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Zucchini-Vergiftung: Fünf Menschen in Bayern behandelt

Sogenannten Cucurbitacine können Durchfallerkrankungen auslösen - 21.08.2015 16:30 Uhr

Zucchini mit hoher Cucurbitacin-Konzentration können zu Vergiftungen führen. © Pfeiffer


In Bayern sind nach Behördenangaben in diesem Sommer mindestens fünf Menschen nach dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbisse ärztlich behandelt worden. Bei allen Patienten seien sogenannte Cucurbitacin-Vergiftungen festgestellt worden, berichtete das bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit am Freitag in Erlangen. Todesfälle seien der Behörde nicht bekannt, sagte ein Behördensprecher. Allerdings sei unklar, wie hoch die Dunkelziffer bei Vergiftungen nach dem Verzehr cucurbitacin-belasteten Gemüses sei. Nicht jeden Durchfall brächten Betroffene oder Ärzte mit dem Verzehr bitterer Zucchini oder Kürbissen in Zusammenhang.

Das Landesamt hatte am Vortag vor dem Verzehr bitter schmeckender Zucchini gewarnt. Wegen der Trockenheit scheinen sich in diesem Jahr in privat angebauten Kürbissen und Zucchini vermehrt Bitterstoffe gebildet zu haben.

Die sogenannten Cucurbitacine könnten Durchfallerkrankungen, beim Verzehr größerer Mengen sogar lebensgefährliche Darmschäden auslösen. Zwar hätten Züchtungen dafür gesorgt, dass diese Giftstoffe in nur sehr geringem Umfang vorkommen, berichtet das LGL. Sogenannte Rückkreuzungen mit Zierkürbissen, die in hohem Maße Cucurbitacine enthalten, könnten aber dazu führen, dass Pflanzen cucurbitacin-haltige Früchte tragen. Beim Anbau von Ess-Kürbissen sollte nur handelsüblicher Samen verwendet werden.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass ein 79-jähriger Mann an einer schweren Vergiftung durch eine Garten-Zucchini gestorben ist.

dpa/lkl

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