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Graf plant Begräbnisstätte im Wald von Schloss Greifenstein

Philipp Schenk Graf von Stauffenberg, stellte dem Gemeinderat ein Konzept vor - 18.02.2021 11:17 Uhr

Auf dem Gelände von Schloss Greifenstein könnte ein Ruheforst entstehen. Philipp Schenk Graf von Stauffenberg stellte seine diesbezüglichen Pläne dem Gemeinderat vor, der dem Projekt insgesamt wohlwollend gegenübersteht.

17.02.2021 © Foto: Stefan Braun


Da sich Bürgermeister Stefan Reichold seit Donnerstag in freiwilliger Quarantäne befindet, übernahm Zweite Bürgermeisterin Gräfin Monika zu Stauffenberg die Leitung der jüngsten Gemeinderatssitzung. Sie musste den Vorsitz aber bereits nach wenigen Minuten an den dritten Bürgermeister Bernd Büttner (BN) abgeben. Aufgrund einer persönlichen Betroffenheit war sie von der Beratung und Beschlussfassung zum umfangreichsten Tagesordnungspunkt ausgeschlossen.

Worum geht es? Ein Sohn der Gräfin, Philipp Schenk Graf von Stauffenberg, stellte dem Gemeinderat ein Konzept für eine alternative Bestattungsform in Form eines Waldfriedhofs beziehungsweise eines Ruheforsts in Heiligenstadt vor. Als Areal ist eine Fläche nördlich des Gutshofs mit dem Reitstall im Umfeld von Schloss Greifenstein vorgesehen.

Mit Tischklopfen honoriert

"Träger des Friedhofs muss immer eine juristische Person sein und das bin ich nicht", verdeutlichte der Graf zu Beginn seiner Ausführungen. Was später von Geschäftsleiter Rüdiger Schmidt, der eine juristische Stellungnahme des Landratsamts Bamberg eingeholt hatte, bestätigt wurde. "Das ist für uns ein neues Gebiet, da müssen wir uns abstimmen", so Schmidt.

Stauffenberg, dessen Vortrag mit Tischklopfen honoriert wurde, wies mehrmals darauf hin, dass trotz der formellen Trägerschaft auf die Marktgemeinde keine zusätzlichen Kosten zukommen würden. Was nach seinen Worten auch für die Realisierung des Projekts spricht, ist die Tatsache, dass es im ganzen Landkreis Bamberg keine vergleichbare Begräbnisstätte gibt. Urnenbeisetzung in freier Natur gewinne aber als alternative Bestattungsform zusehends an Bedeutung.

Anderer Fall als in Ebermannstadt

Der Friedwald in Ebermannstadt kann aufgrund anderer Besitzverhältnisse (das Areal gehört der Stadt) nicht als Vorbild für das juristische Konstrukt und die Prozessabläufe in Heiligenstadt dienen. Die Reaktionen der Gemeinderäte ließen erkennen, dass das Vorhaben wohlwollend gesehen wird, denn es kamen keine kritischen Rückfragen, sondern lediglich Fragen zu Details. Auf Frage von Josef Pickel, ob es denn andere Beispiele für einen Bestattungswald auf privatem Grund gebe, erklärte Graf Philipp, dass dies in Naila der Fall sei. "Das können wir uns gerne einmal anschauen", ergänzte Stauffenberg.

Zuvor hatte Schmidt ausführlich den juristischen Sachverhalt anhand von Gesetzestexten und Kommentaren dargelegt. Ein Kernpunkt ist, dass "der gewerbliche Unternehmer als Erfüllungsgehilfe zum Bestattungspflichtigen in keine Rechtsbeziehung tritt. Diese besteht ausschließlich mit der Gemeinde in Form eines öffentlich-rechtlichen Vertags," informierte der Geschäftsleiter. "Ich finde es gut, es müssen aber noch viele Fragen geklärt werden. Ein Besuch in Naila wäre sinnvoll", erklärte Gemeinderat Dieter Hümpfner (SPD) und nahm damit den Beschlussvorschlag der Verwaltung nahezu vorweg.

Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, die weiteren Details mit Philipp Schenk Graf von Stauffenberg abzuklären und den Sachverhalt dann dem Bayerischen Gemeindetag zur Überprüfung vorzulegen. Danach wird der Gemeinderat über die Errichtung eines Naturfriedhofs auf dem Areal von Schloss Greifenstein entscheiden.

STEFAN BRAUN

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