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Die Fränkische Schweiz als Sternenpark?

Antrag gestellt: Die Region wäre der vierte Sternenpark Deutschlands - 16.02.2021 20:28 Uhr

Ein imposantes Himmelszelt in einer sternenklaren Sommernacht: Yannick Patriarca Roth aus Erlangen hat sich vor wenigen Tagen mit Zug und Fahrrad aufgemacht, das Walberla zu besteigen und die Milchstraße die ganze Nacht über fotografisch in Szene zu setzen. Dabei erlebte er einige Herausforderungen – und Pannen.

29.05.2020 © Foto: Yannick Patriarca Roth


Wird es abends dunkel und ist der Himmel wolkenfrei, fangen die Sterne an zu funkeln, wirken wie kleine Diamanten auf schwarzem Samt. Dabei leuchten die Sterne ja eigentlich immer, selbst tagsüber. Allerdings werden sie da von der viel helleren – und der Erde näheren – Sonne überstrahlt.

Ein beliebtes Motiv: Die Walburgiskappelle auf dem Kapellenberg, hier von Yannick Patriarca Roth mit beeindruckendem Sternenhimmel eingefangen.

29.05.2020 © Foto: Yannick Patriarca Roth


Je weniger Licht um uns herum ist, desto mehr Sterne sind zu sehen. Daher sind in Städten und Dörfern, überall dort, wo Straßenbeleuchtung, Reklame und andere Lampen leuchten, auch viel weniger Sterne zu sehen als weit draußen.


Erlanger setzt die Milchstraße über dem Walberla in der Fränkischen Schweiz in Szene


 

Die Fränkische Schweiz, hier bei Kasberg, könnte sich aus Sicht der grünen Kreisrätin Elisabeth Krause um den Titel eines „Sternenparks“ bewerben. Damit verbunden sind einige Voraussetzungen.

16.02.2021 © Foto: Detlef Blum


Inzwischen wird das nächtliche Lichtermeer sogar als Lichtverschmutzung bezeichnet, erklärt Elisabeth Krause, Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Sie hat Ende November einen Antrag auf Einrichtung eines Sternenparks "Fränkische Schweiz" bei Landrat Hermann Ulm gestellt.

Geringe Lichtverschmutzung

Immerhin ist gerade die Fränkische Schweiz ein Gebiet mit vergleichsweise geringer Lichtverschmutzung. Ein Sternenpark würde daher positive Effekte für die Gesundheit der dort lebenden Menschen, für die Artenvielfalt, aber auch das Klima, den Tourismus und damit die kommunalen Finanzen haben, meint Krause.

Je weniger Lichtverschmutzung es gibt, desto deutlicher zeichnen sich Sterne ab.

16.02.2021 © Foto: Detlef Blum


Nach einer vor drei Jahren veröffentlichten Studie des Deutschen Geo-Forschungszentrums (GFZ) nimmt die nächtliche Beleuchtung in Bayern jährlich um drei bis vier Prozent zu. Darunter leiden nicht nur die nachtaktiven Tiere, die damit in ihrer Orientierung und ihrem Rhythmus gestört werden, sondern auch die tagaktiven Organismen, zu denen schließlich auch der Mensch gehört. Je mehr die Gebäude und Ortschaften von künstlicher Beleuchtung erhellt werden, desto größer ist der Anteil, den die Lichtverschmutzung am Vogel- und Insektensterben hat.

Der Nachthimmel über bebautem Gebiet zeigt zwar Sterne, aber es könnten noch deutlich mehr sein, wenn es weniger künstliche Beleuchtung gäbe.

16.02.2021 © Foto: Detlef Blum


Wird die Fränkische Schweiz zum Sternenpark, muss sie dafür eine Zertifizierung der International Dark Sky Association (IDA) bekommen. Damit wäre sie als Kulturerbe und herausragendes Gebiet für wissenschaftliche, natürliche, lehrende und öffentliche Nutzung klassifiziert. Gerade im Kernbereich muss der Nachthimmel dafür dunkel sein und darf eine gewisse Helligkeit nicht überschreiten. So legen es die Richtlinien der IDA fest.

In der Rhön, der Eifel und dem brandenburgischen Westhavelland gibt es bereits drei Sternenparks. Die Fränkische Schweiz könnte damit der vierte Sternenpark hierzulande werden und würde attraktiver Anziehungspunkt für Touristen.

Da es bereits zahlreiche Projekte wie die Sternwarte Ebermannstadt, den Planetenwanderweg auf dem Feuerstein, aber auch das Fledermauszentrum in Heroldsbach und ein Fledermausmonitoring gibt, wären Synergien denkbar, ist sich Elisabeth Krause sicher. 

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Eine Schönheit auch auf Instagram: Unsere Fränkische Schweiz

Blühende Wiesen, malerische Sonnenuntergänge, idyllische Natur und weitläufige Panoramen: Wir haben Fotos von Instagramern gesammelt, die zeigen, wie wunderschön die Landschaften in der Fränkischen Schweiz sind und wie wunderbar sich hier die Natur genießen lässt.


SYLVIA HUBELE

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