Angespannte Lage

Bereitet sich das Klinikum Forchheim auf die Triage vor?

Patrick Schroll
Patrick Schroll

stv. Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim

E-Mail zur Autorenseite

22.11.2021, 19:56 Uhr
Das Klinikum baut die Covid-Versorgug weiter aus. 

Das Klinikum baut die Covid-Versorgug weiter aus.  © Giulia Iannicelli, NN

Stand Montag sind von 13 Intensivbetten zehn belegt. Davon drei mit positiv getesteten Patienten, wovon wiederum zwei invasiv beatmet werden. Insgesamt hat das Klinikum 14 Betten. "Eines ist gesperrt, um die aufwendige Covid-Patientenversorung sicherzustellen", teilt Pressesprecherin Franka Struve auf NN-Nachfrage mit.

Verlegung auf die Intensivstation nicht immer wegen Covid-19

Sie sagt auch: "Der Grund für die Verlegung auf die Intensivstation muss bei positiv Getesteten nicht immer Covid-19 sein. So wurde am Montag ein Herzinfarktpatient, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, von Ebermannstadt auf die Intensivstation nach Forchheim verlegt."

Auf der Isolierstation, die letzte Woche um sechs Betten für Verdachtsfälle erweitert wurde, seien im Moment 28 positiv Getestete und acht Verdachtsfälle. Das entspricht einer Verdopplung der Verdachtsfälle seit Freitag letzter Woche von vier auf acht, so Struve. "Diese Woche sollen die Ressourcen für die Covid-Versorgung noch weiter ausgebaut werden." Weil derzeit noch drei Intensivbetten frei sind, sei eine Triage derzeit keine Option.

"Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist zum jetzigen Zeitpunkt in der Lage die Gesundheits- und Notfallversorgung zu meistern. In Absprache mit der Rettungsleitstelle und den Kliniken in der Umgebung werden Patienten dort eingewiesen, wo ihnen die optimalste Behandlung zugute kommt", sagt Struve.

Triage "als letztes Mittel"

Klinik-Geschäftsführer Sven Oelkers erklärt dazu: "Falls nichts mehr geht und auch die umliegenden Kliniken keine Kapazitäten mehr haben sollten, ist die Triage der letzte Ausweg. Auch das Thema haben wir bei den vergangen Wellen schon mit in den Überlegungen simuliert, es ist aber nicht zum Tragen gekommen."

Klinik-Geschäftsführer Sven Oelkers.

Klinik-Geschäftsführer Sven Oelkers. © Stefan Hippel, NN

Dass aus theoretischen Überlegungen keine praktischen Folgen folgen, wird von der Entwicklung der Pandemie in den nächsten Tagen und Wochen abhängig sein. Oelkers: "Falls es diesmal soweit kommt, was wir nicht hoffen, wird als letztes Mittel die Triage greifen."

Bei der sogenannten Triage müssen die Ärztinnen und Ärzte entscheiden, wen von den Patienten sie vorrangig behandeln und wer noch warten muss - obwohl alle gleichermaßen dringend zu behandeln wären.