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Bier aus der Fränkischen Schweiz landet wegen Corona im Gurkenglas

Mehrere Brauereien müssen Bier in Folge der Corona-Pandemie in den Abfluss schütten - 11.05.2020 10:28 Uhr

Die Brauerei Friedmann in Gräfenberg hat einen besonderen Aufruf gestartet und damit ihr gebrautes Bier gerettet. © Foto: Rolf Riedel


Wer den vielbesuchten "Fünf-Seidla-Steig" absolviert, kommt auch an den beiden Braustätten in der Ritter-Wirnt-Stadt Gräfenberg nicht vorbei. Die beiden Traditionsbrauereien Friedman und Lindenbräu brauen beide noch immer streng nach dem bayerischen Reinheitsgebot, nach dem zur Bierherstellung nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zugelassen sind.

Außerdem werden sämtliche Biere nur einfach filtriert und auch nicht kurzzeiterhitzt. Das hat unweigerlich zur Folge, dass die dort hergestellten Biere einen besonderen Geschmack entwickeln, der von den großen, überregional agierenden Brauereien so oftmals nicht geboten werden kann. Zudem werden von der Brauerei Friedmann keine Stabilisatoren verwendet, wie Barbara Friedmann-Merkel, die 2016 nach einer Ausbildung in 5. Generation in die von Christoph Friedmann 1875 gegründete Braustätte einstieg, ausdrücklich versichert. 

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Das hat aber auch den Nachteil, dass das Bier der beiden Gräfenberger Braustätten nicht so lange lagerfähig ist. Die Corona-Pandemie und das daraus entstandene Verbot, die Ausschankstätten sofort zu schließen, hat diese kleineren Braustätten dazu gezwungen, das in Fässern abgefüllte Bier, welches das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht hatte und von der Gastronomie nicht mehr abgenommen werden konnte, zu vernichten. Das schon an die Gastronomie ausgelieferte Bier wurde von den Brauereien zurück geholt und erstattet.

"So viel, wie ein Franke trinken kann"

Wie schon zu hören war, wurde deshalb von anderen Brauereien zwangsläufig das mit viel Aufwand hergestellte Erzeugnis auf unterschiedliche Art entsorgt. Nicht so bei den Gräfenberger Brauereien Friedmann und Lindenbräu. Dort fand man eine andere Möglichkeit, den Gerstensaft noch sinnvoll zu verwerten. Bei Friedmann erhielt jeder Kunde, der seine Getränke an der Rampe abholte, ab dem 20. März bei der Abnahme eines Kastens, also 20 Flaschen "so viel Fassbier wie ein Franke am Tag trinken konnte" gratis dazu. Der Kunde musste nur ein Gefäß mitbringen.

Wie Barbara Friedmann-Merkel erzählt, war vom Gurkenglas bis zur Milchkanne so ziemlich alles dabei. Anders bei der Lindenbräu. Dort wurde ein Teil des gebrauten Bieres zur Herstellung von Bierschnaps verwendet, so Ralf Stockum-Brehmer. Die Brauereien griffen auch ihren Wirten unter die Arme: Bei Friedmann erließ man den Pächtern vom Friedmann´s-Bräustüberl, vom Gasthaus zum Goldenen Stiefel und vom "Biergarten zum Bergschlösschen" für die Zeit der verordneten Gaststättenschließung die Pacht. Bei Stiefel, im Bräustüberl und bei Lindenbräu-Brehmer wird von Freitag bis einschließlich Sonntag Essen zur Abholung angeboten.

Gaststätten wie Brauereien schauen hoffnungsvoll dem 25. Mai entgegen, an dem in Bayern eine ganze Reihe von Beschränkungen fallen sollen und dann auch der Besuch von Gaststätten wieder möglich sein soll. 

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ROLF RIEDEL

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