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Gedeckter Tisch auf dem Walberla: Gastronomen fordern Perspektiven für Wiedereröffnung

Aktion der Gastronomen-Vereinigung Dehoga - Auch am Forchheimer Paradeplatz - 01.03.2021 06:00 Uhr

28.02.2021


Der Ausblick wird spektakulär sein – doch für Wirtshaus-Besucher ist der gedeckte Tisch auf dem Walberla nicht gedacht. Von Dauer ist er ohnehin nicht: Zusammen mit drei weiteren Gastronomen deckt ihn Gastwirt Alexander Sponsel aus Kirchehrenbach ein. Gläser, Besteck, Teller und vielleicht sogar eine weiße Tischdecke. So wie in Kirchehrenbach machen Gastronomen heute deutschlandweit auf ihre Lage aufmerksam: Von 10 bis 14 Uhr stellen sie dort Tische auf, wo sie normalerweise nicht stehen. Auch auf dem Forchheimer Paradeplatz.

"Wir wollen uns in Erinnerung bringen", sagt Gastronom Georg Hötzelein aus Regensberg. Er ist Kreisvorsitzender der Gastronomen-Vereinigung Dehoga. Sie steht hinter der Aktion.

Für Cafés, Wirtshäuser oder Hotelbetriebe fordert der Verband eine Perspektive. Friseure und Baumärkte dürfen am Montag nach Wochen wieder öffnen.

"Wollen Teil der Lösung sein"

Für seine Branche fordert Hötzelein ebenfalls einen Fahrplan. "Wir wollen auch aufmachen, aber auch nichts erzwingen, was uns danach auf die Füße fällt", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. "Corona ist weiterhin unberechenbar. Wir wollen nicht das Problem sein und Corona beschleunigen, sondern Teil der Lösung", sagt Hötzelein.

"Wir wollen daher nichts überstürzen, sondern einen Schritt nach dem anderen gehen." Doch je länger die Gastro-Betriebe keine Gäste bedienen, desto schwieriger werde es. Trotz To-Go-Geschäft.

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"Wir haben jetzt schon das Problem, dass viele der Angestellten einen Job außerhalb der Branche suchen, weil sie es sich auf Dauer nicht leisten können, von Kurzarbeitergeld zu leben", sagt Hötzelein. "Gastronomen, die keine Ersparnisse haben, stehen kurz vor der Geschäftsaufgabe", berichtet der Kreisvorsitzende. Mit den staatlichen Hilfen habe man der Branche den Lockdown im November schmackhaft gemacht.

Auf dem Walberla deckt Alexander Sponsel vom gleichnamigen Gasthaus in Kirchehrenbach den Tisch zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Gasthaus zum Schloss in Kunreuth, Brauereigasthof Alt in Dietzhof und dem Schlosshotel in Haidhof. "Wir wollen nicht auf Biegen und Brechen und unabhängig von der Corona-Lage aufmachen", betont auch Sponsel. In Obertrubach, Ebermannstadt oder Pinzberg seien ebenfalls Aktionen geplant.

Wirtshausgefühl erzeugen

Damit wolle die Gastronomie auf ihren Wunsch nach einem Plan die Öffentlichkeit und die Politiker, die letztendlich darüber entscheiden, aufmerksam machen. "Die Tische sollen ein Wirtshausgefühl erzeugen und das Zusammensitzen und die Geselligkeit demonstrieren", sagt Hötzelein. Für spontane Gäste sei die Aktion nicht geplant. Schließlich wolle man auf Abstand achten und große Menschenansammlungen vermeiden.

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Hötzelein kann sich vorstellen, die Außenbereiche der Betriebe wieder zu öffnen. "Mit Hygienekonzepten, die besser funktionieren als die alten." Dazu schlägt der Dehoga-Kreisvorsitzende vor, die Entwicklung der Corona-Zahlen ständig im Auge zu behalten, notfalls auch wieder Schritte zurückzugehen. Er stellt aber auch klar: "Gastronomie und Hotellerie waren und sind keine Pandemietreiber. Dies hat auch erst vergangene Woche das Robert-Koch-Institut bestätigt." Beim Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger schöpfte zuletzt auch Pretzfelds Brauer Mike Schmitt Hoffnung.

Die Aktion auf dem Paradeplatz wird unter anderem von der Kaffeerösterei Bogatz getragen. Angekündigt sind für dort Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), Landtagsabgeordneter Sebastian Körber (FDP) und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Die Politik schenkt den Gastronomen ein offenes Ohr und damit die Hoffnung auf einen Fahrplan für die Zukunft.

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