Corona-Lockerungen: Wann öffnen Kino und Co. in Forchheim?

12.5.2021, 06:00 Uhr
Manuela Dengler-Redlin freut sich, dass Kinos wieder öffnen dürfen. Doch weil man auf die Filmverleiher angewiesen sei, sei das frühestens Mitte Juni möglich.

Manuela Dengler-Redlin freut sich, dass Kinos wieder öffnen dürfen. Doch weil man auf die Filmverleiher angewiesen sei, sei das frühestens Mitte Juni möglich. © Eduard Weigert

„Bei uns dürften aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln nur 20 Personen in den Saal. Das macht keinen Sinn“, erläutert Martin Borowski, künstlerischer Leiter des Jungen Theaters Forchheim, das seit Oktober 2020 geschlossen hat. Er hofft daher auf eine gute Open-Air-Saison. „Dafür planen wir jetzt.“ Aber so kurzfristig, von heute auf morgen, gehe das nicht. Schließlich müsse er Künstler verpflichten und die Veranstaltungen auch bewerben. Ein gewisser Vorlauf sei daher nötig. 

Ab Mitte Juni könnte zum Beispiel im Königsbad die Kulturbühne, die die Stadt Forchheim zur Verfügung stellt, aufgebaut sein. Hier könne man die Hygiene- und Abstandsregeln gut einhalten. Dort werde dann, wenn alles gut läuft, zum Beispiel der Kleinkünstler Peter Spielbauer auftreten, der Artistik, Varieté und Zauberei im Programm hat, oder der Münchner Komiker und Musikkabarettist Arthur Senkrecht.

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Außerdem organisiert Borowski bereits eine „Fußballshow“ auf verschiedenen Kellern im Forchheimer Kellerwald, die dort begleitend zur Fußball-EM ab dem 16. Juni über die Bühne gehen könnten. Auch im Innenhof der Kaiserpfalz seien Veranstaltungen geplant, sagt er. Ferner möchte er ein Gastspiel nach Forchheim holen. Pläne gibt es also mehr als genug. Doch bei allem Optimismus bleibt Martin Borowski vorsichtig: „Alles, was ich heute sage, kann sich jederzeit wieder ändern. Das ist unser Los, dass wir, falls die Corona-Zahlen steigen, wieder alles absagen müssen.“ 

Man sei ja froh, dass man in diesem Lockdown vergleichsweise früh an die Kinos denke, sagt Manuela Dengler-Redlin, Besitzerin des Kino-Centers in der Wiesentstraße in Forchheim. Letztes Jahr sei das anders gewesen, damals sei man fast vergessen worden. „Aber Kinos brauchen mindestens sechs Wochen Vorlauf, um die Filme richtig in die Vermarktung zu bringen“, gibt sie zu bedenken, daher sei die „sehr spontane Entscheidung von Markus Söder“ für Kinos schwierig. Ein Schnellstart sei hier unmöglich, weil man von den Filmverleihern abhängig sei und die gäben keinen neuen Film raus, bloß weil in Bayern ein paar Kinos öffnen dürften. 

„Daher planen die Kinos deutschlandweit eine gemeinsame Eröffnung“, sagt Dengler-Redlin. „Wir wollen natürlich mit tollen Filmen eröffnen und nicht mit alter Ware.“ Schließlich soll Kinogehen ja Spaß machen. Bisher habe man keine Öffnungsperspektive gehabt, daher konnte man auch nichts planen, schildert sie die Problematik. „Wir können nicht heute auf- und morgen wieder zusperren. Wir brauchen jetzt Planungssicherheit, vor allem dass wir über einen längeren Zeitraum offen halten dürfen“, betont sie. 

Ab Mittwoch geöffnet

Deutlich einfacher ist die Situation im Pfalzmuseum in Forchheim. „Wir öffnen am Mittwoch ab 10 Uhr“, kündigt Museumsleiterin Susanne Fischer an. „Wir haben unsere Dienstpläne gemacht, egal ob offen oder zu ist. Die Mitarbeiter sind in Habacht-stellung und jederzeit einsatzbereit.“ 

Das Museum müsse auf die Öffnung nicht groß vorbereitet werden. „Die Ausstellungen sind da und es ist alles sauber. Von daher kann es sofort losgehen“, so Fischer, die natürlich hofft, dass das Museum dieses Mal länger geöffnet bleiben kann. „Aber wir fahren – wie alle anderen auch – nur auf Sicht.“

MARIA DÄUMLER