Friseure im Kreis Forchheim sind bereit für großen Ansturm der Wiederöffnung

26.2.2021, 17:21 Uhr
Laura Gottstein und ihr Bruder Henrik Gottstein führen den Salon Weber in Forchheim. Die nächsten 14 Tage sind sie bereits ausgebucht, wie einige Salons im Landkreis. „Wir freuen uns, aber es wird auch stressig. Die nächsten sechs bis acht Wochen wird es bestimmt hoch hergehen“, glaubt Laura Gottstein.

Laura Gottstein und ihr Bruder Henrik Gottstein führen den Salon Weber in Forchheim. Die nächsten 14 Tage sind sie bereits ausgebucht, wie einige Salons im Landkreis. „Wir freuen uns, aber es wird auch stressig. Die nächsten sechs bis acht Wochen wird es bestimmt hoch hergehen“, glaubt Laura Gottstein. © Foto: Eduard Weigert

Seit dem 16. Dezember sind die Friseure geschlossen. Jetzt dürfen sie wieder öffnen. Wir haben uns im Landkreis umgehört, wie sich die Salons auf den Ansturm vorbereitet haben.

"Ich bin gespannt, wie viele missglückte Selbstversuche dann dabei sind. Wir haben auf jeden Fall viel Zeit eingeplant, um wieder einen guten Schnitt hineinzubekommen", erzählt Carmen Ruder, Inhaberin des FriseurFeinschnitt in Kirchehrenbach. Sie freut sich darauf, wieder Hand anlegen und die Menschen verschönern zu dürfen. "Viele sehnen sich geradezu danach", sagt sie. Ein guter Haarschnitt sorgt eben auch dafür, dass man sich gut fühlt.

Schon allein als bekannt wurde, dass sich die Regierung mit einem Termin für die Wiederöffnung beschäftigt, konnte sie sich vor Terminanfragen nicht retten "Ich saß bis zuletzt bis abends im Salon, habe Anrufe entgegen genommen, Emails und Anfragen über Facebook und Instagram beantwortet", berichtet sie.

Mit dem Lockdown sei das Arbeitspensum von 200 auf null gegangen. "Jetzt geht es wieder von null auf 200." Die Kundinnen und Kunden hätten Verständnis, dass nicht alle sofort einen Termin bekommen konnten: "Viele sind schon froh, dass sie überhaupt in Kürze einen Termin haben. Insgesamt schätzen uns die Menschen vielleicht sogar mehr, weil wir zuletzt eben nicht mehr selbstverständlich waren", sagt sie.

Verfallene Produkte wegschütten

Vielerorts wurden nun erst einmal die Salons wieder auf Vordermann gebracht. "Ich hab’ alles geputzt, es hatte sich ganz schön Staub angesammelt", sagt Heidi Kellermann-Lomitschka, die den Friseur Kellermann in Gräfenberg führt. "Leider musste ich sogar einiges wegschütten oder wegwerfen, was inzwischen verfallen war", sagt die Inhaberin.

Drei Kunden dürfen sich entsprechend der Raumgröße gleichzeitig im Salon aufhalten. "Abstand halten geht bei uns sehr gut. Nach einem Kunden wird alles desinfiziert und gewischt."

Sie befürchtet, dass sich jetzt der große Ansturm ballt mit "Stress hoch zehn" und der in einigen Wochen rapide abfällt. "So war es letztes Jahr auch." Bis zum Lockdown war sie bis 22 Uhr im Salon, um das Arbeitspensum zu bewältigen.

Auch der Salon Weber in Forchheim, den Laura Gottstein und ihr Bruder Henrik Gottstein führen, ist auf den Ansturm vorbereitet. Zunächst sind sie die sechs Seiten Regelungen für das Friseurhandwerk der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) durchgegangen, die es zu beachten gilt. "Wir arbeiten in zwei komplett getrennten Schichten, damit bei einem Corona-Fall nicht das ganze Team ausfällt", erklärt Laura Gottstein. Das Team trägt Berufskleidung, die im Salon gewaschen wird, um eine mögliche Übertragung des Coronavirus zu vermeiden.

Sechs Seiten lange Liste mit Terminen

"Wir freuen uns sehr, dass es wieder losgeht, und unsere Kunden auch", sagt sie. Für die nächsten zwei Wochen ist der Salon ausgebucht. Unzählige Terminanfragen sind eingetrudelt: "Wir haben alle Namen notiert, sechs Din A4-Seiten war die Liste lang", so Gottstein. Obwohl der Montag sonst Ruhetag ist, wird gleich an diesem 1. März geöffnet. "Nach dieser langen Zeit wird es bei vielen Kunden kein Nachschneiden mehr, sondern ein kompletter Neu-Schnitt sein."

Thomas Schmidt führt den Salon Schmidt in Ebermannstadt in der fünften Generation. Er hat viele Stammkunden, die sehr froh sind, dass ihre Haare wieder einen guten Schnitt bekommen. "Gerade bei Männern mit Kurzhaarfrisuren stehen die Haare eben schnell auf den Ohren, da merkt man jeden Zentimeter." Seit der Terminbekanntgabe steht sein Telefon nicht mehr still. Im Geschäft hat er in der Bandansage zwei Privatnummern angegeben, da er nicht den ganzen Tag im Salon sein konnte, um die Anrufe entgegenzunehmen. Der ganze März ist bereits ausgebucht. Er ist wie viele andere froh, dass es wieder losgeht: "Das Ersparte ist weg, dann geht es an die Reserven." Eine noch längere Schließung wäre "katastrophal" gewesen. Er findet auch: "Kleine Geschäfte können alle Vorgaben sehr gut einhalten, auch Buchläden zum Beispiel."

Neueröffnung in Forchheim: Barbershop Royal

In Forchheim öffnet der Barbershop Royal in der Hornschuchallee am Montag erstmals seine Türen. Seit Wochen war ein Banner mit der Aufschrift "Neueröffnung im Januar" zu sehen. "Mit dem Lockdown war es nicht leicht", sagt Inhaber Rawa Atram aus Höchstadt, wo er schon in Friseursalons gearbeitet hat.

Er wollte sich selbständig machen und fand: "Forchheim hat ein klassischer Barbershop gefehlt." Er und sein Team bieten Männer- und Kinderfrisuren, Bart- und Gesichtspflege bis hin zu den Augenbrauen. "Nun freue ich mich, dass es losgeht und unsere Kunden sich auch, dass sie wieder top gepflegt aussehen."