Zum Semesterstart an der Uni Erlangen

"Wir wissen nicht, wieviele Studierende geimpft sind"

19.10.2021, 17:00 Uhr
So wie vor Corona kann es noch nicht wieder laufen. Trotzdem versucht die Uni so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anzubieten.

So wie vor Corona kann es noch nicht wieder laufen. Trotzdem versucht die Uni so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anzubieten. © Peter Kneffel, dpa

Frau Prof. Dr. Kopp, was bedeutet es für Sie persönlich, dass es nun endlich wieder Präsenzlehre an der Uni geben kann?

Für mich persönlich aber auch für die Studierenden und Lehrenden, ist es schön, einfach wieder zurückzukommen. Wir haben einen Bildungsauftrag, den wir natürlich auch nur im sozialen Raum wirklich gut ausfüllen können. Das heißt, es ist für uns alle wichtig, wieder in den gegenseitigen Austausch zu treten.

Wie sieht denn jetzt der Restart an der FAU aus?

Wir kehren überwiegend zurück in Präsenz. Wir haben das eigentlich schon im Juni so geplant, obwohl wir da noch nicht wussten, ob es so geht. Wir starten mit möglichst viel Präsenzlehre, unterstützt natürlich noch durch weitere Onlineangebote, weil in der Corona-Zeit sehr viele hochwertige, didaktische Selbstlernkurse usw. entstanden sind. Es wäre dumm, die wieder aufzugeben. Aber wir kommen wieder zurück in die Präsenz und die Lehrenden nehmen dieses Angebot, diese Chance wieder wahr.

"Damit Studierende heimisch werden"

Vom bayerischen Kultusministerium gibt es für Hochschulen und Universitäten das Projekt "Restart - Willkommen zurück". Wie hat das der FAU geholfen? Wo haben Sie darauf zurückgegriffen?

Auch wir haben einen entsprechenden Betrag zur Verfügung gestellt bekommen, den wir aus eigenen Mitteln aufstocken. Ein großer Teil geht an die Studierendenvertretung, die in Eigenregie an den Fakultäten "Faculty Lunches" organisieren. Das heißt, sie bringen die Studierenden zusammen, dass sie hier auch heimisch werden. Sie organisieren also das Miteinander wieder und fungieren als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Neuen. Ein anderer Teil sind sogenannte Konnektorenmittel. Die setzten wir in den Fällen ein, wo wir bestimmte Studierende doch online versorgen müssen, zum Beispiel, Risikopatientinnen und -patienten Schwangere oder auch internationale Studierende, die noch nicht einreisen können. Wenn wir also hybride Veranstaltungen haben, die manche im Hörsaal und manche von zuhause aus verfolgen, dann sind das Konnektorinnen oder Konnektoren, die die Fragen, die im Chat gestellt werden, verfolgen und in die Veranstaltung hineintragen. So sind dann auch die Zugeschalteten gleichberechtigte Mitglieder der Veranstaltung.

Ihre Wahrnehmung: Wie ist die Stimmung unter den Studierenden?

Nach allem, was ich wahrnehme und erzählt bekommen habe, ist die Stimmung sehr gelassen, sehr geduldig. Die Studierenden sind super kooperativ beziehungsweise für die ist das schon Normalität. Sie kommen und zeigen ganz selbstverständlich ihren 3-G-Nachweis.

"89 Prozent waren einmal geimpft"

Kennen Sie Zahlen zur Impfquote unter Studierenden?

Ja, aber die muss man mit Vorsicht genießen. Wir haben Ende des Sommersemesters eine freiwillige Umfrage gestartet, da haben gut 12.000 Studierende, also knapp ein Drittel aller, teilgenommen. Darunter waren 89 Prozent mindestens einmal geimpft oder genesen. Wir wissen aber nicht, was mit denen ist, die nicht teilgenommen haben. Aber alles was mich von den Lehrenden erreicht, die ihre Studierenden jetzt kontrollieren, sind es sehr wenige, die Tests beanspruchen müssen.

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