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Sonntag, 20.10.2019

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Brandschaden an Forchheimer Bastionsmauer will keiner zahlen

Stadt will nochmal mit der Versicherung reden - 14.03.2019 19:19 Uhr

Blick über die Absperrung am Tag nach dem Brand auf der Bastion: Der Bar-Container ist zerstört, die Flammen beschädigten unter anderem die Mauer. © F.: Huber


Nach Angaben der städtischen Pressestelle konnte kein Verursacher für das Feuer festgestellt werden. Daher sind weder die Versicherung der Stadt noch die der Kaiserstrand-Veranstalter bereit, für den Schaden aufzukommen.

Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, wird von der Stadt nicht mitgeteilt. Das Areal ist derzeit abgesperrt und darf nicht betreten werden, außer von Mitarbeitern der Event-Agentur, die ihren Strand nun zurückbauen muss. Nach Augenzeugenberichten hat das Feuer die Mauer über mehrere Meter hinweg beschädigt. Der Sandstein "bröselt", heißt es.

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Die Stadt teilt mit, sie wolle noch einmal das Gespräch mit der Versicherung suchen, um vielleicht doch eine Kulanzregelung herbeizuführen. Wirtschaftsförderer Viktor Naumann, in dessen Zuständigkeit die Angelegenheit fällt, hatte letzte Woche bei der Verkündung des Strand-Aus erklärt, der Stadt sei durch die zweijährige Gastro-Nutzung "kein finanzieller Schaden entstanden".

Die Stadt und ihre Mauern: Wenige Meter weiter klafft seit mehr als einem Jahr ein Loch in der Befestigung des Pfalzgrabens. Auch hier konnte kein Schuldiger gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden. Die Reparatur wird einige Tausend Euro kosten.

Nutzung von Anfang an umstritten

Die Nutzung der Bastion hinter dem Saltorturm war von Anfang an umstritten, nicht nur wegen der Art der Gastronomie und nicht nur wegen der ästhetischen Unverträglichkeit von Eventmobiliar und Stadtbild. Sondern auch wegen der möglichen Folgen für die historische Bausubstanz. Die Grillhütte, die in der Nacht zum 9. April letzten Jahres in Flammen aufgegangen ist, stand unmittelbar vor der Mauerkrone.

Schon einmal ist in Forchheim eine Imbissbude explodiert, auf dem Weihnachtsmarkt nämlich, mit beträchtlichen Schäden fürs Rathaus, vor dem sie aufgestellt war. Seither steht die Fressbude weit weg von den Gebäuden.

Im vergangenen Jahr legten Stadt und Feuerwehr großen Wert auf die Feststellung, dass die aus unbekannten Gründen kurz vor Beginn der Saison abgebrannte Hütte, ein Bar-Container, allen brandschutzrechtlichen Forderungen und Genehmigungen entsprochen habe. Auch die vorgeschriebenen Abstandsflächen zur Kaiserpfalz seien eingehalten worden, hieß es damals.

ULRICH GRASER

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