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Eggolsheim hat jetzt einen Grünen-Ortsverband

Ökologie soll mehr in den Fokus rücken - 16.10.2019 12:00 Uhr

Der erste grüne Ortsverband in Eggolsheim steht. Die Vorstandschaft hat sich mit dem Bayreuther Abgeordneten Tim Pargent (re.) zum Gruppenfoto aufgestellt. © Marquard Och


„Breite Brust“ zeigte der ehemalige Bayreuther Stadtrat den 20 Versammlungsteilnehmern in der „grünen Stube“ des Lokals: „Wenn beim Klimapaket plötzlich viele Grün denken, kommt Pfeffer in die Kommunalwahl 2020.“

Gut informiert zeigte sich Pargent zu lokalpolitischen Themen wie der Tank- und Rastanlage an der A 73 – verbunden damit Steuermehreinnahmen, aber auch Naturzerstörung und ihre ökologisch–sozialen Auswirkungen: „Es wird Zeit, dass eine klare grüne Handschrift in die Gemeindepolitik kommt.“

Geburtshelfer dabei

Als „Geburtshelfer“ betätigten sich die Kreissprecherin Barbara Poneleit, Emmerich Huber und der Fraktionsvorsitzende Karl Waldmann sowie Elli Krause, die Vorsitzende des jüngst gegründeten Ebermannstadter Ortsverbands.

Der Gründungsinitiator Francois Gaborieau legte seine Standpunkte zur Gemeindepolitik dar: Zur Verkehrswende sei in den 13 Dörfern innerorts für Fußgänger und Radfahrer noch viel zu tun, zur Energiewende sei die Entwicklung von Windparks wieder zu beleben. Mit Komposttoiletten könnten 15.000 Liter Trinkwasser eingespart werden, gab Gaborieau einen Denkanstoß.

Der später als Schriftführer in den Vorstand gewählte Martin Distler berichtete aus den letzten Gemeinderatssitzungen: Die Gegenwehr gegen die Tank- und Rastanlage an der Autobahn kam ihm zu spät, gegen die Lärm- und Geruchsbelastungen aus der Bioerdgasanlage sei energischer vorzugehen. Zur Feststellung des Bürgermeisters, wonach der Mehrverkehr aus Baugebieten und der Amazon-Ansiedlung zu bewältigen sei, sagte Distler: „Ich erkenne nicht, dass sich die Gemeinde an der Ökologie ausrichtet.“

Die an einem Sitz im Vorstand interessierten Frauen legten ihre Schwerpunkte dar: Die Ökologie sei besser zu schützen, betonte Martina Scheuerer (Eggolsheim). Simone Meyer („Seit 35 Jahren warte ich auf einen Grünen-Ortsverband“) forderte für Rettern, der alte Ortskern sei zu erhalten, eine „Mitfahrbank“ wäre gut.

Veronika Dannhardt-Thiem aus Drügendorf will sich für die Verbesserung des Nahverkehrs einsetzen. Nach 99 Unterschriften für den Erhalt einer Streuobstwiese überlegt Martin Distler ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten.

Voraussetzung für die Wahl sei die Anerkennung der Satzung, machte Emmerich Huber deutlich. Einschließlich einiger Anpassungen stimmten die Mitglieder 7:0 zu. Die von Huber geleitete Vorstandswahl per Stimmzettel verlief reibungslos, alle Vorschläge wurden einhellig angenommen, die „Frauenquote“ ist erfüllt. Ortsverbands-Sprecherin ist Martina Scheuerer, den Vorsitz führt Francois Gaborieau. Martin Distler, Simone Meyer, Veronika Dannhardt-Thiem und für die Jugend Jonas Distler bilden die Vorstandschaft.

Marquard Och

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