Anzahl der Fundtiere nimmt zu

Forchheimer Tierheim erhält Corona-Hilfe des Bundes

Ulrich Graser
Ulrich Graser

Redaktionsleiter, Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt

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7.7.2021, 12:28 Uhr
Karin Adelmann vom Tierschutzverein mit Schäferhündin Britta vor dem Forchheimer Tierheim. Sie können den Betriebskostenzuschuss gut brauchen.

Karin Adelmann vom Tierschutzverein mit Schäferhündin Britta vor dem Forchheimer Tierheim. Sie können den Betriebskostenzuschuss gut brauchen. © Foto: Eduard Weigert

Sechs oberfränkische Tierheime, darunter Forchheim, profitieren von einem Corona-Hilfspaket des Bundes, wie die Bayreuth/Forchheimer SPD-Abgeordnete Anette Kramme mitteilt. Sie erhalten einen einmaligen Betriebskostenzuschuss in Höhe von jeweils 7500 Euro. Insgesamt hat das Bundesumweltministerium zu diesem Zweck fünf Millionen Euro bereit gestellt.

Keine Trödelmärkte an der Staustufe seit Corona

Die Summe von 7500 Euro erscheint nicht besonders hoch, doch die Forchheimer Vorsitzende des Tierschutzvereins, Marianne Wende, freut sich dennoch sehr über das Geld: "Es hilft uns schon, denn durch die Corona-Pandemie sind uns einige Einnahmen weggefallen." Das Tierheim veranstaltet normalerweise regelmäßig jeden Monat Trödelmärkte, bei denen schon mal Summen in Höhe von 1000 Euro an Erlös übrig bleiben, so Wende. Seit Corona blieb dieses Geld aus.

Auch die Einnahmen aus Pensionskosten für Hunde und Katzen, die während des Urlaubs ihrer Besitzer aufgenommen werden, sind weggefallen, außerdem Spenden für Kurse der Hundeschule und Einnahmen aus dem Tag der offenen Tür. Das Tierheim ist ohnehin derzeit immer noch für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Wende: "Die 7500 Euro kommen uns sehr gelegen."

Animal Hoarding hat zugenommen

Unter anderem auch deswegen, weil das Tierheim bekanntlich erweitert werden soll: "Uns fehlen vor allem Kapazitäten für Quarantäne-Boxen", so Marianne Wende. Die Zahl der Fundtiere, die in Quarantäne genommen werden müssen, nimmt tendenziell zu: "Auch das Animal Hoarding hat zugenommen", erklärt Wende.

Also die Fälle von Menschen, die bei sich zu Hause eine Vielzahl von (Klein-)Tieren aufnehmen und denen die Haltung irgendwann über den Kopf wächst. Die Tiere benötigen in solchen Fällen meist besondere Pflege und spezielle Räume, außerdem teure Behandlungen beim Tierarzt.

Neubau kann sich das Tierheim nicht leisten

Ursprünglich hatte das Tierheim an der Staustufe mal einen Neubau planen wollen, doch das kann sich der Verein nicht leisten. Momentan wird daher noch an einer Form von Erweiterung der Platz- und Raumkapazitäten gearbeitet, die finanziell verkraftbar ist.

Tiervermittlungen finden übrigens trotz Corona weiter statt. Die Schutzgebühr für Katzen beträgt laut Marianne Wende 125 Euro, für Hunde liegt sie bei 250 Euro. Die tatsächlichen Kosten, die das Tierheim für die Vierbeiner aufwenden muss, zum Beispiel für tierärztliche Behandlungen oder die laufenden Unterbringungskosten, werden damit aber meistens nicht gedeckt.

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