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3,85 Millionen Euro: So soll Heroldsbachs neue Ortsdurchfahrt aussehen

Zuschüsse des Staats von bis zu 70 Prozent werden erwartet - 01.05.2020 16:00 Uhr

Die schadhafte Straße wird von gut 5300 Fahrzeugen am Tag genutzt.

© Edgar Pfrogner


Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther in Bamberg informierte jetzt den Gemeinderat Heroldsbach über den aktuellen Sachstand. Der Planer geht für den reinen Straßenbau auf einer Länge von eineinhalb Kilometern von 3,6 Millionen Euro aus. Davon trägt der Kreis 2,2 Millionen Euro und die Kommune 1,4 Millionen Euro. Allerdings werden dazu Zuschüsse des Staats von bis zu 70 Prozent erwartet.

Für die Gemeinde kommen noch hohe Kosten wegen der Auswechslung von Wasser- und Abwasserleitungen hinzu. Allein die Kanalbaumaßnahmen sollen rund 600.000 Euro kosten. Denn der Richtung Hausen ableitende Kanal muss vergrößert werden. Es trifft der intakte innerörtliche Kanal in Abflussrichtung auf einen mit zehn Zentimeter kleinerem Durchmesser, was bislang zu Rückstau führt. Die neuen Wasserleitungen sollen 375.000 Euro kosten.

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Für den Straßenausbau gibt es nach Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) „etliche Zwangspunkte“, die der alten Bausubstanz des Ortskerns geschuldet sind. Da eine durchgängige Straßenbreite von sechs Metern vorgesehen ist, reiche es nicht an allen Stellen für (breite) Gehwege.

Bei diesem Vollausbau kann die schwierige Einmündung der Schloßstraße in Ortsdurchfahrt mit zwei spitzwinkligen Gabeln nicht wesentlich verbessert werden. Dies ist dem relativ steilen Anstieg vom Niveau des Hirtenbachs auf Straßenhöhe geschuldet. Wollte man eine normale Kreuzung schaffen, müssten, so der Planer, sowohl der erst vor einigen Jahren gebaute Geh- und Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse als auch die Brücke über den Bach angehoben werden. Als Kostensumme stellte Brust zwei Millionen in den Raum.

Ein behindertengerechter Kreuzungsumbau würde bei der Hirtenbachbrücke zwei Meter über dem heutigen Niveau liegen und bei der Zufahrt zum Parkplatz des Nettomarkts wäre es noch ein halber Meter. Bände man die Schloßstraße als einfache Einmündung an, gäbe es dort eine Steigung von 17 Prozent.

Zwischen den zwei Einmündungsgabeln befindet sich eine Ampel für Fußgänger von ihr kann man bislang nur über eine Treppe zur Schloßstraße gelangen. Dem Kreisbauausschuss stellte Brust eine Rampenvariante Richtung Westen vor, die dann mitten im Anstieg der Y-Einmündung enden würde. Hier sahen etliche Kreisräte Gefahrenpunkte. Deshalb prüften die Planer eine Rampenführung mit einer Kehre nach Osten, nach der sie im spitzen Winkel zum Fuß der Treppe zurückführt. Diese Streckenführung wird rund 30.000 Euro mehr kosten als die Westvariante.

Für einen besseren Einfahrtswinkel am Ostarm der Schloßstraße fand Brust wegen des Geländegefälles keine Lösung. Die „Straßeneinrundung“ macht nämlich eine gut zwei Meter hohe Stützmauer Richtung ehemaligem Bahngleis notwendig. Trotzdem könnte kein Fahrzeug im 90-Grad-Winkel zur Kreisstraße stehen. Begrüßt wurde auch, dass der Zebrastreifen beim Friedhof durch eine Bedarfsampel ersetzt wird. Die Querung wird mehr frequentiert, seit dort der Bahntrassenweg auf die Kreisstraße trifft. Die gesamte Baumaßnahme inklusive der Leitungsauswechslungen wird ab Herbst 2020 bis ins Jahr 2022 in fünf Abschnitten durchgeführt. Die Teilstrecken, an denen gerade gebaut wird, werden dann weitgehend gesperrt werden müssen. Lösungen für Anwohner müssen immer aktuell mit der Bauleitung abgesprochen werden.

Die nötigen innerörtliche Umleitungen samt Ersatzbusstrecken sind ausgeklügelt, während der überörtliche Verkehr über die B470 geleitet werden soll. Die Gemeinde wird bei der Ausschilderung der Umleitungen auch Hinweise zur Anfahrt der im Bauabschnitt liegenden Geschäfte anbringen, sicherte Bürgermeister Büttner zu. Die Oesdorfer Ratsmitglieder wiesen auf die laufende Baustelle auf der B470 im Ortsteil hin. Eine Kollision der beiden Maßnahmen müsse im Interesse der Oesdorfer unbedingt vermieden werden. Von Ratsmitgliedern geäußerte Wünsche, zum Beispiel mehr Parkplätze am Friedhof, verwies Brust in die Zuständigkeit der Gemeinde – auch wenn ein räumlicher Zusammenhang mit der Maßnahme des Kreises bestehe.

Eine Möglichkeit, eine Tempo-30-Zone in der Ortsmitte auszuweisen, sah Brust nicht. Ebenso musste er eine Anregung, verwerfen, wonach beim Kanalausstausch ein eigener Regenwasserkanal mitgebaut werden sollte. Das Problem dabei sei, dass er keinen Überlauf haben könne, da kein Oberflächenwasser in die angrenzenden Weiher gelangen dürfe.

Pauline Lindner

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