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Corona-Impfung: Die 95 ersten Spritzen sind verabreicht

Nach der Panne starten Corona-Impfungen in Forchheim mit einem Tag Verspätung - 28.12.2020 19:32 Uhr

Im Demenzzentrum Lindenhof in Unterleinleiter wurden am Montagmittag 70 Bewohner und Mitarbeiter geimpft. Darunter auch Einrichtungsleiter Matthias Bretfeld.

28.12.2020 © Foto: privat


Der 81-Jährige hat in der Zeitung vom Impfstart gelesen, kurzerhand zum Telefon gegriffen und sich angemeldet. "Das war für mich selbstverständlich", sagt er. Gekommen ist er mit seiner Frau Sabine, die als 63-Jährige diesmal "nur" als Begleitung dabei ist: "Aber wenn ich an der Reihe bin, werde ich mich ebenfalls impfen lassen".

Unklare Kühlkette

Ihr Mann hat ihr da schon längst bewiesen, dass dies keine große Sache ist. "Ein kleiner Piks, mehr war‘s nicht", erklärt er nach der Impfung. Einige Minuten lang muss er noch warten, damit eventuelle Reaktionen ausgeschlossen sind. "Leute, die fit und vital sind, bleiben etwa fünf Minuten zur Nachbeobachtung, wer dies nicht ist, wird bis zu einer halben Stunde beobachtet", erläutert Sebastian Weiß vom ASB-Forchheim, der neben dem Ärztenetzwerk UGeF das Impfzentrum betreibt. Dass es am Ende doch so schnell ging mit dem Impfstart, war am Sonntag noch nicht absehbar und stand selbst am Montag noch einmal in Frage. Denn in der Charge der Impfdosen, die in ganz Oberfranken ausgeliefert worden war, waren Unregelmäßigkeiten bei der Kühlung festgestellt worden.

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So lief der Start der Corona-Impfungen im Landkreis Forchheim

95 Personen wurden am ersten Tag, nachdem der Corona-Impfstoff im Landkreis Forchheim angekommen ist, geimpft. 70 davon waren die Bewohner und Mitarbeiter des Demenzzentrums Lindenhof in Unterleinleiter. Weitere 15 Personen kamen als Über-80-Jährige zum Termin ins Impfzentrum Forchheim. Schließlich wurden noch zehn Mitarbeiter des Klinikums Forchheim geimpft, die dort auf der Intensivstation arbeiten.


Beim Transport vom Impfzentrum Bamberg in die Landkreise wurden offenbar die Temperaturmessgeräte falsch gehandhabt, weshalb unklar war, ob die Kühlkette eingehalten worden ist. In anderen oberfränkischen Landkreisen wurde daraufhin entschieden, die Impfdosen nochmals zu prüfen. "Wir sind davon nicht betroffen", erklärt Sebastian Beetz, Geschäftsführer des ASB und Leiter des Forchheimer Impfzentrums. Die Kühlkette sei nachweislich eingehalten worden. Dass der Impfstoff vorerst zurückgehalten wurde, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, "weil wir das gleiche Transportsystem verwendet haben wie die anderen Landkreise".

Sicherheitshalber sei mit einem externen Thermometer über Nacht nochmals kontrolliert worden, ob die Kühlung funktioniert. Ergebnis: "Die Messwerte mit dem internen Messsystem stimmten überein." Nachdem dies am Montagmorgen feststand, musste alles schnell gehen. So galt es, alle, denen am Sonntag abgesagt werden musste, erneut anzurufen und für Montagnachmittag ins Impfzentrum einzubestellen. Dies waren neben 15 Personen über 80 Jahre auch zehn Mitarbeiter des Klinikums Forchheim, die auf der Intensivstation Dienst tun.

Aufklärung per Video

Für 17 Uhr war der Impfstart geplant. Pünktlich trafen die Patienten ein. Sie mussten sich zunächst bei der Registrierung melden – hier werden die Daten abgeglichen und gefragt, ob es dem Patienten gut geht. Danach folgt die "Aufklärungseinheit", für die der ASB eigens ein Video produziert hat. Immer fünf Personen werden dazu zusammengefasst. Ist das erledigt, folgt der Kontakt mit dem Arzt, der für Fragen zur Verfügung steht und schließlich die Impfung verabreicht.

So hat es auch Hans Hildebrand Kuntze aus Forchheim hinter sich gebracht – und war sichtlich stolz, zu den ersten zu gehören. "Ich bin der Regierung sehr dankbar, dass sie diese Impfungen organisiert, damit wir aus dieser schwierigen Lage der Pandemie herauskommen", sagt der 88-Jährige. Über Risiken und Nebenwirkungen der Impfung mache er sich keine Gedanken. Keinerlei kurzfristige Nebenwirkungen hat es bei den Bewohnern und Mitarbeitern des Unterleinleiterer Demenzzentrums Lindenhof gegeben. Sie waren am Mittag die ersten im Landkreis, die von einem mobilen Impfteam geimpft wurden. Genau 70 Dosen wurden dort verabreicht. "Weil der Leidensdruck in den Pflegeeinrichtungen sehr groß ist, ist auch die Impfbereitschaft sehr groß", erklärte Beetz.

Wer einen Termin für die Corona-Impfung hat, muss sich im Forchheimer Impfzentrum zunächst bei der Registrierung anmelden. Hier wird nach dem Gesundheitszustand gefragt, außerdem werden die Daten abgeglichen. Erst dann geht es zur Impfung.

28.12.2020 © Foto: Jana Schneeberg


Er ist zuversichtlich, dass es nicht allzu lang dauert, bis alle 1085 Menschen, die in den Alten- und Pflegeeinrichtungen des Landkreises leben, geimpft werden können. "Die nächsten 425 Impfdosen für die kommenden Tage hat unser Fahrer bereits abgeholt", sagt er. Für den 31. Dezember ist eine weitere Lieferung geplant. Wie schnell es danach weiter geht, steht noch nicht fest. "Wir arbeiten noch auf Sicht", so Beetz.

Das bedeutet auch, dass diejenigen, die momentan im Impfzentrum anrufen oder sich per E-Mail melden, ihre Daten abgeben müssen und zurückgerufen werden, um dann einen Termin zu erhalten.


Personen, die über 80 Jahre alt sind und nicht in einem Heim leben, können sich unter (09191) 9504606 oder per E-Mail an termin.impfzentrum@ugef.com anmelden.

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In sechs Stufen zum Corona-Schutz: Durch das Impfzentrum in Forchheim

Mit einem großen Kraftakt haben das Technische Hilfswerk und mehrere Feuerwehren des Landkreises in den letzten Tagen das Forchheimer Impfzentrum im ehemaligen Schülerwohnheim "Don Bosco" eingerichtet. Es ist eines von zwölf in ganz Oberfranken und soll, wenn es in Betrieb geht, mindestens 300 Impfungen pro Tag schaffen. Am Mittwochabend gab eine erste Trockenübung – natürlich noch ohne den Impfstoff – um die Abläufe erproben und betrachten zu können. Die Nordbayerischen Nachrichten waren mit dabei und erklären, was die Impfwilligen dort erwartet.


JANA SCHNEEBERG E-Mail

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