Annafest 2021 trotz Pandemie? Das plant die Stadt Forchheim

15.4.2021, 15:45 Uhr
Gesperrte Keller: Auch die offizielle Saisoneröffnung im Kellerwald, die April angestanden wäre, ist wegen Corona abgesagt worden. 

Gesperrte Keller: Auch die offizielle Saisoneröffnung im Kellerwald, die April angestanden wäre, ist wegen Corona abgesagt worden.  © Berny Meyer

Noch steht der Termin für die diesjährige (im letzten Jahr abgesagte) 180. Jubiläumsausgabe auf der Internetseite der Stadt: Zwischen 23. Juli und 2. August soll heuer im Kellerwald gefeiert werden. Allerdings unter der Überschrift: „Aufgrund von Covid-19 ist leider eine kurzfristige Absage der Veranstaltung nicht auszuschließen.“

Das wirft die Frage auf, wie kurzfristig man eines der größten Volksfeste Nordbayerns absagen kann, das im Normalfall über elf Tage lang rund eine halbe Million Besucher anzieht – vor allem, wenn der „Normfall“ inmitten der dritten Pandemie-Welle noch lange nicht in Sicht ist?
Die Zulassungen für die Schaustellerbetriebe auf dem Annafest hat die Stadt zwar schon erteilt, allerdings enthalten die Verträge eine Vorbehaltsklausel bezüglich einer kurzfristigen Stornierung.

Noch Mitte März hatte der für den Kellerwald zuständige Bürgermeister Udo Schönfelder (CSU) den mit Blick auf ein Annafest 2021 erklärt: „Ich bin Realist.“ Darum plante man für drei mögliche Szenarien: Das Fest findet statt oder wird abgesagt oder erhält einen abgespeckten Rahmen (zum Beispiel ohne überregionale Werbung, mit Hygienekonzept und limitierter Sitzplatzzahl).

Inzwischen ist ein Monat vergangen, von einer Entspannung der Corona-Lage kann keine Rede sein – im Gegenteil. Und Schönfelder sagt: „Wir fahren auf Sicht.“ Man plane vier verschiedene Varianten, alle unter dem Vorbehalt, „dass wir herunterfahren müssen, wenn sich die Situation zuspitzt“.

Das sind:
1. Die ersatzlose Absage – „wovon man ausgehen müsste, wenn wir über allen Corona-Schwellenwerten liegen und wir weiterhin Lockdown haben“, erklärt der Bürgermeister.
2. Die Zwischenstufe A – im erwähnten abgespeckten Rahmen, „also kleineres Annafest“.
3. Die Zwischenstufe B – eine Art Kellerbetrieb mit Extras, „der dann nicht als Veranstaltung gelten und damit auch nicht den Namen ,Fest‘ tragen darf“. Schönfelder schwebt ein Kellerbetrieb „mit flankierender Musikproben von Musikvereinen“ vor oder auch „Fahrgeschäfte in einem eingezäunten Bereich mit Security und Personenzählung“. 
4. Das Annafest 2021 kann „überraschenderweise ganz normal stattfinden“.

Entscheidung im Mai

Anfang Mai, so Schönfelder, soll der Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Stadtrates eine endgültige Entscheidung fällen. Für den Bürgermeister jedoch steht fest: „Eine kleinere Lösung ist für mich besser als gar nix. “

Ein noch unkonkretes Thema, das aber auch für die künftigen Annafeste von großer Bedeutung ist, wurde derweil in der jüngsten Sitzung des städtischen Finanzausschusses angeschnitten: mögliche Fördergelder für die Sanierung des Kellerwaldes. Man wolle einfach schon einmal ermitteln, so die Kämmerei, welche Zuschüsse von wem „im Förderdschungel“, möglich seien. Oder, wie Schönfelder es ausdrückte: „Die eigentlichen Sanierungsmaßnahmen stehen im Vordergrund, aber wenn man einzelne Sachen so gestaltet kann, dass es Fördermittel gibt, ist das von Vorteil.“

Aufgelistet als potenzielle Zuschussgeber hatte Kämmerei-Mitarbeiter Christoph Schulz unter anderem das EU-Programm „Leader“ (für Projekte im ländlichen Raum), die Städtebauförderung, die Oberfrankenstiftung sowie soziale Programme wie die Aktion Mensch (für das Thema Barrierefreiheit). 

Ob man sich Mittel über die ebenfalls aufgelistete Waldförderrichtlinie des Freistaats erhoffen kann, wagte Stadtrat Ludwig Preusch (FW) aber zu bezweifeln – „weil unser Kellerwald ja im Wesentlichen als Freizeitgelände einzustufen ist“.

PHILIPP ROTHENBACHER