Frust um Frühjahrsputz im Höhenschwimmbad Gößweinstein

7.6.2021, 19:17 Uhr
Mit Rasentraktor und Gartenwerkzeug waren die Mitglieder des Fördervereins Höhenschwimmbad Gößweinstein zu einer Protestaktion vor dem Eingang des Bades angerückt.

Mit Rasentraktor und Gartenwerkzeug waren die Mitglieder des Fördervereins Höhenschwimmbad Gößweinstein zu einer Protestaktion vor dem Eingang des Bades angerückt. © Foto: Thomas Weichert

Die Vorstandschaft des Fördervereins hatte wie jedes Jahr am vergangenen Wochenende alle Mitglieder eingeladen, um das Freibadgelände zu pflegen. Laut Redel war alles vorbereitet und mit der Gemeinde abgesprochen, sogar ein Hygienekonzept wurde für diesen Arbeitseinsatz vorgelegt und alle Teilnehmer der Aktion ließen sich auf das Coronavirus testen oder hatten bereits vollen Impfschutz oder galten als genesen. Auch FFP2-Masken hatte der Verein besorgt und den freiwilligen Helfern zur Verfügung gestellt.

"Viele aktive Mitglieder freuten sich bereits darauf, freiwillig, unbezahlt und miteinander ihren Dienst an der kommunalen Einrichtung zu leisten", so Redel. Umso mehr verwundert sei man dann im Verein am letzten Montag gewesen, als die Absage der Gemeindeverwaltung per E-Mail kam. "Sie lautete ohne nähere Erläuterung, dass die anstehenden und notwendigen Arbeiten im Höhenschwimmbad vom Bauhof erledigt werden sollen", so Redel, der sich fragt, was die Gemeinde damit bezweckt ? Redel betonte: "Wir verstehen dieses Verhalten einfach nicht." Denn diese alljährliche Frühjahresaktion hatte beiderseitigen Nutzen.

"Der Nachteil eines kostenfreien Bades ohne eigenes Personal"

Die Mitglieder des Fördervereins konnten sich miteinander für ihr gemeinsames Ziel – den Erhalt des Naturbades – einsetzen und die Gemeinde konnte damit finanziell entlastet werden. Das Betriebskonzept des Bades beruhe unter anderem darauf, durch ehrenamtliche Tätigkeiten der Mitglieder des Fördervereins die Kosten für die Gemeinde niedrig zu halten. 

Neben der Akquirierung von Spenden und Einnahmen durch Veranstaltungen, bestand die wichtigste und arbeitsintensivste Aufgabe des Vereins darin, im Rahmen einer jährlichen Frühjahrsaktion mit vielen aktiven Mitgliedern das Bad für den sommerlichen Badebetrieb herzurichten, so der Fördervereinschef. Einen "sommerlichen Badebetrieb" wird es aber wegen der Corona-Auflagen auch heuer nicht geben. "Das ist der Nachteil eines kostenfreien Bades ohne eigenes Personal", sagt Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) auf Nachfrage unserer Zeitung. Scheitern würde ein Badebetrieb schon alleine an der Registrierung der Besucher. Auch ein Pächter ist noch nicht in Sicht.

Wann das Bad öffnet

Zimmermann zeigt sich sehr verwundert über die Aktion des Freibadfördervereins. Denn Martin Redel und Clemens Schrüfer vom Förderverein seien schließlich in den inzwischen installierten Arbeitskreis Höhenschwimmbad vollkommen mit eingebunden und hätten alle Informationen. Ein Frühjahrsputz durch die Mitglieder des Fördervereins macht laut Zimmermann heuer deshalb keinen Sinn, weil das Bad schon seit über einem Jahr zu ist. Deshalb müssten nun erst grundlegende Arbeiten von den Bauhofmitarbeitern durchgeführt werden, die noch in diesem Monat bereits terminiert sind, so Zimmermann. Auch müsse dies koordiniert ablaufen. 

Zimmermann wäre auch gerne zu dem Termin vor dem Freibad gekommen - wenn er dazu eingeladen worden wäre - und hätte den Vereinsmitgliedern Rede und Antwort gestanden. So aber habe er nun erst durch die Presse davon erfahren. Anfang Mai 2022 soll das Bad wieder geöffnet werden.

Keine Kommentare