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Aufwändige Sanierung: So soll das Freibad Streitberg danach aussehen

Fördermittel für Generalüberholung fließen - Bad steht unter Denkmalschutz - 04.10.2020 08:00 Uhr

Das Gesicht des Streitberger Freibades wird sich verändern. 

© Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Relativ gut gerüstet kann Bürgermeister Marco Trautner (CSU/FWW) in das Koordinierungsgespräch gehen, das Anfang Oktober im Landratsamt anberaumt ist. Dort treffen sich Vertreter der Förderkulisse des Bundes für Bäder und die Kommunale Allianz Egloffstein-Gräfenberg-Wiesenttal, der bis zu 3,8 Millionen Euro für die Sanierung der drei Schwimmbäder zugesagt worden sind. Der Gemeinderat stimmte einhellig den von Claus Kalb und Jürgen Schönfelder entwickelten Sanierungsplänen zu. Besucher aus Egloffstein begleiteten die Debatte.

Das Freibad in Streitberg soll saniert werden. Der Gemeinderat stimmte den Plänen zu.

© Illustration: Architekt Jürgen Schönfelder


Seit rund zehn Jahren ist die aufwändige Sanierung im Gespräch, war aber ohne Fördermittel nicht zu realisieren. Nur der Umkleidetrakt im Süden wurde hergerichtet. 2018 bewarb sich Wiesenttal zusammen mit Egloffstein und Gräfenberg schon einmal beim Bundesförderprogramm, kam aber nicht zum Zuge. Auch beim bayerischen Pendant "prallten wir ab wie Mücken an der Wand", beschrieb Trautner den damaligen Frust. 

Erst als der Bund sein Programm stark erweiterte wurden die Fränkische-Schweiz-Gemeinden berücksichtigt. Kern der Sanierung des denkmalgeschützten Familien-Schwimmbads ist der Austausch des Beckens. Die zwei Fachleute rieten zu einem Becken aus Edelstahl. Es sei zwar rund 100.000 Euro teurer als ein Betonbau, habe aber eine Lebenserwartung von gut 50 Jahren und es fielen viel weniger Reinigungs- und Wartungsarbeiten an. 

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Die Größe des Beckens muss erhalten werden. Deshalb werden zwei abgegrenzte 25-Meter-Bahnen geschaffen und mittig durch einen Steg der Schwimmer- und der Nichtschwimmerbereich getrennt. Von Westen her soll der Nichtschwimmerbereich stufenlos tiefer werden. Westlich des Beckens soll das Planschbecken für die Kleinsten errichtet werden.

Die letzte Chance

Um die beiden Becken herum wird die Umgebung nach dem Stand der Technik neu hergerichtet. Wichtig ist den Streitbergern dabei ein direkter Zugang vom Kassenbereich zur Wiesent, ohne den Badebereich zu berühren. Die Gebäude zwischen den zwei Türmen im Westen werden Eingang und Technik beherbergen.

Schönfelder schlug vor, eines der alten Umkleideabteile zu erhalten. Auch ein Lagerraum für den Förderverein könnte dort Platz finden. Bei diesem Gebäudetrakt ist die Dacheindeckung zu erneuern. "Das ist unsere letzte Möglichkeit das Bad zu erneuern", betonte Trautner. "Die letzte aber größte Chance", ergänzte Gerhard Kraus (BGS). 

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Das Konzept ist in Zusammenarbeit mit dem Schwimmbad-Förderverein entstanden und verzichtet auf zu viele Spaßelemente. Denn es ist allen daran gelegen, dass die Kinder der Gemeinde und auch die der Gäste schwimmen lernen können. "Es bereichert die Gemeinde", betonte denn auch Claudia Hohe als Vorsitzende des Vereins. Touristen würden es schätzen, auch wenn sie in diesem Jahr an die Wiesent ausweichen mussten, weil die Hygieneauflagen für eine Öffnung im Coronajahr 2020 nicht zu stemmen waren.

Zahlen sind "ernüchternd"

"Die Zahlen sind ernüchternd, aber sie sind unsere Leitplanken", kommentierte Trautner die aktualisierte Kostenberechnung. Das Edelstahlbecken mit der Bädertechnik kommt auf rund eine Million Euro. Das Planschbecken soll demnach 150.000 Euro kosten. Und der Umbau des bestehenden Gebäudes rund 350.000 Euro. Die Planer haben in den Voranschlag viel hineingerechnet, selbst eine Solarbeckenheizung und Kassenautomaten. Letztlich summiert sich das Ganze auf 2,2 Millionen Euro. Dagegenrechnen darf die Gemeinde Wiesenttal einen Anteil von 1,3 Millionen Euro Förderung vom Bund. 

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Das ergibt rechnerisch einen Eigenanteil von rund 900.000 Euro. Nicht berücksichtigt sind Spenden und weitere Fördermittel etwa für den denkmalschützerischen Mehraufwand. Die Planer wiesen darauf hin, dass einiges zuerst weggelassen werden könnte, wie eine Rutsche, und manches auch in Eigenleistung erstellt werden könne. Der Förderverein sagte seine Bereitschaft bereits ausdrücklich zu.

Martin Hempfling vom Kreisjugendamt stellte dem Rat die Bedarfszahlen für Krippe und Kindergarten vor. Hempfling sah Handlungsbedarf für die Zukunft, denn die Einrichtungen würden zahlenmäßig gerade ausreichen.

Die drei Kindergartengruppen seien ausgelastet; die zweite Krippengruppe sei nur für den Übergang, weil der Betreuungsbedarf gerade bei den unter Dreijährigen gestiegen sei. Wiesenttal habe in Niederfellendorf ein Baugebiet ausgewiesen. Wenn dieses bezogen ist, dürfte mit einer weiter steigenden Nachfrage nach KiTa-Plätzen gerechnet werden.

PAULINE LINDNER

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