Samstag, 28.11.2020

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Burg Pottenstein: Eine Mauer ist fast wieder fertig

Der Besitzer sagt, die Sicherheit sei nach dem Vorfall von 2007 wieder hergestellt - 08.11.2020 18:42 Uhr

Thilo Freiherr von Wintzingerode zeigt auf die Mauer, an der aktuell gearbeitet wird. Dabei handelt es sich um die Wand „9.1“. Hier ist 2007 das Mauerwerk herausgebrochen. Das Ausbruchsloch ist bereits geschlossen und nächste Woche kann mit der Arbeit an der Wand „9.2“ begonnen werden.

08.11.2020 © Foto: Ralf Münch


"Betroffen von den Arbeiten sind die Wand 9.1 und die Wand 9.2 von der südlichen Wehrmauer Oberburg", erklärt von Wintzingerode. Aus Wand "9.1" ist 2007 das Mauerwerk herausgebrochen. "Seit dem 23. Oktober ist das Mauerausbruchsloch geschlossen. Das ist ein Großteil der Sicherheit", sagt von Wintzingerode.

Eigentlich hätten die Sanierungsarbeiten schon im vergangenen Jahr beginnen sollen. "Wir waren schon letzten Sommer soweit. Da wurde uns gesagt, dass das klappen könnte." Daraufhin wurde schon alles vorbereitet, um im Herbst zu beginnen. Da aber die Zusage der finanziellen Unterstützung fehlte, wurde daraus nichts. Jetzt ist die Zusicherung da. Die endgültige Freigabe kam am 6. Oktober, am 9. wurde gleich das Gerüst aufgebaut. "Wir bekommen bei der Maßnahme jetzt theoretisch 90 Prozent", sagt von Wintzingerode. 65 Prozent würden vom Landesamt für Denkmalpflege und 25 Prozent von der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung zur Verfügung gestellt.

Stahlanker bringen Stabilität

"Die zehn Prozent übernehmen wir, theoretisch", sagt von Wintzingerode. "Wenn die Kosten höher ausfallen sollten, dann werden es vielleicht auch nur noch 80 Prozent", ergänzt er. Er freue sich zwar, wenn es bei den 90 Prozent bleibe, gehe aber nicht davon aus. Es könnten immer Sachen hinzukommen, die man nicht einplanen kann.

Wie hoch die Kosten am Schluss ausfallen, weiß er noch nicht. Die Arbeiten stünden erst am Anfang. "Was wir jetzt in diese Baustelle investieren, wissen wir selber noch nicht so genau. Auf jeden Fall eine hohe fünfstellige Summe. Das schüttelt man nicht mal so aus dem Ärmel", sagt der Eigentümer. Es seien jetzt schon knapp 30 000 Euro in die Mauer investiert worden. Daher sei man über die finanzielle Unterstützung auch sehr dankbar.

Um das Mauerausbruchsloch zu sichern, haben die Arbeiter zwei große Löcher gebohrt und Stahlanker hineingelegt. "In der ganzen Mauer befinden sich jetzt Plastikröhrchen. Manche sind 50 Zentimeter tief, manche 30 Zentimeter. Die Arbeiter sind schon dabei, diese Röhrchen und Ankerbohrungen zuzumachen. An den gemauerten Stellen und dem alten Mauerbestand wurde vernadelt", erklärt von Wintzingerode: "Da haben die durchgebohrt und Stahlnadeln mit 16 Millimetern Durchmesser hineingeführt." Diese werden dann mit Trasszementmörtel verpresst. Diese ganzen Arbeiten seien zwar sehr aufwändig, dadurch würde aber ein guter Verbund entstehen: "Das passiert alles diese Woche. Die Mauer ist zu 95 Prozent fertig."

Die Krone kommt zum Schluss

Die Arbeiten an der zweiten Mauer sollen nächste Woche beginnen. Hierfür stellen die Arbeiter zuerst das Gerüst auf. Unten an der Mauer bohren sie dann zwei Meter tiefe Löcher in den Fels. In diese Löcher steckt man vier Meter lange Eisenträger und verpresst diese. Auf den herausstehenden Trägern errichten die Arbeiter dann eine Holzplattform. Sobald der erste Abschnitt fertig ist, wird das Gerüst auf die zweite Plattform verlegt und erweitert.

Die Arbeiten an der Burgmauer werden voraussichtlich Anfang Juni 2021 beendet sein. In diesem Jahr sollen noch Maßnahmen, die mit der Gestaltung zu tun haben, erledigt werden. "Das Netz wird Stück für Stück abgebaut und in dem Bereich dann verfugt." Dies sehe nicht nur besser aus, sondern verhindere auch, dass Wasser in die Fugen eindringt. Die Mauerkrone komme dann zum Schluss dran; der weitere Fortschritt hänge von der Witterung ab.

FLORIAN ZEILMANN E-Mail

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