Ankerzentren am Limit

"Es wird echt eng": Unterkünfte für Geflüchtete sind extrem ausgelastet

22.9.2022, 14:31 Uhr
#createSourceTag($imagePath, "480", "900", $media) #createSourceTag($imagePath, "320", "600", $media) Ukrainische Flüchtlinge kommen im Ankerzentrum in Bamberg an. Die sieben bayerischen Ankerzentren, in denen Asylsuchende zeitweise untergebracht werden, sind im Moment aufgrund der hohen Zugangszahlen bereits zu rund 108 Prozent ausgelastet.

© Merzbach/News5 Ukrainische Flüchtlinge kommen im Ankerzentrum in Bamberg an. Die sieben bayerischen Ankerzentren, in denen Asylsuchende zeitweise untergebracht werden, sind im Moment aufgrund der hohen Zugangszahlen bereits zu rund 108 Prozent ausgelastet.

Die Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber im Freistaat sind derzeit extrem ausgelastet. "Es wird echt eng", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in München. Wenn sich die Situation nicht ändere, werde der letzte Platz in den Wintermonaten belegt sein.

Demnach seien die sieben bayerischen Ankerzentren, in denen Asylsuchende zeitweise untergebracht werden, im Moment aufgrund der hohen Zugangszahlen bereits zu rund 108 Prozent ausgelastet. Ankerzentren in der Region sind etwa in Zirndorf (Kreis Fürth) sowie in Bamberg zu finden.

Aber auch die Anschlussunterbringungen sind schon zu 93 Prozent gefüllt, hieß es aus dem Innenministerium. Derzeit könnten noch weitere Asylbewerber aufgenommen werden, wenn die Menschen schnell aus den Anker-Zentren in Folgeunterkünfte umzögen. Die Regierungen und Kreisverwaltungsbehörden würden zudem daran arbeiten, neue Unterkünfte zu erwerben.

Zugangszahlen haben sich mehr als verfünffacht

Hauptursache für die Auslastung sei der deutliche Anstieg der Asylbewerberzahlen, sagte die Sprecherin. Insgesamt haben sich die Zugangszahlen dem Ministerium zufolge im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr als verfünffacht. In den Monaten Mai, Juni und Juli 2022 habe es in den bayerischen Ankerzentren einen durchschnittlichen monatlichen Zuzug von rund 5600 Menschen gegeben.

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Vor allem Menschen aus Syrien und Afghanistan haben eine gute Bleibeperspektive. Beispielsweise ist die Schutzquote für das Herkunftsland Afghanistan im ersten Halbjahr 2022 auf rund 78 Prozent gestiegen. Vier von fünf Schutzsuchenden aus dem Land dürfen also erstmal bleiben.

Die Ankerzentren gehen auf den ehemaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zurück. Ziel war es, die Asylverfahren in den Zentren zu beschleunigen und im Bedarfsfall auch Abschiebungen schneller durchsetzen zu können. Vor Ort sind unter anderem Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Bundesagentur für Arbeit, der Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden tätig.

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