauen- und Familienbild propagieren. 

Frauen würden häufig mehrfach diskriminiert - als Mütter, von ihrer Herkunft und Hautfarbe her, bei der Bildung. Insbesondere Mütter seien häufig finanziell schlecht abgesichert. Die Corona-Pandemie verstärke die traditionelle Rollenverteilung, Homeschooling werde zum Beispiel überwiegend von den Müttern übernommen. Covid 19 treffe nicht alle gleichermaßen.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen