Dienstag, 19.11.2019

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Wissenschaftsnacht zog in Erlangen Massen an

An vielen Orten bildeten sich lange Schlangen - 20.10.2019 18:35 Uhr

Wie fühlen sich Alterserscheinungen an? Das konnten Besucher mit einem speziellen Gerät in der Uniklinik austesten.


An vielen Orten bildeten sich Schlangen: Der "Zeit- und Klimaschwerpunkt"  füllte den riesigen Audimax locker, die Technische Fakultät lockte mit großem Angebot die Nachtschwärmer auf das Südgelände und Medizin interessiert jeden, wie die gute Resonanz in der Uniklinik zeigte. Die Wissbegierde ist riesig.

Aber auch "kleinere" Themenreihen haben ihren Reiz. So stellten das Centre for Human Rights Erlangen-Nürnberg (CHREN) und das Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht Brisantes wie Migration und Integration ins Zentrum. Auch die Bedeutung von (seriösen) Medien, die in Zeiten von Fake-News immer wichtiger wird, kam bei einer Debatte zur Sprache.

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Wissensdurst in Erlangen zur Langen Nacht der Wissenschaften

Wissenschaft kann ja so spannend sein! Das erlebten die Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften auch in Erlangen. Dort gab es Roboter und allerhand andere Kuriositäten zu entdecken. Unter anderem sprach EN-Redakteur Markus Hörath über Pressefreiheit und stand dem Publikum Rede und Antwort.


Wie groß die Rolle insbesondere des Lokaljournalismus für Demokratie und Menschenrechte ist, erläuterte eindrucksvoll der Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik und frühere Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrates Prof. Heiner Bielefeldt. Die in Zeiten von AfD und Pegida erhobene Pauschalkritik an der angeblichen "Lügen- und Systempresse" sei im "kommunalen Raum" schwerer aufrechtzuerhalten als etwa auf internationaler Ebene. Denn im Lokalen ließen sich lancierte und frisierte Berichte durch eigene Anschauungen widerlegen.

Dazu aber brauche es "professionellen Journalismus", der nicht nur Verlautbarungen weitergibt, sondern Informationen bündelt, Hintergründe recherchiert und den öffentlichen Diskurs anstößt. "Demokratie hat keine Zukunft ohne lokale Presse", betonte Bielefeldt.

Deren Zukunft ist indes alles andere als rosig. Darauf wies EN-Redaktionsleiter Markus Hörath hin. Sinkende Auflagenzahlen und Pauschalverurteilungen setzten Journalisten unter Druck. Prognosen gehen davon aus, dass 2034 die letzte gedruckte Tageszeitung erscheint. Hörath ist da (noch) pessimistischer: "Ich fürchte, es wird schneller kommen".

 

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