Kunstgemälde versteigert

Gräfenberg: Erlös hilft beim Aufbau einer Mädchenschule in Tansania

Petra Malbrich

21.6.2022, 08:00 Uhr
Claudia Meyer-Weber versteigerte Kunstgemälde zugunsten einer Mädchenschule in Tansania.

© Petra Malbrich, NN Claudia Meyer-Weber versteigerte Kunstgemälde zugunsten einer Mädchenschule in Tansania.

Für seine farbigen Glasfenster in den Kirchen war der Nürnberger Künstler Herbert Bessel bekannt. Nun wird mit seinen Werken auch nach seinem Tod noch Gutes erreicht. Seine Tochter löste dessen Atelier auf und überließ dem Gräfenberger Dekanat mehrere Radierungen ihres Vaters. Diese wurden nach dem Gottesdienst mit Bischof Mbedule aus Tansania, der zurzeit zu Besuch in Gräfenerbg ist, auf dem Kirchplatz versteigert. Der Erlös kommt dem Projekt Mädchenschule in Tansania zugute.

Sehr armes Land

„Diese Mädchenschule umzusetzen, ist so wichtig für die Diözese“, betonte Katharina Wittenberg zu Beginn der Versteigerung. Wittenberg ist mit Sabine Kröner die Vorsitzende des Missions- und Partnerschaftskreis mit dem Partnerdekanat in Tansania. Es ist ein sehr armes Land. Mädchen, die durch Blindheit oder Taubheit körperlich beeinträchtigt sind oder gar sexuell missbraucht wurden, bekommen ohne diese Mädchenschule keine Bildung.

Mit der Planung der Mädchenschule ist Lukombocho Erasto Vegula, der Generalsekretär des Bischofs, betraut. Große Wertschätzung hat er für die Gräfenberger Bürger. „Durch die Spenden haben wir nun Zugang zu frischen Wasser für die Mädchenschule“, sagte Vegula auf Englisch, was Johannes Gleede für die Anwesenden auf Deutsch übersetzte. Die Wasserleitungen legen zu können, sei sehr wertvoll gewesen. „Über zig Jahre hatten wir keinen Zugang zu sauberem Wasser. Jetzt hat es das Dorf“, freute sich Vegula.

Toiletten bauen

Die Mädchen in Tansania leiden unter sehr großer Armut, führte der Generalsekretär weiter aus. Deshalb bat er um weitere finanzielle Unterstützung, um die Schule weiter aufbauen zu können. Die Anlage für die Toiletten und Waschgelegenheiten beispielsweise. „Dann können wir die Schule vielleicht heuer noch eröffnen“, gab Vegula bekannt. Die Eröffnung sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr geschehen sein. Doch wegen Corona waren die Leute dazu nicht in der Lage. Elektrizität zu verlegen sei nun der nächste Schritt an dem gemeinsamen Projekt.

Nach den Ausführungen des Generalsekretärs übernahm Claudia Meyer-Weber die Regie und das erste Werk des verstorbenen Nürnberger Künstlers Bessel in die Hand. Für 30 Euro wechselte das den Besitzer. Das nächste Bild brachte 65 Euro ein. Doch dann wurden auch noch andere Dinge versteigert. Dinge, die nicht jeder zu Hause habe, sagte Meyer-Weber und nahm das Gebot für das erste Körbchen Kirschen entgegen. Eine Handtasche oder bestickte Tücher wechselten auch den Besitzer. Insgesamt wurden 475 Euro so zugunsten der Mädchenschule eingenommen. Die Partnerschaft mit Tansania lebte 2017 neu auf und daraus entstand auch das Projekt Bildung für die Mädchen.

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