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Forchheim: Laden-Karussell dreht sich weiter

Ein Rundgang zu Leerständen und Neueröffnungen in der Forchheimer Innenstadt. - 13.06.2019 06:00 Uhr

Auch in der Sattlertorstraße herrscht Leerstand. Fahrrad Wilke ist seit gefühlten Ewigkeiten zu und auch das einstige spanische Restaurant "Con Corazon" steht seit Juni 2016 leer. © Ralf Rödel


Viele Jahre brachte Ciero Jeans, T-Shirts und Lässiges an die Frau, bevor man mit dem Bekleidungsgeschäft keine 50 Meter weiter auf die gegenüberliegende Seite zog. Seitdem steht die Verkaufsfläche leer. Gerüchte machten lange Zeit die Runde, dass die Eigentümer des Hauses, Familie Hofstätter, hier ihren Blumen Betz hin verlegen würden. Doch dem ist nicht so, in dem angemieteten Blumenladen in der Hauptstraße am Bächla, wo die Familie seit dem Jahr 1942 Schnittblumen, Tomaten und Gurken aus eigenem Anbau und Gestecke verkauft, bleibe man auch weiterhin, bestätigte Inge Hofstätter gegenüber den Nordbayerischen Nachrichten. Der Mietvertrag des Anwesens am Rathausplatz war langfristig ausgelegt, erst seit einigen Wochen steht in pinkfarbenen handgeschriebenen Lettern "Laden zu vermieten" auf den Fensterscheiben.

Im Schaufenster von Pelz Striegel hat sich seit wenigen Wochen "Der ImmoChecker24" mit XL-Plakatierung breit gemacht. Das Haus, in dem jahrzehntelang das Traditionsunternehmen nicht nur Pelze verkaufte, sondern auch seine eigene Werkstatt hatte, sucht einen Käufer.

Brüchig ist die Schrift, die ein paar Schritte weiter in der Sattlertorstraße in Richtung Kaiserpfalz auf "spanische Spezialitäten und mehr" Appetit machen soll. Doch der spanische Küchentraum, den Tobias Schulz-Drost im früheren Friseur Mayer träumte, wurde nicht wahr. Kaum ein Jahr nach der Eröffnung schloss Schulz-Drost im Juni 2016 seine Herzensangelegenheit "Con Corazon". Im Internet wird das "Restaurant im historischen Stadtkern" zum Kauf angeboten.

Leben in Gold und Silber hingegen ist in der Hauptstraße eingezogen. Dort wo im GuDiess Suppen gelöffelt wurden, hat Maximilian Schmuck eine Filiale eröffnet. Mit der Filial-Eröffnung in Forchheim habe sich das Nürnberger Unternehmen mit Hauptsitz in der Ludwigstraße und Läden in der Breiten Gasse, in Erlangen, Lauf und Fürth ein Standbein in Oberfranken gesichert, erzählt eine Mitarbeiterin. Seit mehr als 30 Jahren gibt es das familiengeführte Unternehmen, das als Eigenmarke "Maximilian Trauringe" nach individuellen Wünschen fertigt. Gleich nebenan hat GuDiess den schier endlosen Leerstand in der ehemaligen Eisdiele Venezia beseitigt.

Räumungsverkauf ist auch bei Jeans-Fritz in der Hauptstraße. Bereits jetzt macht man auf großen Postern auf die Verkaufsstellen in Höchstadt und Hallstadt aufmerksam. Der letzte Verkaufstag in der Forchheimer Hauptstraße ist "in Kürze" verrät ein Plakat.

Friseurmeister Giovanni Luigi Manzella zieht von der Sattlertorstraße um an den Paradeplatz und belebt dort den ehemaligen Uhren Stegmeyer neu.


Um "Donne, uomi" und die gesamte "belleza", also um Frauen, Herren und die Schönheit, kümmert sich Giovanni Luigi Manzella der seit einem Jahr seinen Friseur-Salon in der Sattlertorstraße hat. Doch der Italiener mit Meister-Ausbildung im Meininghaus will seinen Salon vergrößern und zieht zum 1. Juli in den früheren Stegmeyer am Paradeplatz. Dort hatte Martini Schmuckzeit, ein Schwabacher Unternehmen mit sieben Filialen, zum Jahreswechsel Insolvenz beantragt. Seit Januar ist der Laden leer.

Im Anwesen der früheren Metzgerei Belzer weicht der jahrelange Stillstand mittlerweile emsigem Arbeiten: Insgesamt 14 Wohnungen sollen hier entstehen. Im Erdgeschoss ist Platz für zwei Einzelhandelsbetriebe mit jeweils rund 170 und 200 Quadratmetern Nutzfläche. Eine Entscheidung darüber, wer in dem Filetstück künftig seine Waren verkauft, gibt es noch nicht. Der Forchheimer Bauträger Raum und Werte, der den Komplex gekauft hat, sei "mit verschiedenen Interessenten in Kontakt", informiert Citymanagerin Elena Büttner.

Einen neuen Betreiber sucht das Thai Basilikum in der Fuchsenstraße. Seit Oktober 2018 hat das Lokal an der Wiesent geschlossen, "unsere intensiven Bemühungen, neues Personal für den weiteren Betrieb unseres Restaurants zu finden, waren nicht erfolgreich", informiert das Betreiber-Ehepaar Angkana und Helmut Dach auf der Homepage des Restaurants. Im Internet ist das Anwesen für 1600 Euro Pacht bei 215 Quadratmetern Fläche zu vermieten.

Vergrößert hat sich Schuh Bögelein in der Hornschuchallee. Die Werkstatt wurde um die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des ehemaligen Farabella in der Hornschuchallee vergrößert. "Forchheim hat Flair", sagt Inhaber Marc Bögelein. Ganz bewusst habe er sich deswegen für eine "Erweiterung in der Innenstadt und nicht für die grüne Wiese entschieden", um "nah am Kunden zu bleiben".

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