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FFF: Großer Klimastreik am Freitag in Forchheim geplant

Mahnwache am Donnerstag auf dem Paradeplatz - 18.09.2019 17:42 Uhr

Im Frühjahr waren Schüler erstmals im Rahmen der Fridays for Future vom Le-Perreux-Platz zum Paradeplatz gezogen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Nun schließen sich Eltern und Unternehmer aus dem Kreis Forchheim an. © Foto: Roland Huber


Der notleidende Wald, Trockenheit und Hitzesommer: Der Klimawandel macht sich bemerkbar. Weltweit findet am Freitag nun ein globaler Klimastreik statt. Nicht nur Schüler streiken dabei unter dem Motto #AllesfürsKlima.

"Nehmen Sie die Warnung des Weltklimarates ernst. Die Erd-Erhitzung ist menschgemacht, weltweit ist sich die Wissenschaft darin zweifelsfrei einig. Das Einhalten der Ziele von Paris ist nicht weniger als überlebensnotwendig", sagt Barbara Cunnigham von den Parents for Future Forchheim.

Nicht nur Eltern gehören zu den Unterstützern des Klimastreiks. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ruft Beschäftigte im Landkreis zur sogenannten "Job-Klima-Pause" auf. In den rund 2900 Betrieben im Landkreis soll am Freitag Zeit fürs Klima am Arbeitsplatz sein.

An diesen Orten sind derzeit Klimastreiks für den Freitag geplant: 

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"Am internationalen Protesttag können auch Arbeitnehmer vor Ort mitmachen – und zum Beispiel eine längere Mittagspause einlegen. Das wäre ein wichtiges Signal, denn das Thema geht jeden etwas an", sagt Gerald Nicklas, der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberfranken. Es sei "höchste Zeit", sich auch im Beruf über Themen wie Erderwärmung und CO₂-Bilanz auszutauschen.

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Schüler treten in den Klimastreik: "Fridays for Future" in Forchheim

Mit rund 450 Teilnehmern fand am Freitagvormittag die erste "Fridays for Future"-Demo in Forchheim statt. Der Protestmarsch von Schülern, Studenten - aber auch älteren Semestern - führte vom Stadtpark bis auf den Paradeplatz.


"Von der Fahrgemeinschaft bis hin zur Sanierung undichter Bürofenster gibt es eine Menge, was man in Sachen Klimaschutz tun kann", sagt Nicklas. Die IG Bau Oberfranken appelliert an Arbeitgeber in der Region, ihren Beschäftigten die Teilnahme an Klima-Demos zu ermöglichen.

Unternehmen zieht keine Arbeitsstunden ab

Der Ökostromanbieter Naturstrom AG ruft nicht zum Streik auf, aber unterstützt, "wenn Mitarbeiter für dieses wichtige Thema auf die Straße gehen", sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Banning, der selbst am Standort Eggolsheim arbeitet. Das Unternehmen ziehe keine Arbeitsstunden für die Teilnahme an der Demo ab.

Einige Mitarbeiter würden sich an den Streiks in Forchheim, Bamberg und Erlangen beteiligen, so Banning. Naturstrom ist auch Mitglied bei "Entrepreneurs for Future".

Im Frühjahr gingen Schüler erstmals im Rahmen der Fridays for Future in Forchheim auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren - wie unser Video zeigt:

Das Datum für den Klimastreik hat einen Hintergrund: Am 20. September tagt in Berlin das Klimakabinett und entscheidet darüber, wie es mit dem Klimaschutz in Deutschland weitergehen soll. Es geht um die Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen und vor allem darum, wie man die Klimaziele erreichen kann.

Bundesweit fordern Fridays for Future den Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2035. "Um die Klimakrise aufzuhalten, bleiben uns nur noch wenige Jahre", betont Nicolai Prechtel von Fridays for Future. Es sei erschreckend, dass die Klimaziele der Bundesregierung für 2020 verfehlt würden und wirkungsvolle Maßnahmen fehlten.

Mahnwache über Nacht

"Wir fordern: Klimaschutz jetzt! Oder auf Fränkisch: Etzerdla", teilt er mit. Parents for Future Forchheim ruft nun alle Menschen in Stadt und Landkreis auf, die Jugendlichen bei ihren Forderungen nach Einhaltung der Klimaziele zu unterstützen.

Am heutigen Donnerstag veranstaltet das Team von Fridays for Future als Auftakt ab 19 Uhr bereits eine Mahnwache auf dem Paradeplatz in Forchheim. Einige Aktivisten wollen bis zum Beginn des Streiks im Stadtpark am Freitagvormittag dort übernachten. In der Ankündigung raten die Organisatoren, einen Schlafsack, eine Isomatte oder ein kleines Campingzelt sowie Essen und Trinken mitzubringen.

Die Mahnwache dient auch als Vorbereitung für den Streik am Freitag, die Aktivisten wollen unter anderem Plakate malen. Außerdem hält Parents for Future als Partner einen Vortrag, genauer gesagt die Energie- und Klimaallianz Forchheim. Darüber hinaus wird Müll gesammelt und es ist eine Kreidemalaktion auf dem Paradeplatz geplant. Die Aktivisten hoffen auf viele Teilnehmer: "Wir freuen uns auf euch, auch wenn ihr nicht die ganze Nacht bleibt!"

Die Mahnwache am Donnerstag beginnt um 19 Uhr auf dem Paradeplatz im Forchheim. Die Demo zum Klimastreik beginnt am Freitag um 12 Uhr am Le-Perreux-Platz und zieht zum Paradeplatz.

CHIARA RIEDEL UND LEA-VERENA MEINGAST

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