Eine neue Tanke mit Shop und Waschstraße in Ebermannstadt

16.6.2021, 17:28 Uhr
Die freie Tankstelle soll dort gebaut werden, wo noch Erdhügel zu sehen sind, zwischen der B 470 (li.) und der Friedhofstraße.

Die freie Tankstelle soll dort gebaut werden, wo noch Erdhügel zu sehen sind, zwischen der B 470 (li.) und der Friedhofstraße. © Archivfoto: Marquard Och

Schon im April 2017 hatte sich der Bauausschuss grundsätzlich positiv für den Verkauf des städtischen Grundstücks – 493 Quadratmeter – ausgesprochen. Am Montag hat Helmut Franz, Geschäftsführer der Franz IT Solutions Neunkirchen, dem Baugremium den Vorentwurf der Planungen vorgestellt: Drei doppelt zu nutzende (Mineralöl-)Zapfsäulen in Nähe der Grundstücksspitze und vier Staubsaugerplätze, dahinter der Verkaufsshop und nächst dem Wohnmischgebiet gelegen vier Waschboxen.

Alternative: Spielcasino

Der Befund der Verwaltung: Die Entwicklung der Brache sei zu begrüßen. Der Standort mit einer Schreinerei, einem Getränkehandel, dem städtischen Bauhof sowie dem Feuerwehrhaus in nächster Umgebung, sei für eine Tankstelle geeignet. Planungsrechtlich zu beachten sei, dass innerhalb des Mischgebiets der Nutzungsmix Wohnen und Gewerbe möglich sein muss. 

Vor Jahren war das Grundstück schon einmal im Gespräch. Damals allerdings nicht für eine Tankstelle. Geplant hatte ein Investor, an dieser Stelle ein Spielcasino zu errichten.

Sorgen beim Ebermannstädter Stadtrat Christian Kiehr

In der Debatte – verfolgt auch von Anwohnern der Friedhofstraße – wurde deutlich: Da ist noch ein ganzes Paket an Fragen offen. NLE-Stadtrat Christian Kiehr bemerkte, "bei der Nutzung gehe ich mit, es geht heute aber auch um den Verkauf eines städtischen Filetstücks und beim Blick auf die Verkehrslösung habe ich Sorgen." 

Der Fuß- und Radweg verläuft entlang der Bundesstraße, an den Wochenenden stauen sich die Autos bis über Gasseldorf hinaus. "Anwohner der Friedhofstraße haben mich angesprochen, sie befürchten zusätzlichen Lärm aus den Waschanlagen."

Kiehr ist zudem BN-Ortsvorsitzender und sprach auch den Erhalt des Naturraums und der Grünanlagen am Ortseingang an. Die zu erwartende "typische Neonbeleuchtung" passe nicht ins Bild.

"Auf der anderen Seite der B 470 ist unser Trinkwasserschutzgebiet", das Wasserwirtschaftsamt werde ein gewichtiges Wort mitreden. Das Fazit von Kiehr: "Heute noch keinen Beschluss fassen, es ist noch viel zu überlegen."

"Das ist keine Zukunftsplanung"

"Schön, dass sich was bewegt, dass ein bisschen Konkurrenz entsteht, aber dass der Lärm unsere Bürger bewegt, haben wir zu berücksichtigen", betonte NLE-Fraktionssprecher Erwin Horn bei seinem Vorschlag, die Staubsauger eher in Richtung Bundesstraße zu rücken. Schwerwiegende Bedenken zur Planung habe er nicht. 

Heinrich Sponsel (WGO) vermisste eine Stromtankstelle, dem schloss sich Thomas Dorscht (FDP/Bürgerforum) an. "Eine Zukunftsplanung ist das nicht, wenn es zu keiner Elektro-Ladesäule reicht und auch von Wasserstoff keine Rede ist", kritisierte Dorscht. Er konnte sich auch mit den Plänen für die Ausfahrt nicht anfreunden. "So drücken wir den zunehmenden Verkehr ins Wohngebiet", befürchtete er.

Angst ums Trinkwasser in der Stadt

Zum Thema Trinkwasserschutz erklärte Dorscht: "In der Friedhofstraße liegt eine DN 200 Hauptleitung. Ich weiß nicht, ob das gut ist, wenn gleich daneben Treibstofftanks eingebaut werden. Was ist, wenn da mal was vorkommt?"

"Alle Hinweise sind aufgenommen", sagte Bürgermeisterin Meyer, gab jedoch zu Bedenken, dass es sich zunächst um einen ersten Entwurf handele.

Wasserstoff in Ebermannstadt? "Zukunftsmusik".

"Hier sagt erst mal jemand, ich habe Lust in Ebs was zu Investieren." Aktuell gehe es um die Frage, ob die Firma weiter planen kann. Das Projekt sei auf 20 Jahre angelegt, erklärte der Geschäftsführer der planenden Firma. Er zeigte sich auch offen für Stromladesäulen.

Den Wunsch zu Wasserstoff in Verbindung mit einer Brennstoffzelle bremste Christiane Meyer ein. Sie bezeichnete diese Technologie noch als "Zukunftsmusik".

Mit 8:2 (mit den Gegenstimmen von Kiehr und Dorscht) begrüßte der Bauausschuss das Nutzungskonzept und stellte das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht.

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