15°

Dienstag, 26.05.2020

|

Grüne: Tempolimit an der A 73 kein Grund zum Feiern

"Forchheimerinnen und Forchheimer weiterhin benachteiligt" - 04.11.2019 16:28 Uhr

Die Grünen haben sich in einer Stellungnahme zum Tempolimit auf der A 73 geäußert. © Athina Tsimplostefanaki


Als "Scheinerfolg" bezeichnen die Forchheimer Grünen die Ankündigung von  Innenminister Joachim Herrmann (CSU), auf der A73 im Stadtgebiet Forchheim ein nächtliches Tempolimit von 120 Stundenkilometer zu testen. „Damit bleiben die Forchheimerinnen und Forchheimer weiterhin gegenüber den A73-Anrainern im Landkreis Erlangen-Höchstadt benachteiligt, wo teilweise sogar ein generelles Tempolimit gilt“, schreibt Grünen-OB-Kandidatin Annette Prechtel.
Tempo 120 werde nur eine geringfügige Verbesserung bringen, prognostiziert Prechtel auf der Basis verkehrswissenschaftlicher Studien. "Die Forchheimer Grünen halten daran fest, dass das nächtliche Tempolimit von 100 km/h von der Landkreisgrenze bis mindestens bis zur Ausfahrt Forchheim Nord verlängert werden sollte. Lärm macht krank! Es sollte Aufgabe der Staatsregierung sein, für die Gesundheit der Menschen entlang der A 73 zu sorgen“, so Prechtel.

Zumal diese Prävention völlig kostenlos wäre, wie Karl Waldmann, Vorsitzender der Grünen-Kreistagsfraktion, anmerkt. Er habe bereits Anfang 2016 beantragt, der Kreistag möge sich für ein Tempolimit aus Lärmschutzgründen einsetzen.
„Man hat es nicht geschafft den Lärmschutz ausreichend zu gewährleisten – obwohl für den Bau der Lärmschutzwände 14,8 Millionen Euro Bundesmittel eingesetzt wurden“, erinnert die Landtagsabgeordnete Ursula Sowa mit Verweis auf eine Antwort des Ministeriums auf ihre Anfrage. „Die Staatsregierung setzt dennoch nicht alle Hebel in Bewegung, um dies zu korrigieren. Stattdessen müssen die Anwohnerinnen und Anwohner weiter unter Lärm leiden.“

Besonders ärgerlich für die Betroffenen ist es nach Ansicht der Grünen, dass es das Tempolimit vor dem Bau der Lärmschutzwände ja bereits gegeben habe. „Es wäre ein Leichtes gewesen, das beizubehalten“, so der Forchheimer Grünen-Sprecher Emmerich Huber. Er habe ausgerechnet, dass die Zeitersparnis von Tempo 120 gegenüber Tempo 100 beim Passieren Forchheims  24 Sekunden betrage. „Wegen dieser läppischen Ersparnis auf Lärmschutz zu verzichten, ist für mich nicht nachvollziehbar", heißt es in der Stellungnahme der Grünen.  Und Annette Prechtel weist darauf hin, dass selbst Tempo 120  nur während einer Testphase gelten soll. „Dass sich Herrmann somit ein Hintertürchen offen lässt, das nächtliche Tempolimit wieder zurück zu nehmen, zeigt, wie halbherzig und mutlos die Staatsregierung beim Lärmschutz ist!“, schreibt Prechtel. Einen Grund zum Feiern hingegen könnten sie nicht sehen, schreiben die Grünen in ihrer Pressemitteilung.

 

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Forchheim