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Bürgernähe Heiligenstadt setzt auf Erfahrung

Bernd Büttner tritt mit seinen 64 Jahren als Bürgermeisterkandidat an - 14.01.2020 16:46 Uhr

Bernd Büttner und die Liste Bürgernähe Heiligenstadt. Der Kandidat sieht einige Fehlentwicklungen der letzten Jahre, die er korrigieren möchte. © Foto: Stefan Braun


Der gewählte Marktgemeinderat - die BN stellt gemeinsam mit der CSU die größte Fraktion im aktuellen Marktgemeinderat - hält einen kompletten Newcomer derzeit für nicht hilfreich für Heiligenstadt.

"Um all das, was ansteht, anzutreiben, weiterzuentwickeln und fertigzustellen brauchen wir unserer Meinung nach keinen neuen Bürgermeister, der noch nie in der Kommunalpolitik tätig war und sich erst einarbeiten muss. Zumal wir ja auch noch Probleme in der Verwaltung haben. Mit einem unerfahrenen Newcomer laufen wir Gefahr, viel Zeit in der Weiterentwicklung unserer Gemeinde und im Wettbewerb mit anderen Gemeinden zu verlieren."

Weiter argumentierte der gelernte Bäckermeister, dass auch die zusätzliche Belastung für Geschäftsleiter Rüdiger Schmidt, "der ja als Geschäftsführer der Breitband GmbH und mit den vielen neuen Mitarbeitern ohnehin stark eingespannt ist", zu viel wäre.

Alter kein Nachteil

Büttner selbst brachte in seiner "Bewerbungsrede" auch sein Alter (64 Jahre) ins Spiel, sieht darin aber aufgrund seiner Erfahrung eher eine Chance für die Gemeinde: "Wir und ich wissen aus leidvoller Erfahrung, was zu verändern und was dringlich ist. Für diesen Politikwechsel stehe ich". Einem potentiellen neuen jüngeren Bürgermeister würden durch die von ihm herbeigeführten Veränderungen die Arbeit nach seiner Amtszeit die Arbeit sehr erleichtert.

Als positives Beispiel, dass auch ältere Leute gute Politik machen können, brachte er Konrad Adenauer ins Spiel: "Als der das erste Mal zum Bundeskanzler gewählt wurde, war er 73 Jahre alt." Auf das, was nach der Wahl zu tun sei, ging Büttner bereits zuvor ein. Unter anderem erwähnte er hier den weiteren Breitbandausbau, das Feuerwehrhaus, den Hort, die Jugend- und Seniorenarbeit und weitere zahlreiche Projekte. Große Versprechungen könne er aber aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht machen.

Kritische Worte richtete der BN-Bürgermeisterkandidat an Amtsinhaber Helmut Krämer, ohne diesen namentlich zu erwähnen: "Wir brauchen unbedingt eine Änderung im Politikstil, ich meine damit die Art und Weise, wie in der Vergangenheit mit dem Bürger umgegangen worden ist. Ein Bürgermeister ist nicht dafür gewählt, über den Kopf der Bürger hinweg Entscheidungen zu treffen, sondern mit den Bürgern zusammen unsere Gemeinde voranzubringen und weiter zu entwickeln."

Bereits in seiner kurzen Begrüßungsansprache, verbunden mit einem Rückblick auf die abgelaufenen sechs Jahre, hatte er hervorgehoben, dass erst durch die Initiative der BN im Hauptort sowie in Oberleinleiter und Tiefenpölz wieder Bürgerversammlungen abgehalten wurden: "Das war ganz schön happig, vorher gab es sieben Jahre keine."

Zwei Gegenstimmen

In der geheimen Abstimmung, als Wahlleiter fungierte Kreisbrandmeister Siegfried Kormann, erhielt Büttner 35 von 37 Stimmen. Auf der einstimmig angenommenen Liste der BN stehen auf den ersten drei Plätzen nach Büttner mit Georg Bittel, Anke Kraasz und Heiko Ott aktive Mitglieder des Marktgemeinderats.

Auf Platz fünf folgt mit Matthias Kramer das erste neue Gesicht. Bis zum Wahltermin am 15 März plant die BN elf weitere Wahlveranstaltungen, "an denen ich etwas mehr sagen werde, es heißt ja Wahlkampf", sagte Büttner abschließend.

Die Kandidierenden:

Bernd Büttner, Georg Bittel, Anke Kraasz, Heiko Ott, Matthias Kramer, Mario Kraus, Thomas Hänchen, Manuela Scheuring, Rainer Hofknecht, Alexander Lämmlein, Siegfried Kormann, Thomas Stadter, Frank Wolf-Puff, Matthias Scheuring, Rudolf Herbst, Hans Bähr.

Ersatz: Peter Brehm, Rudolf Bäuerlein.

STEFAN BRAUN

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