Hiltpoltstein: Betonpoller im Möchser Weg sind gefährliches Verkehrshindernis

17.5.2021, 19:30 Uhr
Die Poller auf Gemeindegrund stützen die Scheunenwand. Doch wenn ein größeres Fahrzeug die Straße passiert und Gegenverkehr kommt, sorgt das für umständliche und nicht ganz ungefährliche Ausweichmanöver.

Die Poller auf Gemeindegrund stützen die Scheunenwand. Doch wenn ein größeres Fahrzeug die Straße passiert und Gegenverkehr kommt, sorgt das für umständliche und nicht ganz ungefährliche Ausweichmanöver. © Foto: Petra Malbrich

Ein Ausweichen ist somit kaum möglich, da dem Straßenrand auf der einen Seite eine steile Böschung folgt. Auf der anderen Seite stehen massive Betonpoller auf Gemeindegrund, um die übrig gebliebene Wand einer Scheune zu stützen.

Ein Autofahrer ist die Böschung bereits hinuntergerutscht. Die Anwohner sind verärgert, weil die Gemeinde die Situation trotz schleppenden Bauvorgangs duldet und nicht handelt. "Es stellt eine Behinderung dar. Das gefällt mir auch nicht", sagt Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer. Zu dem privaten Bauvorhaben könne sie sich aus Datenschutzgründen nicht äußern. Nur soviel: Dass es so lange dauere, ahnte niemand.

Das Bauvorhaben zieht sich schon fast drei Jahre und begann mit einem Bauantrag zur Umnutzung der Scheune in ein Wohnhaus. "Wir hatten nichts dagegen, wenn ein altes Gebäude aufgewertet wird", erinnert sich Gemeinderätin Gisela Geldner (FW) an den ersten Bauantrag, der einstimmig beschlossen wurde.

Der Bauherr aus Gräfenberg beauftragte eine Firma die begann, Gebäude und Grundstück abzutragen. Das einsturzgefährdete Dach wurde abgerissen. Dabei brach ein Stück des Eingangs zum Gewölbekeller ab. Der Keller sollte eigentlich erhalten bleiben. "Mitten in der Nacht krachte die ganze Decke herunter", erinnert sich eine Anwohnerin. Nur die eine Mauer blieb stehen.

Die besorgten Bürger wendeten sich an Gemeinderätin Gisela Geldner, die das Landratsamt kontaktierte. "Ich musste die Wand sichern. Am Tag darauf wurde der Bau eingestellt", sagt der Bauherr, der das Sichern mit Betonpollern und Schrägstützen ausführen ließ. Diese Poller am Randstreifen sind nun zum Ärgernis geworden.

Der Bauherr sieht das anders: "Vorher sind die Bürger in mein Grundstück ausgewichen, wenn ein Fahrzeug entgegenkam." Seit dem Einsturz der Scheune vor eineinhalb Jahren wartet er nun auf die endgültige Entscheidung. Durch mehrmalige Planänderungen zog sich alles in die Länge.

Der Bauherr aus Gräfenberg beauftragte eine Firma die begann, Gebäude und Grundstück abzutragen. Das einsturzgefährdete Dach wurde abgerissen. Dabei brach ein Stück des Eingangs zum Gewölbekeller ab. Seitdem ging nichts mehr vorwärts.

Der Bauherr aus Gräfenberg beauftragte eine Firma die begann, Gebäude und Grundstück abzutragen. Das einsturzgefährdete Dach wurde abgerissen. Dabei brach ein Stück des Eingangs zum Gewölbekeller ab. Seitdem ging nichts mehr vorwärts. © Foto: Petra Malbrich

Doch seither stehen auch die Poller am Straßenrand des ohnehin schmalen Wegs und sorgen für Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Bürger möchten endlich Klarheit und Sicherheit. Auch Gisela Geldner beschäftigte sich mit dem Problem und einer Lösung. "Ich schlug eine Einbahnstraßenregelung für die Zeit der Baudauer vor und wollte wissen, ob das die Gemeinde selbst entscheiden kann oder ob eine Verkehrsrechtliche Anordnung notwendig ist", sagt Geldner.

Nichts passierte

Die Antwort: Die Gemeinde könne dies für zwei Jahre selbst bestimmen. "Weiter wurde nicht darauf eingegangen", sagt Geldner. Die Bürger wundern sich, dass die Poller auf dem Gemeindestreifen so lange geduldet sind und genauso lang mit der unangenehmen Verkehrssituation konfrontiert werden.

"Die Straßensicherung ist Gemeindesache", erklärt Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamtes Forchheim. Um den gemeindlichen Straßenteil zu nutzen, brauche der Bauherr ein Sondernutzungsrecht vom Ordnungsamt. "Wir mussten die Wand schnell sichern", antwortet der Bauherr.

"Für die Einbahnstraßenregelung gab es Befürworter und Gegner, doch wir gingen davon aus, dass es bald weiter geht", erklärt Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer. Im Gemeinderat wurde darüber nicht diskutiert, demzufolge gab es keine Lösung.

Doch wie lange bleibt der Zustand noch, bis aus dem angedachten Umbau ein kompletter Neubau wird? Eine Baugenehmigung ist vier Jahre gültig. Ob überhaupt gebaut wird, sei die Entscheidung des Bauherrn, informiert Strehl. Da es ein privates Bauvorhaben ist, darf sich auch das Landratsamt nicht äußern.

Der Bauherr jedenfalls hat am Freitagnachmittag vom Landratsamt die Baugenehmigung erhalten, wie er sagt. "Ich darf die Mauer abreißen und werde sie abreißen, denn ich will es mir mit den Leuten nicht verderben", meint er. Doch wie und wann es weitergeht, sagt er nicht. Nur soviel, dass während des Baus auch die LKW im Möchser Weg stehen müssen. Aber derzeit komme es ohnehin zu Verzögerungen beim Baumaterial, so der Bauherr.

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