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Aus Leidenschaft den Job erweitert

Kabarettist Christian Springer erzählte im Ehrenbürg-Gymnasium über Syrien-Engagement - 26.10.2017 08:00 Uhr

Christian Springer, links, ist Kabarettist, doch am Ehrenbürg-Gymnasium, hier mit Direktor Karlheinz Schoofs, hat er ein ernstes Thema. © Foto: Annemarie Lucksch


In der Forchheimer Schule steht Christian Springer mal nicht in seiner Eigenschaft als einer der bekanntesten deutschen Kabarettisten vor dem Publikum, sondern als Gründer des Vereins Orienthelfer e.V., der sich für syrische Flüchtlinge einsetzt. Dass diese Hilfe bitter nötig ist, erläutert Christian Springer in einem energiegeladenen, kenntnis- und detailreichen Vortrag.

Der Gast bedankte sich bei der Schulgemeinschaft des Ehrenbürg-Gymnasiums für das langfristige Engagement. Die Schule unterstützt vor allem das "Haus des Lernens" in Bar Elias seit drei Jahren. Der Erlös eines Flohmarktes, vom Kuchenverkauf an Elternsprechabenden, von einem Spendenlauf und vom Praxis-Seminar Geographie erstellten Wanderführer wurden sämtlich an die Orienthelfer überwiesen.

Auch für dieses Schuljahr sind wieder Aktionen geplant, die dringend benötigtes Geld einbringen sollen. Denn seit nicht mehr täglich über Syrien berichtet wird, ist das Spendenaufkommen stark zurückgegangen. Die Lage ist aber nicht friedlicher geworden. Der Redner erklärt historische Zusammenhänge und stellt die Zustände in Syrien nach einem Militärputsch und dem Aufstieg der Assad-Familie dar.

Christian Springer ist selbst zweimal im Monat im Libanon. Zudem fühlt er sich dazu verpflichtet, humanitäre Hilfe zu leisten, da in Syrien fundamentale Menschenrechte missachtet werden. Immer wieder wird beobachtet, wie gezielt Helfer, Ärzte und Feuerwehrleute in die Schusslinien geraten. Der Referent hält es deshalb mit dem Prinzip des Roten Kreuzes, dass humanitäre Hilfe bedingungslos sein muss, also nicht vorher gefragt werden darf, ob derjenige, der dieser Hilfe bedarf, sie auch "verdient" habe.

Von allen Seiten bedroht

Der Syrien-Freund fasst zusammen, was die Lage der syrischen Flüchtlinge seiner Ansicht nach so verzweifelt macht: Präsident Assad behauptet, dass er keine Zivilisten verfolge, deshalb verlangen die Aufnahmeländer wie der Libanon, dass die Syrer nach Hause zurückkehren sollen, da ihre Gebiete die weitere Versorgung nicht mehr leisten könnten.

Ein syrischer General habe aber unmissverständlich gesagt, dass die Flüchtlinge niemals zurückkommen sollten, da man ihnen nicht "vergeben" werde. Wer flieht, gilt als Gegner Assads. Europa hat seine Grenzen geschlossen, so dass auch dort keine Zuflucht mehr zu finden ist. Die Flüchtlinge sind also nirgends willkommen.

Der Redner richtet einen leidenschaftlichen Appell an die Schülerinnen und Schüler, sich in der Schule anzustrengen, dort zu lernen, einfache Lösungen und angebliche Fakten zu hinterfragen und bei Wahlen das Kreuz nicht bei Parteien zu setzen, die scheinbar einfache Lösungen anbieten. Stattdessen sollen sie ihre Bildung dazu nutzen, Einfluss zu gewinnen und sich für Hilfsbedürftige einsetzen. Nach Ansicht Springers haben die Europäer die Pflicht zu helfen und die Syrer haben ein Recht auf Unterstützung.

Nach der Beantwortung einiger Fragen aus der Zuhörerschaft, die zeigen, wie bewegt die Anwesenden von dem Vortrag sind, dankte Direktor Karlheinz Schoofs dem Kabarettisten Christian Springer für sein Kommen und die hochinteressanten Informationen. Zum Abschluss erhielt Springer symbolisch eine Flasche Bier überreicht, die aus der Brauerei stammt, in der das Praxis-Seminar "Braukultur" der 12. Klasse stattfand, dessen Erlös ebenfalls gespendet wird.

ZAm 3. November um 19.30 Uhr tritt Christian Springer in Neunkirchen auf. Wer helfen will, kann Spenden auf das nachstehende Konto überweisen: Orienthelfer e.V., IBAN: DE92 7015 0000 0000 5741 11; BIC: SSKMDEMM 

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