Mittwoch, 25.11.2020

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Bürgerversammlung in Kauernhofen: "Jetzt spreche ich Tacheles"

Schirnaidler Straße und ein neues Ortszentrum waren große Themen - 18.02.2020 18:26 Uhr

57 Bürger und 13 Gemeinderäte waren bei der Bürgerversammlung in Kauernhofen vor Ort. Großes Thema war das bevorstehende Bürgerbegehren zum Bebauungsplan „Schirnaidler Straße“. Auch um das ehemalige Gasthaus (Bild) ging es.

18.02.2020 © Foto: Marquard Och


Am vergangenen Montag hat Astrid Amon-Bollenbeck von der Initiative gegen den Bebauungsplan "Schirnaidler Straße" den Antrag für das Bürgerbegehren bei der Verwaltung eingereicht. "Der Bürgerentscheid findet am 17. Mai statt", kündigte Bürgermeister Claus Schwarzmann (Bürgerbund) in der Bürgerversammlung Kauernhofen an. Das Dorfthema Gemeinschaftsscheune/Abbruch des ehemaligen Gasthofs Eismann rückte damit in die zweite Reihe. Hans Rosemann stellte fest: "Das Kompromissangebot der Gemeinde ist beim Runden Tisch gescheitert. Jetzt ein Bürgerbegehren zu inszenieren halte ich schon für fraglich."

Die Antwort von Initiator Martin Albert: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, 1000 Unterschriebenen nicht zuzumuten, dass die Gärten in das Baugebiet einbezogen werden. Viele haben nicht nur wegen der entfallenden Bäume unterschrieben, sondern weil sie auch die dreigeschossige Bauweise in Richtung Friedhof nicht wollen. Wir wissen aber selbst nicht, was richtig oder falsch ist."

"Die Leute ziehen woanders hin"

Zu Rosemanns Entgegnung, "durch das Bürgerbegehren ziehen die Leute woanders hin, die uns dann fehlen", sagte Albert: "Ihr habt eure Leute nicht vollumfänglich informiert." Albert weiter: "Selbst wenn der Entscheid scheitert, verzögert sich das Bauen höchstens um ein Jahr."

Rosemann, der Ex-Leiter des Lidl-Zentrallagers in Eggolsheim, sagte, inzwischen selbst Kritiker der Flächenversiegelung von Lidl zu sein. Rosemann ließ Alberts Verweis auf die Stellungnahme des Bunds Naturschutz gegen Versiegelung nicht gelten: "Ihr versucht ein demokratisch zustande gekommenes Verfahren in die Länge zu ziehen oder zu konterkarieren", so sein Vorwurf.

Hier griff Bürgermeister Schwarzmann ein: "Jetzt spreche ich Tacheles. Mit Bauland hier und 70 Bauplätzen in der Point haben sich bereits vorherige Gemeinderäte beschäftigt. Doch Kernstücke in der Point waren nicht zu bekommen. Darauf entstanden 35 Häuser am Lindnergelände. Kein Mensch hat sich um die verwilderte Streuobstwiese gekümmert, die für die Friedhofserweiterung vorgesehen war, bis der Bauhof aufgeräumt hat. Nach dem 17:1 Ratsbeschluss und der Einbeziehung in Isek, jetzt kurz vor knapp um Adam und Eva zu diskutieren, da krieg ich ein Problem mit der Demokratie", zog Schwarzmann vom Leder. "Der Bürgerentscheid ist das gute Recht der Bürgerschaft, der Entscheid ist einem Gemeinderatsbeschluss gleichzusetzen", beharrte JB-Bürgermeisterkandidat Albert.

"Für mich war der Runde Tisch eine fadenscheinige Schauveranstaltung, da kann ich drauf verzichten. Wir haben nur einseitige Argumente gehört, keinen Gegenvorschlag. Das war eine Farce", donnerte Claus Schwarzmann. Damit war das Thema in der Versammlung vorerst beendet.

Scheune als Ortszentrum

Zum Fortgang der einfachen Dorferneuerung seien 1,2 Millionen Euro bereitgestellt, für den Anbau des Feuerwehrhauses können die Aufträge vergeben werden, Baubeginn ist im Jahr 2021, informierte der Bürgermeister. Für die Gemeinschaftsscheune – eine andere Baustelle – seien vor Ort noch Abstimmungen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung zu treffen. Auf jeden Fall sei die Maßnahme zu 80 Prozent zuschussfähig. "Im Horizont von vier Jahren könnte das ein richtiges Ortszentrum werden, außer ihr wollt das Wirtshaus hier erhalten", stellte Schwarzmann nicht ganz ernsthaft zur Wahl.

Ein Appell am Ende

Irmgard Heckmann (FW) monierte den kaputten Trog des Dorfbrunnens. "Da kriegen wir bis Ostern einen neuen hin", versprach Schwarzmann. Josef Kohlmann vom Soldaten- und Reserveverein regte Ausbesserungen an den Kreuzwegstationen an. Den Vorschlag des Bürgermeisters für einen 2000 Euro Vereinsbeitrag nahmen die Mitglieder spontan an.

Auch hier am Ende der Appell von Claus Schwarzmann: Am 15. März zur Wahl gehen, am 17. Mai den Bürgerentscheid wahrnehmen.

MARQUARD OCH

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