Zirkusluft schnuppern und staunen

3.7.2017, 20:00 Uhr
Fünf Kamele eröffnen die Show im Vier-Mast-Zelt, in das 1200 Menschen passen. Außer ihnen treten Pferde, Kühe, Esel und Hunde auf.

Fünf Kamele eröffnen die Show im Vier-Mast-Zelt, in das 1200 Menschen passen. Außer ihnen treten Pferde, Kühe, Esel und Hunde auf. © Fotos: Harald Sippel

Ein großes weiß-rotes Zelt auf dem Festplatz, Gatter und Wagen drum herum, zwei Buden für Snacks und Getränke — das sieht ganz nach Circus aus. Kinder hüpfen freudig in das Zelt, in Vorfreude auf eine spannende Show.

Der Circus Carelli, einer der letzten klassischen Familienzirkusse Deutschlands, ist zu Gast.

Und er weckt Erinnerungen an den Zauber vom Zirkus aus der Kindheit wieder: Innen wird das Zelt von vielen Menschen und Scheinwerferlicht aufgewärmt, der Geruch von Popcorn an den Ständen und Sägemehl am Boden mischt sich mit der Klang der vierköpigen Live-Kapelle, die fröhliche Showmusik spielt.

Gebannte Kinderaugen richten sich auf die Manege, als die Show mit drei Gongschlägen beginnt. "Manege frei!" eröffnet der Zirkusdirektor, begleitet von Applaus.

Nach einer unterhaltsamen Begrüßung durch Direktor und Clown Timmy Barelli, darf man einem zauberhaftem rhythmischen Glockenspiel lauschen. Fünf geschmückte Kamele laufen in die Manege und bewirken offene Münder bei Groß und Klein. Zabo, einer der größten Kamelhengste Europas, unter anderem Zuchtvater von 37 Kamelen, zeigt sein Können beeindruckend.

Jongleure dürfen natürlich auch nicht fehlen, so verfolgt man gebannt das Spiel des Artisten, der sogar seinen Mund zum Werfen der Bälle einsetzt. Die talentierten Akrobaten zeigen beeindruckende Stücke am eleganten Tuch, im Reif oder an der Stange, alles in luftiger Höhe unter dem Zeltdach, ohne Netz.

Weiße Andalusier Pferde, glitzernd geschmückt, haben ihren Auftritt und traben geschmeidig durch die Manege, der Star "Black Beauty", ein stattlicher Friesenhengst, ist das Glanzstück der Truppe.

Note Eins vom Veterinäramt

Alles in allem sind die 70 Tiere des Circus Carelli nachweislich gut versorgt, das Veterinäramt Erlangen vergab die Note Eins für saubere Tierhaltung. Auch in der Vorstellung und hinter den Kulissen, die man bei der "Tiershow" in der Pause in Augenschein nehmen darf, merkt man, dass die Tiere nicht nur sehr gelassen und unaufgeregt in der Vorstellung mit ihren Trainern agieren, sondern dass auch genug Platz und Auslauf außerhalb der Show für die Tiere gewährleistet wird. Der Circus Carelli besitzt keine Wildtiere, weil deren Versorgung um einiges aufwendiger ist und deshalb, wie in anderen Zirkussen, nur minderwertig gewährleistet wird. Dafür wartet die Zirkusfamilie mit originellen Alternativen auf, hat zum Beispiel eine unterhaltsame Nummer mit einer Hundegruppe, oder zeigt die Kunststücke zweier bayerischen Kühe.

Der Zirkus begeistert vor allem die Kinder, die bunte, actionreiche und tierische Show ist immer ein Ereignis für die Kleinen. Aus diesem Grund bietet der Circus Carelli am Sonntag, 8. Juli, einen Kindertag an, von 11 bis 13 Uhr können Kinder Zirkus für Kinder gestalten. Bewerben kann man sich noch bis 5. Juli, neben Voranmeldungen können aber alle Kinder, die Lust haben, an diesem Tag auch spontan kommen und mitmachen.

Die Akrobatin schwebt elegant am Tuch in der Höhe. Esel Manolito liebt seinen Clown Timmy Carelli.

Die Akrobatin schwebt elegant am Tuch in der Höhe. Esel Manolito liebt seinen Clown Timmy Carelli.

Doch auch für jedes Alter ist der Zirkus ein schönes Erlebnis, die lebhafte und überraschende Vorstellung zaubert manchmal, ohne es zu wollen, ein Lächeln aufs Gesicht.

 

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