Sie braucht Wärme und Licht

Die Orchidee des Jahres 2022 blüht auch in der Fränkischen Schweiz

20.10.2021, 14:00 Uhr
Das ist der Orchideen-Star 2022.

Das ist der Orchideen-Star 2022. © Adolf Riechelmann

Während sie in den Kalkgebieten Süddeutschlands und den angrenzenden Mittelgebirgen noch recht verbreitet ist, verzeichnet sie im Flach- und Hügelland der Norddeutschen Tiefebene nur noch sporadische Vorkommen.

Der lateinische Artname atrorubens bezieht sich auf die Farbe der Blüten und bedeutet in der Übersetzung „braunrot“ oder „dunkelrot“. Die älteren Namen Vanillen-Orchis und Strandvanille bringen den angenehmen Duft der Pflanze zum Ausdruck.

So früh blüht keine

In der Braunroten Ständelwurz begegnet uns die am frühesten blühende Ständelwurz-Art. Der Blühbeginn liegt Anfang Juni, gelegentlich lassen sich aber auch Mitte Juli noch blühende Exemplare finden. Diese Spezies ist ziemlich wärme- und lichtbedürftig. Charakteristisch ist der rote Stängel, ebenso der Blütenstiel und der Fruchtknoten. Charakteristisch ist ferner die meist starke Behaarung von Stängel und Fruchtknoten samt Stiel. Die Blüten können bisweilen in ihrer Farbe variieren.

Und hier in voller Blüte und Pracht. 

Und hier in voller Blüte und Pracht.  © Adolf Riechelmann

Da die Braunrote Ständelwurz zu den Orchideen-Nektarblumen gehört, wird sie von vielen nahrungssuchenden Insekten besucht und so meist fremdbestäubt. Die Blühfreudigkeit der Art hängt von den Niederschlägen im Herbst und im Frühjahr ab. Trockenperioden im Frühling dezimieren die Blütenbildung erheblich, auch führt Trockenheit während der Blütezeit zum vorzeitigen Abwelken.

Braucht es einen Schutz für die Pflanze in der Fränkischen Schweiz?

Die Braunrote Ständelwurz gilt als Pionierart, sie besiedelt vorzugsweise Magerrasen auf trockenen Rohböden sowie nährstoffarme Lehmböden. Besonders häufig besiedelt die Orchidee des Jahres 2022 sogenannte Sekundärstandorte wie Steinbrüche und Sandgruben sowie Weg- und Straßenränder.

Ein spezieller Schutz dieser Art erscheint in der Fränkischen Schweiz zurzeit nicht notwendig. Nicht unerheblich sind jedoch Schäden durch Rehe und Wildschweine. Dem Verlust von Lebensräumen infolge von Sukzession oder Brachfallen stehen Neubesiedelungen geeigneter Standorte gegenüber, beispielsweise in aufgelassenen Steinbrüchen, an Wegrändern, auf Rekultivierungsflächen oder an Bahndämmen.

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