Donnerstag, 22.08.2019

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Hartenreuth: Hier wird die Milch schon beim Melken analysiert

Mit dem "Lactocorder" kann die Milchleistung der Kühe ermittelt werden - 02.08.2019 17:33 Uhr

Rudolf Vogler in seiner Werkstatt mit seinem wichtigsten Instrument, dem sogenannten Lactocorder, der die Milchleistung misst. © Franz Galster


Diverse Vertreter des Milcherzeugerrings Oberfranken fanden sich auf Voglers Anwesen ein, um ihm zu seinem Jubiläum zu gratulieren. Georg Nützel vom AELF Bayreuth, Fachbereich Milchwirtschaft, dankte mit einer Urkunde. Außerdem gratulierten Leistungsoberprüfer (LOP) Eduard Roppelt und Pauline Sponsel (LOP) sowie Teamleiter Gerhard Unger. Es ist ein gut funktionierendes Netzwerk, in dem Rudolf Vogler sich sichtlich wohl fühlt.

Er ist durch die Tätigkeit im Umland weithin bekannt. Frühmorgens und abends zu den Milchviehbetrieben gehen, andere Menschen, andere Ställe vorfinden, das macht den Beruf abwechslungsreich, wie er sagt. Bis vor zehn Jahren bewirtschaftete er einen 15 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb. Vor zehn Jahren schaffte er aber die Kühe ab.

Elf Monate im Jahr besucht er die Betriebe. Mit Hilfe seines Lactocorders ermittelt er die Milchleistung der jeweiligen Kühe. Das bedeutet viel mehr als nur die Milchmenge. So ist der Eiweißgehalt ein wesentlicher Gradmesser. Aus den Inhalten der Milch lässt sich außerdem die Verfassung der Kuh ermitteln. Es können Krankheiten erkannt sowie notwendige Maßnahmen zum Tierwohl getroffen werden. Eduard Roppelt war als Leistungsoberprüfer bisher zuständig für den Datentransfer und versorgt in seinem Bereich rund 100 Betriebe mit Material.

Gerhard Unger ist der Teamleiter für alle 18 LOP von Oberfranken mit Sitz in Bayreuth. Georg Nützel als Fachberater lädt die LOP jeden Monat zur Dienstbesprechung. Schließlich sind sie auch die Multiplikatoren nach außen, wie Nützel feststellt.

Die Unterhaltung zeigt den hohen Anspruch in der Milchwirtschaft, der gut organisiert ist. Auch ein Stühlerücken kam nebenbei zur Sprache. Für Eduard Roppelt, Morschreuth, der als LOP über den Landkreis Forchheim hinaus auch die Regionen von Pottenstein, Plech und Betzenstein betreut, ist der letzte Arbeitstag als Leistungsoberprüfer nach 40 Jahren gekommen.

Er hat das Pensionsalter erreicht und wird ausscheiden. Ihm folgt ab 1. August Pauline Sponsel aus Hundsboden, die bereits vier Jahre in Mittelfranken mit Sitz in Ansbach tätig war.

Rudolf Vogler (70) sagt, dass sich über die Jahre technisch viel geändert habe. Die Gemütlichkeit und Herzlichkeit früherer Tage gebe es nicht mehr. Nicht zuletzt hätten immer strengere Vorschriften und ein Strukturwandel dazu beigetragen. Vogler habe seinen Humor dennoch nicht verloren und denke noch lange nicht ans Aufhören. 

Franz Galster

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