Montag, 12.04.2021

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Bierkeller im Kellerwald Forchheim öffnen: Das müssen Sie wissen

Gemeinsam an einer Bank geht nur mit Einschränkungen - Schließzeit: 20 Uhr - 13.05.2020 06:00 Uhr

Nur Familien oder zwei Hausstände dürfen gemeinsam an einer Bierbank sitzen. Ansonsten gelten 1,5 Meter Abstand. Um 20 Uhr wird die Außengastronomie geschlossen.

26.09.2016 © Anestis Aslanidis


„Die Menschen sind heiß drauf“, sagt Birgit Hempel. Seitdem Ministerpräsident Markus Söder zuletzt die Öffnung von Biergärten (und -kellern) angekündigt hat, steht bei der Wirtin des Schindler-Kellers das Telefon nicht mehr still. „Ich hab schon Reservierungen angenommen“, sagt Hempel, die sich zusammen mit ihrem Team auf den Start der Saison vorbereitet. „Die Blumen sind gepflanzt, mein Keller steht bereit“, ssagt die Wirtin.

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Die Tische stehen schon draußen unter dem Dach parat und warten auf Bier- und Brotzeitgänger. Denn unter dem Dach sei man auch ein wenig vor windigem und im schlimmsten Falle nassem Kellerwetter geschützt. Zwar hätte der Schindler-Keller auch eine gemütliche wind- und wettergeschützte Ausweichmöglichkeit im Häuschen, „doch unser Stübla dürfen wir ja noch nicht öffnen, das ist verboten“, sagt Hempel.

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Der Zuspruch ihrer Gäste sei in den vergangenen Wochen sehr groß gewesen, auch über die sozialen Medien, erzählt die Wirtin, „die Menschen nehmen Anteil, das freut mich sehr“. Jetzt hoffe man auf perfektes Kellerwetter.

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Und doch blieben noch eine Menge Fragen im Vorfeld, auf die es (noch) keine Antworten gibt: „Wo stelle ich das Desinfektionsmittel hin?“ etwa. Oder: „Müssen wir auch die Adressen der Kellerbesucher verlangen, was ist mit dem Datenschutz?“, fragt sich Hempel. „Wir wissen, wann wir öffnen dürfen, aber im Moment noch nicht wie. Wir haben noch keine Anweisungen der DEHOGA bekommen.“

Ähnlich geht es auch Carola Bernklau, Wirtin des Neder-Kellers. „Wir warten auf die Vorgaben“, sagt sie noch am Dienstagvormittag. Dass mit Mundschutz bedient werden müsse „das steht fest“, sagt Bernklau. Doch müssen die Gäste auch Mundschutz tragen – solange bis sie auf der Bierbank sitzen? Und ihn wieder tragen, wenn sie ins Haus auf die Toilette gehen? Wie viele Menschen dürfen überhaupt gemeinsam an einer Bierbank sitzen? All das fragt sich Bernklau.

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Wenige Stunden später liefert Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, im Anschluss der Sitzung des Bayerischen Ministerrats bei einer Pressekonferenz die Antwort: Man wolle „den Kurs der Vorsicht und der Umsicht fortsetzen“, so Herrmann. Dazu gehöre auch, dass 1,50 Meter Abstand zu halten sei. Familien oder zwei Hausstände dürften dabei an einem Tisch sitzen, es gelte eine Mundschutzpflicht – außer am Tisch. Bis 20 Uhr ist die Außengastronomie zulässig.

Am Mittwoch, 20. Mai, will Matthias Muß den Winterbauer-Keller wieder aufsperren. Um den nötigen Abstand zu gewährleisten, werde nur „jede zweite Biertisch-Garnitur aufgestellt“, sagt Muß. Weil es weniger Plätze gibt, wird der Wirt weniger Kellner einsetzen. Auch Speisekarten könnten eine mögliche Gefahrenquelle sein, sagt Muß, deswegen werde er Einwegkarten drucken lassen.

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Carola Bernklau treibt eine weitere Frage um: Seit vielen Jahren, erzählt sie, „haben wir in den Sommermonaten unser Personal aus Ungarn“. Saison-Mitarbeiter, die auf dem Neder bedienen, eingearbeitet sind, sich auskennen. „Doch wann dürfen die Arbeiter wieder rein zu uns nach Bayern?“, fragt sich Bernklau. Viel Zeit bleibt ihr nicht mehr, doch immerhin einen Plan B in der Tasche: „Wenn wir kein Personal bekommen, dann starten wir notfalls mit Selbstbedienung.“

In die Eröffnungswoche fällt mit Christi Himmelfahrt und somit auch dem Vatertag ein klassischer Ausflugstag. „Normalerweise ist der Vatertag unser umsatzstärkster Tag im Jahr“, sagt Bernklau. Doch heuer will sie den Neder-Keller da ganz bewusst geschlossen halten. Bernklau sieht sie vor sich, die Biertrinker mit Bollerwagen, die angeheitert auf ihrem Keller Rast machen: „Da hält doch keiner Abstand“, sagt sie, „das ist mir zu riskant“.

Geöffnet haben ab Montag, 18. Mai, folgende Forchheimer Keller: Glockenkeller, Schindler-Keller, Hebendanz-Keller, Greifs Keller und Neder-Keller. Und ab Dienstag, 19. Mai, öffnet der Eichhorn-Keller, ab Mittwoch, 20. Mai, der Winterbauer-Keller.

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Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

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Sie sind ein Freund der fränkischen Bierkultur? Und schätzen die regionalen Privatbrauereien? Wunderbar. Aber erkennen Sie die Brauerei auch am Kronkorken? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Quiz!

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

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