Forchheim

Die kleine Schwester in der Hallertau

9.7.2021, 12:00 Uhr
Ein Blick von der Dorfhauptstraße aus ins „Zentrum“ von Forchheim.

Ein Blick von der Dorfhauptstraße aus ins „Zentrum“ von Forchheim. © Foto: Christian Schalk

Nicht wundern, die Rede ist vom Dorf Forchheim, das zur Gemeinde Pförring im Landkreis Eichstätt gehört. Die Nordbayerischen Nachrichten haben mit Christian Schalk gesprochen, gebürtiger Forchheimer und gewähltes Mitglied des Pförringer Gemeinderats, der uns etwas über "sein" Forchheim erzählt hat.

"Unser Forchheim ist das kleinste, das es gibt, und wir werden oft mit dem ,großen‘ Forchheim verwechselt", sagt Schalk: "Wenn wir uns auswärts vorstellen und sagen, dass wir aus Forchheim kommen, dann kommt immer die Gegenfrage: Was, bis von dort oben kommst Du?"

Das kleine Forchheim liegt im nördlichen Gebiet der Hallertau, daher ist der Hopfen überall im und rund ums Dorf Ortsbildprägend.

Das kleine Forchheim liegt im nördlichen Gebiet der Hallertau, daher ist der Hopfen überall im und rund ums Dorf Ortsbildprägend. © Foto: Christian Schalk

Ganz in der Nähe von Forchheim liegt das historische "Kastell Celeusum" aus der Römerzeit, das dereinst zur Verteidigung des Limes errichtet wurde und heute eine touristische Attraktion darstellt. Viel Originales ist davon allerdings – sehr zum Bedauern von Christian Schalk – nicht mehr zu sehen. Lediglich die Silhouette der früheren Wehranlagen des Römerkastells wurde "mehr schlecht als recht" aus Metallelementen nachgebildet. Zusätzlich gibt es einen kleinen Lehrpfad mit Infotafeln, die über die Geschichte des Kastells informieren.

Stolz auf "unser Forchheim"

Tonscherben und Gefäße aus der Römerzeit, die bei archäologischen Ausgrabungen zu Tage gefördert worden sind, können in der Pförringer Schule besichtigt werden. Dort gehen auch die Forchheimer Kinder zur Schule, weil es in Forchheim selbst keine Schule mehr gibt. Das Dorf war früher eigenständig und wurde bei der Kommunalen Gebietsreform in Bayern Anfang der 1970er-Jahre nach Pförring eingegliedert.

„Wir sind stolz auf unser Forchheim“, sagt Gemeinderat Christian Schalk (mit Strohhut), der hier – vor Corona – beim Starkbierfest der Landjugend zu sehen ist.

„Wir sind stolz auf unser Forchheim“, sagt Gemeinderat Christian Schalk (mit Strohhut), der hier – vor Corona – beim Starkbierfest der Landjugend zu sehen ist. © Foto: Christian Schalk

Die kleine Kirche St. Margaretha mit einem barocken Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert bezeichnet Schalk als den Mittelpunkt der Ortschaft. Daneben gibt es auch noch ein altes Pfarrhaus, dessen Fassade unter Denkmalschutz steht, und das ehemalige Schulhaus von 1910, das heute zum Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert worden ist. "Das sind unsere drei markanten Punkte im Dorf", berichtet Schalk.

Ein Gasthaus oder einen Laden gibt es in Forchheim nicht mehr. Auch zum Einkaufen müssen die Forchheimer also mindestens bis nach Pförring fahren. Vor Corona kamen die Dorfbewohner beim jährlichen Starkbierfest der Landjugend zusammen. Im Sommer folgt normalerweise die Johannesfeier der Landjugend und im Juli das Dorffest und die Kirchweih: "Wenn nicht Corona wäre, würde das alles stattfinden", bedauert Schalk. Das Lebensgefühl der Forchheimer beschreibt Schalk folgendermaßen: "Wir Forchheimer bleiben Forchheimer und immer mit Forchheim verbunden. Wir sind stolz auf unser Forchheim."

Einfach "saucool"

Ein Satz, den auch die Einwohner des "großen" Forchheim an der Wiesent jederzeit unterschreiben würden. Dort hat sich auch Christian Schalk schon einmal umgesehen: "Vor ein paar Jahren waren wir mal auf dem Annafest in Forchheim. Das war 2016 bei dem 125-jährigen Gründungsfest von unserer Feuerwehr. Da haben wir einen großen Ausflug gemacht und waren mit einem ganzen Bus auf dem Annafest." Und wie war‘s dort? Da fällt die Antwort von Schalk ebenso kurz und bündig wie begeistert aus: "Saucool!"

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