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Samstag, 20.07.2019

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Glauber: Freibäder im Kreis Forchheim dürfen hoffen

Umweltminister präsentiert in Streitberg neues Sonderförderprogramm - 22.06.2019 14:00 Uhr

Thorsten Glauber (2. v. re.) hat sich mit Vertretern des Fördervereins und der Gemeinde Wiesenttal – wie Bürgermeister Helmut Taut (3. v. l.) – die Situation im Streitberger Bad angeschaut. © Georg Körfgen


Glauber machte der Gemeinde Wiesenttal Hoffnung, mit einer 50-prozentigen Förderung rechnen zu können. Zugleich machte Zweiter Bürgermeister Gerhard Kraus klar, dass die Gemeinde selbst mit einem 50-Prozent-Anteil überfordert wäre.

Geschätzt sind für eine umfassende Generalsanierung des Streitberger Bades Kosten von mehr als zwei Millionen Euro. Jedoch könnten mit der Landesförderung zunächst der wichtige Becken-Neubau sowie die technische Wasseraufbereitung finanziert werden.

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Thorsten Glauber betonte, dass dieser erste Schritt die Existenz des Bades sichern würde. Geprüft werden müsse noch, ob die Förderung durch den Freistaat eine Förderung durch den Bund gefährden könnte. Denn auch Berlin will 2020 die Sanierung von Bädern bezuschussen. Der Umweltminister sagte beim Besuch zudem, dass er auf politischer Ebene Gespräche mit Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) führen werde.

Die Richtlinien für die Wasserqualität erschienen ihm zu starr: „Wenn in München 200 Gäste in einer Minute ins Becken gehen, und in Streitberg an einem Tag, dann ist das ein Unterschied“, so Glauber.

Der Besuch Glaubers der Bäder in der Fränkischen ist die Fortsetzung der letztjährigen Veranstaltung, der „Bäder-Tour“. Die vielen kleinen Bäder in der Fränkischen seien „eines der Aushängeschilder“ und aus vielerlei Hinsicht „unabdingbar“ für die Kommunen und den ländlichen Raum. Glauber: „Schon im letzten Jahr habe ich mich mit den Teilnehmern der Veranstaltung darauf verständigt, bei dem Thema am Ball und mit den Leuten vor Ort in Kontakt zu bleiben. Mir war es dann ein großes Anliegen, dass wir im Koalitionsvertrag eine entsprechende Förderung niederschreiben. Jetzt nimmt der Freistaat pro Jahr 20 Millionen Euro in die Hand.“

Insgesamt könnten auf diese Weise in den kommenden Jahren bayernweit 120 Millionen Euro ausgeschüttet werden und viele kommunale Schwimmbäder unterstützt werden. Gerade vor dem Kontext, dass sich Deutschland zu einer Nicht-Schwimmer-Gesellschaft entwickelt, sei es eine politische Aufgabe, solche Bäder bestmöglich zu unterstützen, so Glauber. Für den Herbst wird ein weiterer Austausch mit den Schwimmbad-Fördervereinen und den Vertretern der Kommunen angestrebt.

Nur „Tropfen auf dem heißen Stein“

Ganz so rosig sieht das der Forchheimer Landtagsabgeordnete Sebastian Körber (FDP)nicht, der Haken am Sonderförderprogramm ist aus seiner Sicht: „Die Gesamtsumme verteilt sich auf sechs Jahre, das heißt, jedes Jahr stehen nur 20 Millionen Euro zur Verfügung und darüber hinaus erhält jedes Schwimmbad nur einen Bruchteil der tatsächlichen Sanierungskosten gefördert.“ Körber erläutert zum Vergleich: „Allein für die Sanierung des Nürnberger Volksbads hatte Ministerpräsident Söder noch 18 Millionen Euro bereitgestellt.“ Für ihn ist das Ganze daher „nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein“.

Sebastian Körber, der wie der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann ebenfalls das Streitberger Bad besucht hat, hat dafür plädiert, das Finanzausgleichsgesetz so zu novellieren, dass auch kommunale Schwimmbäder, die nicht vorrangig schulisch sind, Förderung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erhalten. 

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