Längere Staus möglich 

Ferienstart: Auf diesen Autobahnen in Franken könnte es eng werden

28.7.2021, 19:22 Uhr
Unter anderem auf der A6 südlich von Nürnberg könnte es am Wochenende wieder mal zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Unter anderem auf der A6 südlich von Nürnberg könnte es am Wochenende wieder mal zu Verkehrsbehinderungen kommen. © Petra Schneider-Schmelzer/imago-images

An diesem Donnerstag ist nämlich nicht nur der letzte Schultag in Bayern, auch in Baden-Württemberg starten die Kinder in die Sommerferien. Zudem rollt aus Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und dem Süden der Niederlande die zweite Reisewelle, aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bereits die dritte.
Darüber hinaus enden in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg, Hamburg und anderen nordeuropäischen Ländern in Kürze die Sommerferien.

Es wird also aller Voraussicht nach eine Menge los sein auf den Autobahnen im Freistaat, deshalb bereiten sich unter anderem die Mitarbeiter der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Feucht auf hektische Tage vor. Normalerweise ist die VPI, die etwa 400 Autobahnkilometer in Nordbayern betreut, tagsüber mit vier Streifenfahrzeugen im Einsatz, am kommenden Wochenende jedoch mit fünf. Außerdem stehen laut dem stellvertretenden Dienststellenleiter Gerhard Grad zwei Motorradstreifen bereit, die sich zwischen den Fahrzeugkolonnen durchschlängeln können.

Kreuz Nürnberg-Ost ist ein besonders neuralgischer Punkt

Ein besonderes Augenmerk werden die Beamten auf das Kreuz Nürnberg-Ost haben müssen, an dem sich mit der A6 und der A9 ja zwei der wichtigsten Autobahnen Deutschlands kreuzen und dessen Ausbau nach wie vor läuft. Aufgrund der Bauarbeiten ist weiterhin mit Fahrbehinderungen in allen Richtungen zu rechnen, und angesichts des starken Verflechtungsverkehrs von ein- und ausfahrenden Fahrzeugen besteht dort eine erhöhte Unfallgefahr.


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Immer wieder muss die dortige Baustelle über Nacht umgebaut und die Anordnung der Aus- und Auffahrspuren geändert werden. Da können laut den Erfahrungen der zuständigen Verkehrspolizisten auch Ortskundige zunächst überfordert sein. „Trotz bestmöglicher Beschilderung ist da die begrenzte menschliche Wahrnehmungsfähigkeit ein zusätzlicher Risikofaktor“, sagt Gerhard Grad. Und in den nächsten Tagen werden noch zahlreiche Touristen unterwegs sein, die sich erst mal orientieren müssen und dabei auch noch auf weniger und engeren Fahrspuren unterwegs sind.

Möglichst erst nächste Woche starten

Dennis Heldt vom ADAC Nordbayern empfiehlt deshalb, dass Urlauber für ihren Reisestart auf einen Wochentag ausweichen. „Aufgrund des geringeren Pendlerverkehrs bieten sich hier Dienstag und Mittwoch an“, sagt der ADAC-Sprecher. Falls das nicht möglich ist, empfehle sich das sogenannte antizyklische Fahren in den frühen Morgenstunden oder ein Fahrtantritt am späten Nachmittag.

Aufgrund des in diesem Jahr einen Tag früher beginnenden Ferienstarts in Bayern rechnen die Fachleute nicht nur am Samstag, sondern bereits am Freitag in Bayern mit starkem Urlauberverkehr. „Es wird wieder voll“, prophezeit Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. Bereits an den ersten Wochenenden der Sommerferien in anderen Bundesländern habe man deutschlandweit rund 15.000 Staumeldungen gehabt - etwa 2000 mehr als 2019.


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Wichtigster Treiber ist Kreipl zufolge das veränderte Reiseverhalten. Die Menschen würden häufiger in mit dem Auto zu erreichende Gebiete reisen - auch um nicht fliegen zu müssen. Setzt sich der Trend zu Kurzurlauben und vor allem Tagesausflügen weiter fort, müssen sich Autofahrer auf deutlich längere An- und Abreisezeiten auf den Zufahrtsstraßen der Seen, der Wandergebiete der Alpen und der Mittelgebirge gefasst machen. Auf den Autobahnen in der Region könnte es in den kommenden Tagen auf folgenden Streckenabschnitten zu Staus und Verzögerungen kommen:

Quasi eine einzige große Baustelle

Die A3 ist auf Höhe Regensburg weiterhin ein Nadelöhr. Verschiedene Brückenarbeiten erfordern hier eine Verkehrsführung über die Gegenfahrbahn. Aber bereits zuvor, zwischen Neumarkt und Velburg, ist mit Stauungen zu rechnen, denn auch hier werden Fahrbahn und Brücke saniert. In Richtung Würzburg ist die gesamte A3 von Erlangen bis Würzburg quasi eine einzige Baustelle, in der kleinste Störungen zu großen Stauungen führen können. Ob sich hier eine Umfahrung über die A6 oder A7 empfiehlt, hängt aufgrund der Bauarbeiten zwischen Würzburg und Feuchtwangen vom konkreten Einzelfall ab. Alternativ auf dem Weg Richtung Norden bieten sich für die A3 auch die A73 und A70 an.

Die A6 westlich von Nürnberg ist nach den umfangreichen Ausbauarbeiten bei Schwabach weitgehend unkritisch, doch da sie im weiteren Verlauf zweispurig ist, kann es bei hohem Verkehrsaufkommen immer wieder zu Staus kommen. In Richtung Waidhaus kann es am Kreuz Nürnberg-Süd und - wie erwähnt - am Kreuz Nürnberg-Ost zu Behinderungen kommen. Eine Umfahrung über die A73 Nürnberg Hafen ist aktuell aber auch nicht zu empfehlen, da dort ebenfalls Baumaßnahmen laufen.

Auf der A7 muss man auf der gesamten Strecke bis Ulm mit Staus rechnen. Mehrere aufeinanderfolgende Baustellen können hier vor allem im Urlaubsverkehr zu stärkeren Verzögerungen führen.

Die A9 in Richtung München dagegen ist auf nordbayerischem Gebiet mittlerweile weitgehend baustellenfrei. In Richtung Norden wird es aber bei Himmelkron kritisch, hier wird die Fahrbahn auf einer Länge von sechs Kilometern inklusive Spurverengung saniert.

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