Unendliche Geschichte

Autofahrer finden trotz Absperrungen Schlupflöcher am Pilatushof Hausen

17.6.2021, 12:10 Uhr
Frei nach Gandalf dem Zauberer kann Bürgermeister Ruppert nun Autofahrern am Pilatushof zurufen: Du kommst hier nicht durch! Aber: Jetzt fahren viele eben auf dem Radweg, der links vorbeiführt, bis zum Ende vor und biegen dann nach rechts auf den Parkplatz ein, obwohl Radler entgegen kommen. Das hat unsere Mitarbeiterin beobachtet. Trost: Auch Gandalf konnte das Ungeheuer nicht wirklich aufhalten.

Frei nach Gandalf dem Zauberer kann Bürgermeister Ruppert nun Autofahrern am Pilatushof zurufen: Du kommst hier nicht durch! Aber: Jetzt fahren viele eben auf dem Radweg, der links vorbeiführt, bis zum Ende vor und biegen dann nach rechts auf den Parkplatz ein, obwohl Radler entgegen kommen. Das hat unsere Mitarbeiterin beobachtet. Trost: Auch Gandalf konnte das Ungeheuer nicht wirklich aufhalten. © Foto: Alexander Hitschfel

Dort sei es verstärkt vorgekommen, dass Besucher des Pilatushofes über den dortigen Geh- und Radweg abgekürzt hätten und gar nicht den offiziellen Weg Einfahrtsweg befahren hätten. Solche Autofahrer hätten Fußgänger und Fahrradfahrer in Gefahr gebracht.

Deswegen habe die Gemeinde nun reagiert und die "Schlupflöcher" mit Absperrbaken großflächig abgesperrt, so dass nun wirklich kein Autofahrer mehr verbotenerweise über den Geh- und Radweg abkürzen kann.

Augenscheinlich entwickelt sich die radlerfreundliche Sperrung aber zu einer Verschlimmbesserung. Der Radweg verbindet die Radlerstrecken um den Hausener Kreisel mit der Straße in den Ort. Er wird außerordentlich viel von Radfahrern und Fußgängern benutzt, weil sie nur so den Kreisverkehr passieren können. Anstelle größerer Sicherheit für die Radfahrer wird diese eigens ausgewiesene Radstrecke durch die Missachtung des Einfahrtsverbots durch Autofahrer zu einer echten Gefahrenstrecke.

Zu den Nutzern gehören bei Weitem nicht nur Personen, die im Pilatuscampus einkaufen wollen, sondern auch viele Touristen. Das Ziel von vielen ist die Gastronomie.

Barriere wird umfahren

Obwohl an der Zufahrt für Autos in den Pilatusring zweimal ein Hinweispfeil angebracht ist, dass es so zum Pilatushof geht, und die Gemeinde an der vermeintlichen Zufahrt die Warnbarriere mit dem Hinweis "Keine Zufahrt" angebracht hat, ignorieren oder übersehen diese die meisten Autofahrer. Sie biegen trotzdem ein. Möglicherweise irritiert sie das seit Jahrzehnten vorhandene Tor zu einem Handwerksbetrieb.

Da die Gemeinde die Abfahrt vom Radweg zum Pilatusparkplatz ebenfalls durch Warnbarrieren abgesperrt hat, wenden die Autofahrer nicht, sondern fahren den Radweg in fast kompletter Länge Richtung Kreisel, weil dort ein Schotterstück das Einfahren auf den Gastroparkplatz zulässt.

Das Fehlverhalten geht so weit, dass eine – verstört wirkende – Autofahrerin den Parkplatz über den Radweg direkt Richtung Kreisel verließ und dort über die Radwegquerungsmarkierung in den Verkehr auf der B 470 einfädelte, wie Radfahrer mit Schrecken beobachtet haben.

Neue Lagerhalle für den Edeka-Markt Hausen beantragt

Kurz berichtete Ruppert auch über die Pläne des ortsansässigen Edekamarktinhabers, beziehungsweise von dessen Schwiegersohn, der an den bestehenden Markt noch eine zehn auf 15 Meter große Lagerhalle für die Herstellung und Lagerung von Spielgeräten für Mehrgenerationenspielplätze anbauen möchte.

Die Pläne eines Baubewerbers, am Ortseingang von Hausen eine Container-Siedlung anzulegen, wurden vom Bauausschuss einstimmig abgelehnt. Man wolle sich den Ortseingang nicht "verschandeln", so der Tenor im Bauausschuss.

Die Pläne des Baubewerbers sahen vor, das Vorhaben in mehreren Schritten zu realisieren. Entstehen sollte ein "Containerdorf" am Ortseingang von Hausen. In einem ersten Schritt sollten am südlichen Areal des Grundstücks 40 20-Fuß-Container mit Abmessungen von 6,05 Meter auf 2,43 Meter auf 2,59 Meter aufgestellt werden.

Für Wohnmobile

Der verbleibende Bereich Richtung Norden sollte vorübergehend als Stellplatz für Wohnmobile genutzt werden. Das Grundstück solle umzäunt und mit einem Tor versehen werden, stellte Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) das Vorhaben des Baubewerbers vor.

Der Zugang zum Grundstück solle mit einem Nummerncode versehen werden; ein Beleuchtungsmast solle in der Mitte des Grundstücks aufgestellt werden. In einem zweiten Bauabschnitt in ein paar Jahren sollen dann weitere 40 Großcontainer im nördlichen Bereich aufgestellt werden.

Hierdurch würden dann die Wohnmobilstellplätze wieder verschwinden. In einem dritten und vierten Bauabschnitt sollten dann auf die bestehenden Großcontainer nochmals mit zehn-Fuß-Container aufgestockt werden. Die Gesamthöhe von sieben Metern – laut Bebauungsplan – würde eingehalten, so Ruppert.

Die Flächen in den Containern sollen an Privat- und Gewerbekunden zu Lagerzwecken vermietet werden. Franz-Josef Ismaier (CSU) sprach aus, was die anderen Bauausschussmitglieder dachten: "Bitte nicht am Ortseingang, dies kommt nicht gut", so Ismaier.

Bei der anschließenden Abstimmung entschied sich der Bauausschuss einstimmig gegen das Bauvorhaben.

Bürgermeister Bernd Ruppert informierte in der Sitzung weiter darüber, dass für die Friedhöfe in Hausen und Wimmelbach nun zwei Sackkarren angeschafft wurden, die von den Friedhofsbesuchern für die Grabpflege ausgeliehen werden können.

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