Tierische Landschaftspflege

Egloffsteiner Ziegen legen Felsen in Obertrubach frei

24.11.2021, 10:00 Uhr
Tierische Landschaftspflege: Auf drei Hektar rund um Obertrubach haben die Ziegen die Felsen

Tierische Landschaftspflege: Auf drei Hektar rund um Obertrubach haben die Ziegen die Felsen "freigelegt"  © privat / Felix Reichel, NN

Neben dem „Altarstein“ wurden in und rund um Obertrubach weitere Felshänge in der „Alten Küche“ am Ortsausgang Richtung Bärnfels und am „Blechstein“ nahe des Kletterinfozentrums freigelegt, was eine Gesamtfläche von knapp drei Hektar entspricht.

Die Herde bestand aus 14 jüngeren und erfahrenen Burenziegen, von denen sogar eine bei der letztjährigen Maßnahme am Altarstein geboren wurde. Die Beweidung mithilfe der Burenziegen entpuppte sich auch heuer als Ideallösung, um die Verbuschung auf den Felsen nachhaltig und effizient einzudämmen. In den Jahren zuvor hatten aktive Bürger sowie die Waldgenossenschaft Obertrubach diese Felsmassive mit viel Mühe von Gebüsch und Gehölz befreit.

Diese Art der Felsfreilegung stieß bei den zuständigen Behörden wie dem Landschaftspflegeverband Forchheim auf große Begeisterung. Auch viele Obertrubacher haben die Ziegen schon ins Herz geschlossen. Die Beantragung und Organisation übernimmt hier Andreas Niedling vom Landschaftspflegeverband, die Gelder stellen die Regierung Oberfranken und die Untere Naturschutzbehörde über die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien aus staatlichen Mitteln zur Verfügung.

Es ist sicherlich nicht nur hinsichtlich der Landschaftspflege, sondern auch ein touristischer Gewinn für den Ort. Vier Monate dauerte die Ziegenbeweidung, bei der natürlich auch helfende Hände, zum Beispiel beim Umstecken der Weidezäune oder beim regelmäßigen Befüllen der Wassertränke im Sommer, benötigt wurden. „Wir sind sehr dankbar für die Beweidung und Freilegung unserer einzigartigen Felshänge. Wir unterstützen gerne, wo wir können“, meint Initiator Bernd Reichel.

Auch die Schäfer sind mit dem reibungslosen Ablauf der Beweidung sehr zufrieden. „In Obertrubach ist es sehr schön. Hier ist alles so gut organisiert, es sind immer ortsansässige Bürger da, die uns unterstützen“, sagt Jungschäfer Alexander Distler. Sein Bruder Hans fügt beim Abschied hinzu: „Keine Angst, die Ziegen kommen nächstes Jahr wieder nach Obertrubach, ihnen gefällt es hier sehr gut.“

Die zu beweidenden Flächen sollen nächstes Jahr am Ortsausgang Richtung Möchs und an weiteren Felshängen innerorts ausgeweitet werden. Die bisherigen Steilhänge und Felsmassive werden nochmals beweidet, um einen nachhaltigen Verbiss und Rückgang der Verbuschung zu erzielen. Alle Beteiligten wollen langfristig an dem Projekt festhalten.

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