Donnerstag, 21.01.2021

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Danke, liebe Feuerwehrleute: Rückblick auf ein "rotes" Jahr

Die Gruppe "Feuerwehr in Franken" hat 2020 eine wichtige Marke erreicht. - 29.12.2020 11:52 Uhr

Feuerwehr, das ist viel mehr als „nur“ mit Blaulicht zum Einsatz zu eilen. Über alles, was mit dem Alltag der Feuerwehren zu tun hat, kann in der Gruppe „Feuerwehr in Franken“ diskutiert werden, die von NN-Redakteur Martin Regner betreut wird.

28.12.2020 © Foto: Edgar Pfrogner


Es war genau am 15. April 2020, da überschritt der Zähler der Feuerwehrgruppe die Marke von 2000 Mitgliedern. Heute, rund zwei Jahre nach der Gründung im Oktober 2018, hat die Gruppe über 2400 Mitglieder, die sich über Einsätze austauschen, über Probleme im Feuerwehralltag wie zugeparkte Rettungswege oder auch über Ideen und Lösungen, von denen sich andere Organisationen noch etwas abschauen können. Wie etwa die Christbaum-Sammelaktion nach dem Jahreswechsel, mit dem sich die Jugendfeuerwehr in Neustadt an der Aisch in Mittelfranken den Gutteil ihres Jahresbudgets erwirtschaftet – wenn nicht gerade Coronazeit ist.

Dem kontinuierlichen Wachstum "meines Babys" zuschauen zu können, war ein schönes Gefühl – besonders das Erreichen der 2000er-Marke am 15. April. Die zielgruppenspezifische Information kommt offenbar gut an – ähnlich wie bei der Facebook-Gruppe "Wir lieben Bier aus Franken", die sogar schon über 6000 Mitglieder angezogen hat.

Vorbildliche Diskussionskultur

Das Prinzip ist in allen Facebook-Gruppen der NN dasselbe: Relevante Themen werden redaktionell aufbereitet und dort einem interessierten Publikum präsentiert. Gleichzeitig besteht für die Feuerwehrleute die Möglichkeit zur Interaktion: Die Gruppe lebt davon, dass sich ihre Mitglieder selbst mit Beiträgen, Likes und Kommentaren äußern.

Was bei mir auch für ein gutes Gefühl sorgt, ist die Diskussionskultur in der Gruppe "Feuerwehr in Franken": Nicht erst seit Donald Trumps Eskapaden auf Twitter werden die Sozialen Medien häufig dafür kritisiert, dass dort die übelsten Beleidigungen und Beschimpfungen, Lügen, Verleumdungen und Falschinformationen verbreitet werden – und dass manche Debatte dort schnell eskaliert.

Nicht so in der Feuerwehrgruppe: Dass Beiträge oder Kommentare die Moderatoren auf den Plan rufen und verborgen oder gelöscht werden müssen, kommt ausgesprochen selten vor. Ab und zu verirrt sich einmal ein unerwünschtes Werbe-Posting in die Gruppe, das war es für gewöhnlich auch schon. "Feuerwehr in Franken" darf also als positives Beispiel dafür gelten, wie respektvoll und gesittet Social Media funktionieren kann. Das ist ganz wesentlich ein Verdienst der in der Gruppe engagierten Feuerwehrleute, bei denen ich mich dafür bedanken möchte.

Und nicht nur dafür: Das Corona-Jahr 2020 hat es den freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehren in der Region Forchheim und in ganz Deutschland nicht leicht gemacht: Sie müssen heute nicht mehr "nur" damit zurecht kommen, dass sie mitunter ihr Leben riskieren, um Mitmenschen in Not zu helfen. Oder damit, dass sie bei ihren Einsätzen regelmäßig mit Leid, Zerstörung und Tod konfrontiert werden. Oder damit, dass sie bei Kälte, Regen, Sturmwind, Eis und Schnee oder mitten in der Nacht ausrücken müssen – bei äußeren Bedingungen also, unter denen man normalerweise lieber daheim bleiben würde.

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Einsatzfahrzeuge von Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen erreichen oft ein hohes Alter - weil sie zum Glück nur selten gebraucht und gleichzeitig bestens gepflegt werden. In der Region haben viele Einsatzorganisationen ihre Fahrzeuge im Oldtimeralter nach der Außerdienststellung nicht einfach verkauft, sondern behalten. Zum Beispiel als nostalgischer Blickfang für Feste und Umzüge. Manches historische Fahrzeug steht - trotz Jahrzehnten auf dem blechernen Buckel - immer noch im Einsatzdienst. Klicken Sie sich durch die Jahrzehnte von 1932 bis 1979.


Corona zwang die Feuerwehren dazu, im Alarmfall und auch unter den härtesten Einsatzbedingungen die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, um Ansteckungen mit dem Virus zu verhindern. Die Pandemie hat den Übungsbetrieb zeitweise komplett zum Erliegen gebracht. Das Vereinsleben und die Kameradschaft in den lokalen Feuerwehrvereinen, die vielerorts zu den Stützen der Dorfgemeinschaft gehören, konnten im Jahr 2020 nicht so gelebt werden, wie man es gewohnt war und zum Teil über Jahrzehnte liebgewonnen hat. Und so wie es aussieht, wird das mit den Restriktionen auch 2021 noch eine Weile so bleiben müssen.

Doch bleiben wir im "alten" Jahr: Da mussten große und kleine Feuerwehrfeste, die nicht nur der Geselligkeit dienen, sondern oft auch der Finanzierung der Feuerwehrvereine, wegen der Pandemie flächendeckend ausfallen. Genau wie Feuerwehr-Oldtimertreffen zur Pflege von technikhistorischem Kulturgut mit Blaulicht. Schließlich – und nicht zu vergessen – haben die Feuerwehren in der ganzen Republik ihr Scherflein dazu beigetragen, dass die Corona-Impfzentren zum Wohle der Allgemeinheit rechtzeitig einsatzbereit waren.

Dafür, dass sie trotz aller Widrigkeiten weiterhin tagtäglich bereitstehen, um uns allen in der Not zu helfen, gebührt den Feuerwehrleuten meine Hochachtung.


Sie interessieren sich für Feuerwehr-Themen? Dann treten Sie unserer Facebook-Gruppe "Feuerwehr in Franken" bei!

MARTIN REGNER E-Mail

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