Montag, 09.12.2019

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Gutes Bier, tolles Kloster: Minister Herrmann besucht Weißenohe

Zur Sanierung des Klosters Weißenohe ist Geld aus Städtebauförderprogramm nötig - 09.09.2016 07:19 Uhr

Joachim Herrmann lobte nicht nur die Bausubstanz des Klosters, sondern fand zudem warme Worte für Weißenohe allgemein und das hiesige Bier im Speziellen.


Erhofft hatten sich die Initiatoren um den Fördervereinsvorsitzenden Eduard Nöth und den Schatzmeister und Geschäftsführer Herbert Meier endlich eine klare Zusage. Das große Ziel, das seit vielen Jahren schon leerstehende, hochrangige und überregional bedeutsame Denkmal, den so genannten Prälatenbau des ehemaligen Benediktinerklosters, mit neuem Leben zu erfüllen, soll nun endlich in Erfüllung gehen. Dazu sollte das Gespräch mit dem Minister nun die letzten Hürden aus dem Weg räumen.

Komplette Sanierung steht an

Herbert Meier, Rudi Braun und Eduard Nöth hatten, um dieses Ziel zu erreichen, nicht nur bei der Regierung von Oberfranken und bei der Oberfrankenstiftung in Bayreuth sowie bei der Staatsregierung in München schon viele Gespräche geführt. Die Deckungslücke von rund einer Million Euro soll geschlossen werden. Dabei wurde das ursprüngliche Konzept einer alleinigen Chorakademie weiter entwickelt.

Das Kloster Weißenohe muss umfangreich saniert werden — unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen und brandschutztechnischen Vorgaben. © Fotos: Rolf Riedel


Das Klostergebäude soll unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Vorgaben komplett saniert und von störenden Einbauten entlastet werden. Aus Brandschutzgründen sind die schon vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten im historischen Klostergebäude nicht mehr zulässig. Dafür soll ein eigenes Bettenhaus gebaut werden. Hier gibt es noch Interpretationsschwierigkeiten, weil die Verantwortlichen der Chorakademie dieses in Eigenregie betreiben möchten, die Regierung jedoch auf einen freien Investor setzt. Kooperationen mit der Erlanger Uni wurde vom Präsidenten Joachim Hornegger in Aussicht gestellt. Auch das Max-Planck-Institut in Erlangen zeigt Interesse, vorhandene Übernachtungsmöglichkeiten für wissenschaftliche Begegnungen nutzen zu wollen.

Zahlreiche Geschäftsideen

Auch die 18 im „Wirtschaftsband A 9“ zusammengeschlossenen Kommunen könnten sich eine Nutzung als Tourismus-Akademie vorstellen und haben deshalb das Projekt beim Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) als vorrangig vorgeschlagen. Der Fränkische Sängerbund und die Chorjugend im FSB wollen ihre Geschäftsstellen von Coburg nach Weißenohe verlegen. Auch Vermietungen an Aussteller und Besucher der Messe Nürnberg könnte man sich vorstellen. Alle diese Fakten trugen Herbert Meier als Hausherr und Rudi Braun als Bürgermeister dem hohen Gast vor, immerhin geht es um Mittel aus dem Städtebauförderprogramm in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro.

Nach einem Rundgang durch das Gebäude zeigte sich der Minister, der nicht nur Innen-, sondern auch Bauminister ist, von der Bausubstanz angetan und beurteilte das Vorhaben „als ein tolles Projekt, das sich jedoch nicht so einfach darstellt“. Der Minister versäumte nicht darauf hinzuweisen, dass das Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung stehe und es schlussendlich auf das Gesamtkonzept ankommen würde.

„Nicht alles auf einmal, sondern über die Jahre hinweg, Schritt für Schritt“, so kann Herrmann sich die Zielsetzung vorstellen — natürlich ohne allzu vorschnelle Zusagen zu machen. Der geplante Architektenwettbewerb, der schon im Oktober des Jahres starten könnte, sieht Herrmann als das adäquate Mittel, die ersten Pfähle zu setzen.

Wenn der Gemeinderat und die Verantwortlichen nach Abschluss dieses Auftakts über die Ausführung einig geworden sind, „könnte man im nächsten Jahr eine entsprechende Finanzierung zusammenbasteln“, hieß es.

Am Ende seiner Einlassungen sang Herrmann noch ein Loblied auf die Gemeinde Weißenohe, das gute Bier, die verkehrsgünstige Lage und die Erreichbarkeit, und verriet, dass er des Öfteren schon einen Zwischenhalt eingelegt hätte, um „ein Seidla von diesem guten Bier zu trinken“. Mit seinem Schlusswort gab es neben dem voller Stolz strahlenden Bürgermeister und einem ebensolchen Brauereichef viele zufrieden scheinende Gesichter.

ROLF RIEDEL

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